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Berliner Erzbischof

Woelki droht schwulen Priestern


Erzbischof Rainer Maria Woelki droht den Priestern mit Exkommunikation

Wenige Tage nach dem Gespräch mit LSVD-Vertretern hat der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki zwei suspendierten schwulen Priestern verboten, eine Messe in einer evangelischen Kirche zu feiern.

Die 1999 des Amtes enthobenen Priester Christoph Schmidt und Norbert Reicherts wollen nach einem Bericht des "Tagesspiegels" am Mittwochabend einen Gottesdienst in der evangelischen Kirche St. Thomas in Berlin-Kreuzberg abhalten und dabei zum Abendmahl einladen. Erzbischof Woelki hat diese Veranstaltung jedoch untersagt und eine etwaiger Zuwiderhandlung als "schwerwiegenden Angriff gegen die Einheit der Kirche" bezeichnet und "mit rechtlichen Konsequenzen" gedroht. Denn wer vom Dienst suspendiert ist, dürfe keine priesterlichen Funktionen ausüben. Im schlimmsten Fall könnten die Ex-Priester von der Kirche exkommuniziert werden.

Schmidt und Reicherts wohnen als Paar zusammen in Köln. Dort hat ihnen bereits Kardinal Joachim Meisner verboten, in ihrem eigenen Haus Messen zu feiern. Sie haben bereits angekündigt, dass der Gottesdienst in Berlin am Mittwochabend trotz des Einschreitens von Erzbischof Woelki wie geplant stattfinden werde.

Priester beklagen Ausgrenzung bei Abendmahl

Die suspendierten Priester wollen auch Menschen bei der sogenannten Eucharistie zulassen, die diesem Sakrament nach katholischer Ansicht nicht beiwohnen dürfen. Dazu zählen zum Beispiel alle Geschiedenen und Menschen, die nicht nach katholischen Regeln leben. Reicherts beklagt dies als "Ausgrenzung": "Jeder, der sich von Gott beschenken lassen will, wird beschenkt, unabhängig von seinen Lebensumständen", erklärte Reichert. Da die beiden Rebellen geweihte Priester sind, sind die von ihnen gespendeten Sakramente nach katholischem Verständnis gültig - auch wenn die Priester aus der Kirche ausgeschlossen werden sollten.

Mit dem Berliner Erzbischof Woelki hatten sich erst am Freitag Vertreter des Lesben- und Schwulenverbandes getroffen (queer.de berichtete). In den Gesprächen betonte der 55-Jährige, dass die Ehe zwischen Mann und Frau ein Ideal der Katholischen Kirche sei, dem auch in kirchlichen Einrichtungen Rechnung zu tragen hätten. (dk)

Messe am 21.9. in der St.-Thomas-Kirche, 19 Uhr, Bethaniendamm 23, 10997 Berlin



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#1 Geert
  • 20.09.2011, 17:34h
  • In jeder Organisation gibt es Regeln, so auch in der katholischen Kirche. Das, was diese beiden offen-schwulen Priester vorhaben, ist in den Augen der katholischen Amtskirche eine ungeheure Provokation. Die Folgen im ökumenischen Dialog, besonders im Verhältnis zur EKD, sind noch gar nicht abzusehen.
    Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg dies mitmacht.
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#2 Geert
  • 20.09.2011, 17:47h
  • Und gleich der Hinweis, dass diese Entscheidung von Woelki nichts, aber auch gar nichts, mit Diskriminierung von Schwulen zu tun hat, sondern er hätte auch so entscheiden müssen, wenn es sich um heterosexuelle Priester gehandelt hätte.
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#3 AchjeAnonym
  • 20.09.2011, 17:54h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Sie dürfen keine Messe mehr lesen, weil sie schwul sind. Somit hat das schon etwas mit Diskriminierung zu tun. Heterosexuelle Priester kommen erst gar nicht in die Versuchung "verbotener" Messen, da sie in der Regel trotz Freundin im Pfarrhaus weiterarbeiten dürfen. Und selbst die meisten Piusbrüder sind nicht exkommuniziert.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.09.2011, 18:22h
  • Erst den LSVD zur Audienz bitten und dann beiden schwulen Priestern Steine in den Weg legen - was ich den beiden in diesem Fall empfehlen würde ist eine Konversion zum Protestantismus! Ich würde es machen, wenn ich Preister wäre!
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#6 FlyerAnonym
  • 20.09.2011, 18:35h
  • Dieser vermeintliche Skandal hat doch nichts mit dem Schwulsein der Priester zu tun, sondern damit, dass die katholische Kirche sich nun mal von der evang. Kirche distanziert. Wie sinnvoll das ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Dieses Thema ist daher aus schwuler Sicht vollkommen uninteressant.
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#7 alexander
  • 20.09.2011, 18:47h
  • nun zeigt der liebling der götter sein wahres gesicht und die hässliche fratze seiner kirche gleich mit !!!
    wo bleibt denn hier die berühmte und immer wieder bemühte religionsfreiheit unseres staates ?
    in den usa kann jeder selbsternannte prediger messen abhalten !

    nur gier und macht ! über alles ! für die "alleinseeligmachende sekte " !!!
    das hat der liebe gott seinem stellvertreter auf erden ins ohr geflüstert ???????

    allein dieser standpunkt ist doch eine "offenbarung" für grenzenlose dummheit !!!
    und vor allem gegen die menschlichkeit und mit dem auftrag jesu´völlig unvereinbar !!!
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#8 David77Anonym
  • 20.09.2011, 18:52h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • " Die Folgen im ökumenischen Dialog, besonders im Verhältnis zur EKD, sind noch gar nicht abzusehen."

    Dialog? Die kath. Kirche diktiert, das hat mit einem Dialog auf gleicher Augenhöhe nicht zu tun.

    "Es ist kaum nachzuvollziehen, dass die Evangelische Kirche von Berlin-Brandenburg dies mitmacht."

    Warum sollte sie es nicht machen? Warum soll sie sich der kath. Kirche beugen?!? Es sind Protestanten und keine Katholiken - das geht die kath. Kirche gar nichts an. Wenn die kath. Priester sowieso schon ausgeschlossen wurden?

    Eine Provokation? In Augen anderer Religionen ist das, was die Katholen betreiben auch eine Provokation - da nehmen die auch keine Rücksicht drauf.
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#9 Geert
  • 20.09.2011, 18:57h
  • Antwort auf #3 von Achje
  • Das Problem für die katholische Amtskirche in diesem Fall ist, dass katholische Priester die Kommunion nur an Katholiken, nicht aber an Protestanten, austeilen dürfen. Das gilt für heterosexuelle und homosexuelle Priester gleichermaßen.
    Dass die evangelische Kirche dafür ganz offiziell(!) eine Kirche zur Verfügung stellt, wird als ökumenische Provokation empfunden.
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#10 finkAnonym
  • 20.09.2011, 19:37h
  • was passiert dort also? da wird ein wenig brot herumgereicht und mit einem glöckchen geklingelt.

    die einen sagen, das sehe zwar nach dem geklingel immer noch aus wie brot, sei aber gar keines mehr, sondern das fleisch ihrer gottheit, die sich mithilfe einer menschenfrau und eines geisterhaften alter egos selbst zeugte und ihren spirituellen klon dann zu tode foltern ließ, weil dieser foltertod auf magische weise das bisherige fehlverhalten der menschen ausgleicht. muss man nicht verstehen, ist einfach so.

    die anderen sagen, das brot sei immer noch brot, aber der gottesklon sei auf magische weise trotzdem anwesend. die dürfen aber nicht mitessen, wenn die anderen mit dem glöckchen geklingelt haben, obwohl sie das mit dem geist und mit dem magischen foltertod genauso sehen. nicht mitessen dürfen auch alle menschen, die nur zum spaß ficken, denn die gottheit und ihr gefolterter klon hängen einem überholten dogmatischen biologismus an.

    mal ehrlich: die probleme, mit denen wir uns beschäftigen müssen, weil christliche funktionäre allen ernstes gesellschaftliche macht haben, sind bei distanzierter betrachtung mehr als kafkaesk.
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