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Rechtsextremisten bedrohen Parade

Belgrader CSD akut gefährdet


Polizeieinsatz beim CSD 2010: Mehr als 100 Rechtsradikale wurden festgenommen

Amnesty International appelliert an die serbische Regierung, beim CSD Belgrad am 2. Oktober für Sicherheit zu sorgen - die umstrittene Parade könnte auch über die EU-Ambitionen Serbiens mitentscheiden.

Rechtsextremisten haben angekündigt, die CSD-Parade in Belgrad mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Der sozialdemokratische Bürgermeister Belgrads und der sozialistische Innenminister haben daher angekündigt, den CSD zu verbieten, da sie die Sicherheit der Teilnehmer nicht garantieren könne (queer.de berichtete). Nun appelliert Amnesty International an Serbien, die "Rechte auf freie Meinungsäußerung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern" zu garantieren. Die Menschenrechtsorganisation fordert dazu auf, Solidaritätsschreiben an die serbische Regierung zu senden (weitere Infos und Mustertext hier).

Im letzten Jahr kam es beim CSD in der serbischen Hauptstadt zu Ausschreitungen. Neben Sachschäden in Millionenhöhe wurden damals auch mehr als 100 Menschen verletzt, die meisten davon Polizisten (queer.de berichtete). Insgesamt schützten damals 5000 Beamte die 1000 Demonstranten vor Übergriffen. Amnesty fordert nun die serbische Regierung auf, mit Sicherheitsmaßnahmen die Durchführung des CSDs zu ermöglichen.

Youtube | Ausschreitungen beim CSD Belgrad 2010

EU-Fortschrittsbericht wird Haltung zum CSD analysieren

Ob Belgrad Schwulen und Rechten ein Demonstrationsrecht einräumt, könnte sich auch auf die EU-Ambitionen Serbiens auswirken. Wie die Tageszeitung "Danas" berichtet, soll der CSD im EU-Fortschrittsbericht erwähnt werden, der kurz nach der Parade veröffentlicht werden soll. Belgrad hofft, bis Jahresende den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu erhalten. Dafür benötigt die Regierung allerdings einen positiven Fortschrittsbericht.

In der Öffentlichkeit haben Schwule und Lesben in Serbien einen schweren Stand: So erklärten im vergangenen Jahr 67 Prozent der Serben, dass Homosexuelle krank seien; 56 Prozent betrachteten sie als eine Gefahr für die Gesellschaft. Besonders erschreckend an der Umfrage eines unabhängigen Instituts: Die Bevölkerung in Serbien scheint in den letzten Jahren homophober geworden zu sein (queer.de berichtete). Erschwerend kommt hinzu, dass es mehrere rechtsextreme Organisationen wie "Obraz" gibt, die mit Gewalt ihre moralischen Vorstellungen durchsetzen wollen. Sie werden teilweise auch von etablierten politischen Parteien und der orthodoxen Kirche unterstützt, die Schwule und Lesben als Gefahr für Nation und Glauben ansehen. (dk)



Online-Abstimmung über Potsdamer CSD-Motto

Auf der Homepage des CSD Potsdam können User aus elf Motto-Vorschlägen ihren Favoriten auswählen.
Serbien: Homophober Politiker verurteilt

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.
Der innere Kampf gegen Konfuzius

In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.

10 Kommentare

#1 daVinci6667
  • 20.09.2011, 15:10h

  • Gesellschaftliche Veränderungen brauchen viel Zeit. Bei solch rückständigen Balkanländern und auch der Türkei sollte man die Türen vielleicht nicht gleich zuknallen, jedoch einen Zeithorizont eines allfälligen Beitritts von 20-50 Jahren setzen. Bis dahin sind dann hoffentlich auch die gröbsten Euro- und Finanzprobleme gelöst. Beitritte armer Länder würden diese Probleme nur verstärken. Die EU kann sich ja sowieso heute schon gar nichts mehr leisten!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.09.2011, 15:43h
  • Es wäre zu wünschen, daß der CSD in Belgrad trotz dieses rechtsextremen Pöbels stattfindet. Dürfte er jedoch aus Sicherheitsgründen abgesagt werden - und ich befürchte das - dann würden nämlich die Rechtsextremen bedauerlicherweise einen großen Sieg davongetragen! Das darf nie passieren!
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#3 ZlatoAnonym
#4 David77Anonym
  • 20.09.2011, 16:23h
  • Erschreckend auch die Kommentare bei Youtube.
    Bei einer solchen Einstellung dürfte es mit dem EU-Beitritt sehr lange dauern - die wollen "no Homos" haben? Bittesehr, dann können die auch aus der EU draussen bleiben. Das sollte man denen unter die Nase reiben.
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#5 stephan
  • 20.09.2011, 20:45h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • Das sehe ich auch so, deshalb schreibt an den Präsidenten und Innenminister Serbiens, an unsern Außenminister und unseren Botschafter in Belgrad. Mir wurde schon vor über einer Woche von Seiten unserer Vertreter versichert, sich stark für die Pride-Parade in jedem Fall stark zu machen. Aber je mehr Leute schreiben, desto besser ist es!
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#6 Fiete_Jansen
  • 20.09.2011, 21:10h
  • Antwort auf #1 von daVinci6667
  • Bitte? rückständiger Balkanstaat? Seit wann ist dieser Staat denn so? Seitdem die NATO mit Bundeswehrmacht Unterstützung das Land dorthin gebombt haben, wo es jetzt ist.

    Unter Tito war es scheissegal ob jemand schwul oder lesbisch war. Das Faschistenpack gab es nur im Ausland oder im Gefängnis.
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#7 gaycomyProfil
  • 21.09.2011, 10:05hBerlin
  • Man kann nur hoffen, dass der CSD trotz Allem doch stattfinden kann. Ansonsten würde dies auf jeden Fall einen Rückschritt bedeuten....
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#8 FinnAnonym
  • 21.09.2011, 10:14h
  • Ohne sicheren CSD (und das dauerhaft, nicht nur die nächsten Jahre) keine EU-Aufnahme!

    Und ohne Schutz von Minderheitenrechten ebenfalls keine EU-Aufnahme!

    So einfach ist das. Serbien kann sich entscheiden, was sie wollen.
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#9 userer
  • 23.09.2011, 09:41h
  • Ach, wenn die Gleichung "keine Anerkennung von Homorechten = kein Beitritt zur EU" doch nur so einfach und klar gehandhabt würde!

    Die Beispiele Rumänien, Bulgarien, Polen, Litauen usw. zeigen leider, dass das Gegenteil der Fall ist.

    Und das da in Belgrad ist leider kein kleiner rechtsradikaler Haufen, sondern entspricht Umfragen zufolge der Mehrheitsmeinung der dortigen Bevölkerung.

    Homorechte würden beim Beitritt Serbiens de facto so wenig eine Rolle spielen wie beim Beitritt der Türkei:
    gar keine.

    Aufwachen, Leute, Menschenrechte für homosexuelle Männer und Frauen sind auch in Europa das Thema, worauf sich alle Nationen am schnellsten als Bauernopfer verständigen können.
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