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Keine Ausnahmen für Fundamentalisten

Europa-Richter: Sexualkunde ist Pflicht!


Was die Kids nicht im Unterricht lernen, lernen sie in Filmen wie "Another Gay Movie"

Eltern dürfen nicht aus religiösen Erwägungen ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht befreien lassen, hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden.

Geklagt hatten fünf Ehepaare aus Salzkotten (Nordrhein-Westfalen), die einer baptistischen Freikirche angehören. Sie wollten ihre Kinder von Sexualkunde fernhalten, weil sie das Lehrbuch für pornografisch und unchristlich hielten. Sie kritisierten insbesondere, dass darin nicht nur die heterosexuelle Ehe als mögliche Form des Zusammenlebens gezeigt werde. Außerdem wollten sie verhindern, dass ihre Kinder am Theaterprojekt mit dem Titel "Mein Körper gehört mir" teilnehmen. Das Projekt sollte die Kinder für das Thema sexueller Missbrauch durch Fremde oder Familienmitglieder sensibilisieren.

Die Eltern wollten erstmals 2005 ihre Kinder, damals Viertklässler, vom Sexualkundeunterricht befreien lassen. Deutsche Gerichte bestätigten aber stets die Ansicht der Schule, dass der Unterricht Pflicht für alle sei. 2009 scheiterten sie mit einer Klage beim Bundesverfassungsgericht. Weil die Eltern mehrfach Geldstrafen wegen Verletzung der Schulpflicht nicht zahlen wollten, erhielten sie Gefängnisstrafen von bis zu 43 Tagen.

Klage "offensichtlich unbegründet"

Der Menschenrechtsgerichtshof wies die Klage nun als offensichtlich unbegründet zurück. Die deutsche Schulpflicht habe die Aufgabe, Kinder zu integrieren und Parallelgesellschaften vorzubeugen, erklärten die Straßburger Richter. Die Bundesländer hätten das Recht, den Kindern "notwendiges Wissen" beizubringen, damit sie ihre eigenen moralischen Ansichten formen könnten. Eltern würden in der Menschenrechtskonvention nicht davor geschützt, dass ihre Kinder mit anderen Meinungen konfrontiert werden würden.

In den Ländern gibt es immer wieder Diskussionen um den Sexualkundeunterricht, auch ob in diesem Rahmen Homosexualität behandelt werden soll. Laut einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden weniger als die Hälfte aller Schüler im Sexualkundeunterricht über Homosexualität aufgeklärt (queer.de berichtete). (dk)



#1 herve64Profil
  • 23.09.2011, 13:34hMünchen
  • Die Bundesländer haben m. E. nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, den Kindern "notwendiges Wissen" beizubringen, damit sie ihre eigenen moralischen Ansichten formen können. Auf dem Bildungssektor wird ohnehin generell zu wenig getan für meinen Geschmack.
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#2 ManuelAnonym
  • 23.09.2011, 14:01h
  • Bravo!

    Es kann nicht sein, dass Kindern Bildung verwehrt wird, nur weil Eltern Bildung schädlich finden.

    Jetzt muss dieses Urteil auch in Deutschland umgesetzt werden, wo zahlreiche muslimische Mädchen wegen ihrer Eltern nicht am Sexualkunde-Unterricht teilnehmen dürfen.
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#3 unkownAnonym
  • 23.09.2011, 14:19h
  • Wissen ist die notwendige Basis, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können. Aufklärung ist der Grundstein für Mündigkeit und Selbstbestimmung. Dass das Menschen, die einer Religion folgen, die von ihnen ein striktes Befolgen moralischer Vorgaben ohne Hinterfragen verlangt nicht passt, verwundert nicht.
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#4 Lesen lernen!Anonym
  • 23.09.2011, 14:22h
  • Antwort auf #2 von Manuel
  • "Geklagt hatten fünf Ehepaare aus Salzkotten (Nordrhein-Westfalen), die einer BAPTISTISCHEN Freikirche angehören. Sie wollten ihre Kinder von Sexualkunde fernhalten, weil sie das Lehrbuch für pornografisch und UNCHRISTLICH hielten."

    Jetzt gilt es noch durchzusetzen, dass Sexualaufklärung auch tatsächlich eine gleichberechtigte Aufklärung über Homosexualität bedeutet.

    Und dass Fortpflanzung und das christliche (!) Lebensmodell nicht weiterhin wie in vielen deutschen Bundesländern die Grundlage der so genannten Sexual"erziehung" (entlarvender Begriff!) bilden.

    Genau dort manifestiert sich nämlich in besonders brutaler Weise die psychische Gewalt gegen homosexuell empfindende Jugendliche und deren gezielte Ausgrenzung mit all den bekannten, lebenszerstörenden Folgen.

    Eine Kultur des Respekts vor der Vielfalt und das Recht auf Selbstbestimmung müssen im Mittelpunkt der Sexualaufklärung stehen ebenso wie die grundsätzliche Anerkennung von Sexualität als menschlichem Grundbedürfnis.

    Insbesondere müssen Kinder frühzeitig vor der zutiefst pathologisierenden und Aufherrschung von "Scham" und Angst im Zusammenhang mit ihrer eigenen sexuellen Selbstentdeckung geschützt bzw. von ihr befreit werden. Das geht nur durch maximale Offenheit und maximalen Respekt vor den Unterschieden. Der beste und unbedingt notwendige Schutz vor sexuellem Missbrauch aller Art!
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#5 Audi5000Anonym
  • 23.09.2011, 14:42h

  • Schnackseln tun die Kids doch eh sobald sie dazu Bereit sind. Also sollte man ihnen wenigstens Beibringen Verantwortungsvoll dabei zu sein und wie man sich Schützt!
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#6 Coco LorezAnonym
#7 Lapushka
  • 23.09.2011, 15:45h
  • Das finde ich sehr gut.

    Halten Eltern ihre Kinder davon fern, ist einfach nicht gewährleistet dass angemessene Aufklärung erfolgt.
    Denn mit
    "Nein, Horst-Kevin, ich werde mit dir NICHT über Unzucht reden! Komm wieder wenn du mit einer Frau verheiratet bist.
    Und von Selbstbefleckung kriegt man Rückenmarkschwund.
    So und nun geh und lies in der Bibel" ist es nun mal nicht getan.

    Es ist schon gut, wenn es für alle die gleiche Basis an Aufklärung gibt.
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#8 ManuelAnonym
  • 23.09.2011, 16:16h
  • Antwort auf #6 von Coco Lorez
  • Ja, glücklicherweise ist die Mehrheit der deutschen Muslime sehr offen in dieser Frage.

    Aber es gibt halt nach wie vor muslimische Mädchen, die nicht teilnehmen dürfen. Und für die muss das Urteil genauso gelten, wie für alle anderen.
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#9 LeumamAnonym
  • 23.09.2011, 16:47h
  • Antwort auf #8 von Manuel
  • hallo? immernochnicht begriffen? hier gehts net um muslime. HIER GEHTS UM BAPTISTEN!

    Es geht nicht darum, jeden anlass zu nehmen, mit muslimophoben kommentaren um sich zu werfen. Wenn du das willst solltest du dich auf dem rechtsextremen blog pi austoben, die sind alle dort so engstirnig.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.09.2011, 18:56h
  • Wieder einmal ein richtungsweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte! Keiner bekommt hier eine Extrawurst gebraten und den Eltern gönne ich diese Niederlage!
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