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Jamey Rodemeyer wurde nur 14 Jahre alt

Er hat über schwulenfeindliches Mobbing gebloggt und ein "It Gets Better"-Video gedreht - in den USA hat sich am Sonntag der 14-jährige Jamey Rodemeyer umgebracht.

"Ich sage immer, wie sehr ich gemobbt werde, aber das interessiert niemanden. Was muss ich tun, damit Leute mir zuhören?", schrieb Rodemeyer am 8. September in seinem Blog auf der Plattform Tumblr. Wie die "Buffalo News" berichten, wurde die Leiche von Rodemeyer nur elf Tage später vor seinem eigenen Haus in Buffalo (US-Bundesstaat New York) gefunden.

In den USA gibt es bereits seit Jahren Berichte über Selbstmorde von jungen schwulen Schülern oder Studenten. Dabei wird für viele Fälle die homophobe Atmosphäre in den Schulen verantwortlich gemacht, wie erst im April eine Studie der Columbia University bestätigte (queer.de berichtete).

Die Warnzeichen bei Rodemeyer waren offensichtlich; in seinem Blog beschrieb er wiederholt Mobbings. In seinem letzten Eintrag am Sonntagmorgen schrieb der 14-Jährige, dass er seine frisch verstorbene Großmutter wiedersehen wollte. Gleichzeitig wurden anonym immer wieder Beleidigungen gepostet, darunter Sätze wie "Jamie ist doof, schwul, fett und hässlich. Er muss sterben." oder "Mir würde es nichts ausmachen, wenn du stirbst."

Youtube | Jameys Beitrag für das It-Gets-Better-Projekt

Mehrere Videos veröffentlicht

Im Mai, kurz nach seinem Coming-out, veröffentlichte Rodemeyer auch ein Video für das It Gets Better Project. Hier sagte er, dass er viel Unterstützung von seinen Freunden erhalten habe. In mehreren anderen Videos beschrieb er Lady Gaga als sein Vorbild und forderte die Öffnung der Ehe in allen 50 US-Bundesstaaten.

Rodemeyers Mutter sprach am Montag unter Tränen mit den Freunden ihres Sohnes. Sie erzählte, dass Jamie seit seinem Coming-out viel ausgeglichener zu sein schien. Er habe auch einen Psychologen besucht.

Dan Savage, der Gründer des It-Gets-Better-Projekts, forderte Konsequenzen für Personen, "die dieses verletzbare Kind gequält" hatten. Außerdem sei eine Veränderung in der Atmosphäre für junge Schwule nötig. "Manchmal ist der Schaden, der durch Hass und hasserfüllte Personen angerichtet wird, einfach zu groß", so Savage. (dk)

Youtube | In diesem Video fordert Jaimey die Öffnung der Ehe


#1 MariusAnonym
  • 21.09.2011, 14:08h
  • Und all die Hetzer aus Politik und Religion, die Homosexualität erst als etwas schlechtes darstellen, sind Mitschuld daran.

    Da können sie noch so sehr das Unschuldslamm spielen, auch ihre Hände sind voll Blut!

    Und jeder, der solche Parteien wählt oder Mitglied in solch fanatischen Religionen ist, macht sich genauso mitschuldig.
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#2 goldsenf
  • 21.09.2011, 14:14h
  • was soll ich fühlen bei dieser nachricht, der x-ten von einem teengaer-selbstmord in den usa? wut? oder doch eher trauer?

    erleichterund darüber, dass ich nichts dergleichen durchmachen musste oder dass es in einem land weit, weit weg geschieht, ist es jedenfalls nicht.

    eher ohnmacht. wenn man bedeckt, dass sich sogar dieser junge, der sich für sich und andere engagiert hat, hinter dem seine mutter und freunde standen und der offensichtlich einen therapeuten besucht hat, nicht um von seiner homosexualität geheilt zu werden, sondern um sein selbstbewusstsein zu festigen.

    ja, ich fühle ohnmacht und erschrecken über diesen selbstmord, denn er zeigt auf, wie vergiftet das klima gegenüber homosexuellen wirklich ist.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.09.2011, 14:49h
  • Seiner Mutter mein aufrichtiges Beileid! Es ist sehr schmerzhaft, wenn Eltern ihren Kindern ins Grab schauen müssen!

    Lieber Jamey,

    ruhe in Frieden! Dort, wo Du jetzt bist, ist nämlich ein deutlich schönerer Ort und Du wirst da auch Deine geliebte Oma wiedersehen!
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#4 justusAnonym
  • 21.09.2011, 14:58h
  • Wenn ein 14jähriger sich suizidiert, ist die allerwichtigste Frage diejenige nach der Bindung zu seinen Eltern. Alle Erklärungen, die über die Feststellung von erlebter Diskriminierung nicht hinausgehen, greifen ins Leere, ins Spekulative - und sind damit immer ideologiebelastet. Immer.

    Ein Mensch in gesunden Bindungen zu nahen Bezugspersonen - und ohne psychische Störung - suizidiert sich nicht.

    Als zweites wäre dann noch die Frage, wie die Bindung und die Therapie mit dem Psychologen geklappt hat. Wäre derselbe Junge bei einem Psychologen gewesen, der eine Veränderung der sexuellen Orientierung für möglich hält, wäre dieser sofort mit groben Vorwürfen im Fadenkreuz der öffentlichen Aufmerksamkeit gestanden - ohne zu fragen, was überhaupt Inhalt und Methode der Therapie war.

    Mitgefühl hin oder her: mit Klischees auf solche Nachrichten zu reagieren, ist billig.
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#5 TristanAnonym
  • 21.09.2011, 15:26h
  • Antwort auf #4 von justus
  • Was willst du uns hier weiß machen? Dass der Junge sich eventuell nicht umgebracht hätte, wenn er bei einem homoheilenden Psychologen in Therapie gewesen wäre?? Inhalt und Methoden solcher Therapien sind absolut irrelevant. Das ist alles absolut unseriös und gefährlich! Aber auch deine weiteren Ausführungen sind -gelinde formuliert- mehr als laienhaft.
    Deine Ausführungen zeugen aber -solltest du schwul sein oder homosexuell empfinden- von deutlichen Problemen mit deiner eigenen Sexualität. Vielleicht solltest du Hilfe suchen.
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#6 HinnerkAnonym
  • 21.09.2011, 15:36h
  • Antwort auf #4 von justus
  • Anstatt hier Deine falsche und noch dazu gefährliche Küchen-Psychologie zu verbreiten, solltest Du solche Beurteilungen lieber den Profis überlassen.

    Und wenn man die einschlägige Literatur studiert, merkt man sehr schnell, dass auch Menschen ohne psychische Störung und trotz stabiler Bindungen Selbstmord begehen. Wenn der Druck zu groß wird bzw. die Verzweiflungs zu groß.

    Zu was psychisch stabile Menschen alles fähig sind hat sich auch in Experimenten wie dem Milgram-Experimant oder dem Stanford-Prison-Experiment gezeigt. Da ging es zwar nicht um Suizid, aber darum, dass auch psychisch gesunde und bisher unauffällige Menschen, Dinge tun können, die ihnen niemand (auch sie selbst nicht) zugetraut hätte.
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#7 HinnerkAnonym
  • 21.09.2011, 15:43h
  • Dieser Junge war mutig und stark genug, in öffentlichen Videos so engagiert und couragiert aufzutreten.

    Wieviel Psycho-Terror muss man dem wohl angetan haben, dass er dennoch darunter zusammengebrochen ist.

    Und nicht nur die konkreten Mobber sind verantwortlich, sondern auch all die Täter der Worte, die sich selbst nicht die Hände schmutzig machen, aber für ein homophobes Klima sorgen, dass sowas erst ermöglicht.

    In Politik wie Religion.

    Auch sie sind schuldig! Und in Deutschland darf ja einer der obersten Hassprediger sogar vor dem Bundestag reden...
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#8 taz-UmfrageAnonym
#9 Fiete_Jansen
#10 Lapushka
  • 21.09.2011, 16:01h
  • Antwort auf #4 von justus
  • Auch nett.
    Du schreibst
    "greifen ins Leere, ins Spekulative - und sind damit immer ideologiebelastet. Immer."

    Und danach tust du genau das selber.

    Ist klar. Wären wir alle hetero und könnten wir uns alle mit klassischen, gesellschaftlich akzeptierten Männer/Frauen-Rollen identifizieren, wäre alles viel einfacher und die armen Klassenkameraden wären auch nicht zum Mobbing gezwungen.
    Wir müssen einfach alles Abweichende abschaffen, umändern, "heilen", dann haben wir auch keine Probleme mehr.
    Eigentlich ist somit die Mutter indirekt daran schuld (denn sie hat ihren Sohn unterstützt, anstatt ihn darin zu bestärken sich zu ändern) und die böse Homo-Lobby die sich gegen Diskriminierung einsetzt.
    Denn damit werden so tolle Konzepte wie "Homosexualität wegbeten" oder durch Globuli heilen untergebuttert.
    Weil die armen Wissenschaftler sich nicht mehr trauen.
    Im Grunde schon wieder eine sehr "witzige" Täter-Opfer-Umkehr.

    Dass der Junge vielleicht gar kein Problem damit hatte, homosexuell zu sein sondern nur, wie meistens, das Umfeld, auf die Idee kommst du nicht?
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