Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15007

Al-Saadi Gaddafi

In von Wikileaks verbreiteten Dokumenten schätzen US-Diplomaten Al-Saadi Gaddafi als bisexuell ein.

Wie das Portal gawker.com berichtet, hat Gene Cretz, der US-Botschafter in Libyen, 2009 in einem Bericht an das US-Außenministerium die Bisexualität des Gaddafi-Sohns beschrieben: "Saadi hat eine schwierige Vergangenheit, inklusive Balgereien mit der Polizei in Europa (insbesondere Italien), übermäßiges Feiern, Auslandsreisen gegen die Wünsche des Vaters sowie häufige Affären mit Männern und Frauen", heißt es darin. "Seine Bisexualität soll seinem Vater missfallen haben und mit zur Entscheidung beigetragen haben, ihn in eine arrangierte Ehe zu drängen."

Bereits im vergangenen Monat gab es Berichte über mögliche Vorlieben des Gaddafi-Sohns: In seinem von Rebellen gestürmten Haus war nach Angaben von Nachrichtenagenturen auch mindestens ein Schwulenporno gefunden worden - in einem Land, in dem auf Homosexualität fünf Jahre Haft steht (queer.de berichtete). In Libyen gilt Homosexualität als Tabu-Thema, auch die neue Regierung will offenbar an "moralischen" Gesetzen gegen sexuelle Minderheiten festhalten. Es besteht daher die Möglichkeit, dass die Übergangsregierung versucht, mit Homosex-Vorwürfen den Gaddafi-Clan zu diskreditieren.

US-Dokumente mit Vorsicht zu genießen

Auch die US-Dokumente müssen nicht unbedingt auf die wirkliche sexuelle Orientierung des Gaddafi-Sohnes schließen lassen. Immerhin haben die Amerikaner in der Vergangenheit versucht, Gegner mit dem Vorwurf der Homosexualität zu diskreditieren. So berichtete die "Washington Post" im vergangenen Jahr, dass die US-Regierung darüber diskutierte, ob man schwule Sex-Videos von Gegnern wie Osama bin Laden oder Saddam Hussein verbreiten solle. Eine CIA-Quelle erklärte demnach, dass darüber diskutiert wurde, inwieweit ein wackliges Sexvideo mit einem Hussein-Darsteller und einem männlichen Jugendlichen bei der US-Invasion hätte helfen können. "Das hätte aussehen müssen, als ob es mit einer versteckten Kamera mit niedriger Auflösung gefilmt wurde", zitiert die "Washington Times" die anonyme Quelle.

Der "Gawker" kritisiert auch, dass die "New York Times" zwar über die Wikileaks-Dokumente, die Al-Saadi Gaddafi betreffen, berichtet hatte, dabei aber stets das Thema Bisexualität vermieden hat. Die prestigeträchtige Zeitung erklärte auf Anfrage nicht, warum sie dieses Thema ausgelassen hat - ein Sprecher sagte lediglich, dass man keine Informanten gefährden wolle. "Warum versucht die Zeitung, die Privatsphäre des Mitglieds einer brutalen Autokratie zu schützen", fragt dazu "Gawker".

Der dritte Sohn des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi st eine sehr exzentrische Figur: Er wurde 2001 bis 2003 zum Fußballer des Jahres in Libyen "gewählt" - allerdings war sein Club meist wegen einseitiger Schiedsrichterentscheidungen erfolgreich. Er versuchte sich als Profi auch bei italienischen Erstligisten, bestritt aber in fünf Jahren nur zwei Spiele - er wurde beide Male in der letzten Viertelstunde eingewechselt. In Italien erhielt er 2003 zudem eine dreimonatige Sperre wegen Dopings. Im Moment befindet er sich auf der Flucht - er soll sich vor einer Woche in den Niger abgesetzt haben.

Gawker.com outet gerne


Artikel auf gawker.com

Der "Gawker" hat in den letzten Jahren wiederholt Promis geoutet. Für Aufsehen sorgte ein Bericht über Tim Cook, der inzwischen zum Apple-Chef aufgestiegen ist. Cook hatte seine Sexualität nie öffentlich geleugnet, aber auch nie zum Thema gemacht. Vor wenigen Wochen führte das zu einer Debatte, ob ein Outing bei prominenten Vorbildern möglich sein sollte, um die gesellschaftliche Anerkennung von Homosexualität voranzubringen - oder ob die Medien die Privatsphäre von Promis achten sollten (queer.de berichtete).

Nicht alle Prominenten sind erfreut über die offenen Berichte auf gawker.com: So drohte Schauspieler John Travolta Ende letzten Jahres mit einer Klage, sollte das Portal nicht "verleumderisch eklatante Lügen" auf seiner Seite löschen (queer.de berichtete). Das Blatt hatte darüber berichtet, dass Travolta angeblich gerne in Los Angeles in Schwulensaunen verkehrt. Trotz der Drohungen ist der Artikel noch immer online. (dk)



#1 carolo
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.09.2011, 15:49h
  • Der Gaddafisohn ist nicht alleine - es gab nämlich schon viele Lesben, Schwule und Bisexuelle, die hohe Ämter bekleideten, warum soll das auch vor dem Sohn des ehemaligen libyschen Diktators Halt machen?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Wyndakyr
  • 22.09.2011, 00:44h
  • Na prima, das ermöglicht den Islamisten unter den Rebellen bzw. der neuen Übergangsregierung die Rechnung "Gaddafi-Clique = schwul" aufzumachen...und schon ist die Jagdsaison eröffnet.
    Ich bezweifle, daß sich die Lage für Schwule in Libyen und den anderen Ländern des "arabischen Frühlings" nennenswert verbessert.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 wiking77
  • 16.05.2015, 11:26h
  • ja meine Güte.

    Oberst Gaddafi selber war ja in jungen Jahren sehr sehr attraktiv und hatte, so wie Zeitgenossen, die damals jung waren, mir bekundet haben, auch auf Männer eine erotische Wirkung.

    Einer der hübschesten und attraktivsten Söhne Gaddafis war Chamis Gaddafi; ein schöner Mann, einfach ein schöner Mensch. Saif-al-Islam fand ich auch schillerend und Interessant.

    Bedauerlicherweise, hat die westliche Koalition mal wieder das "falsche Schwein geschlachtet", um sinngemäß Winston Churchill zu zitieren (Winston Churchill ist doch noch politisch korrekt, oder?). Fast prophetisch muten heuten die Worte Gaddafis an, wenn man bedenkt, was jenseits des Mittelmeer politissch heute los ist:

    "Ihr sollt mich recht verstehen. Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet ihr Verwirrung stiften, Bin Laden in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen. Folgendes wird sich ereignen. Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa überschwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten."

    Diese Worte äußerte der Muaamar al-Gaddafi, in einem Interview mit dem französischen Journal du Dimanche im Februar 2011.
  • Antworten » | Direktlink »