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Die Legende lebt! Alexandra starb 1969 bei einem Autounfall, nun erscheint eine DVD und eine Biografie mit neuen Theorien zu ihrem Tod.

Von Jan Gebauer

Wehmut, Sehnsucht und Melancholie - aus tiefster Seele kommende Gefühle - "Zigeunerjunge", "Illusionen" und "Mein Freund der Baum" - so wird Alexandra wohl ewig den Menschen in Erinnerung bleiben. Die 1969 bei einem Autounfall ums Leben gekommene Sängerin hat mittlerweile den Legendenstatus erreicht. Ihre Lieder gehören zum deutschen Kulturgut und selbst Musikliebhaber, die sonst nichts mit Chanson und Schlager am Hut haben, lieben die Sängerin und sind gerührt von ihrer Ausdruckskraft. Auch ihre unzähligen schwulen Fans pflegen das Andenken an Doris Treitz, wie Alexandra mit bürgerlichem Namen hieß, und summen bedächtig mit, wenn ihre Lieder im Radio laufen. 35 Jahre nach ihrem tragischem Ableben, erscheint nun Marc Boettchers Dokumentation über Alexandra auf DVD. Dazu wird auch seine Biographie über das kurze, bewegte Leben der Chanson-Sängerin als Hardcover wieder aufgelegt. Sowohl die DVD als auch das Buch enthalten eine Bonus-CD mit den größten Hits der Ikone. Die 20 ausgewählten Titel repräsentieren die Künstlerin brilliant wie selten zuvor, kein wichtiger Hit fehlt.

Biograph und Filmemacher Marc Boettcher, der auch das Leben von Easy-Listening-Legende Bert Kaempfert dokumentierte, veröffentlichte bereits 1998 das Buch über Alexandra und berichtete im Fernsehen über die Morddrohungen und nervenaufreibenden Dreharbeiten zur Dokumentation über die Sängerin. "Ich lasse dich ermorden, du alte Drecksau", war nur eine von vielen Drohanrufen, die der Berliner und sein Team erhielten. "Es gibt Menschen in Alexandras Umfeld, die etwas zu verbergen haben und weitere Enthüllungen fürchten," sagt Boettcher im Bonus-Interview auf der DVD. Ein seltenes TV-Interview mit Alexandra von 1968 rundet das Bonus-Material neben einem Beiheft und einem sechsminütigen Sonderbericht zu den neuesten Erkenntnissen im mysteriösen Todesfall von Alexandra ab.

Mittlerweile schließt Marc Boettcher auch einen Mordkomplott nicht mehr aus. Alexandras Ex-Mann Nikolai Nefedov war Russe, ihr letzter Geliebter Pierre Lafaire ein Franzose, der für den amerikanischen Geheimdienst arbeitete und ein Netz aus über 100 Mitarbeiter in Dänemark aufgebaut hatte. Vielleicht geriet Alexandra im kalten Krieg zwischen die Fronten. Sie war gewiss nur ein kleines Licht, aber vielleicht wurde ihr das Wissen zum Verhängnis. Das glaubt zumindest Marc Boettcher. Weiterhin unklar ist auch, warum Alexandra wenige Tage vor ihrem Tod ihr Testament schrieb, ein Grab für sich aussuchte und eine zweite hohe Lebensversicherung abschloss. Zudem bezahlte sie das Internatsgeld für ihren Sohn Alexander ein Jahr im voraus und bemerkte gegenüber einer engen Vertrauten, dass sie wohl kein langes Leben mehr vor sich habe.

Seit 35 Jahren ist die Unfallakte von Alexandra geschlossen. Boettcher und ein Rechtsanwalt gehen weiterhin allen Spuren nach und wollen das Todesermittlungsverfahren wieder aufrollen, sollten sich die Hinweise erhärten. "Mord verjährt nicht", weiß Marc Boettcher. Wusste Alexandra wirklich zu viel? Steckte vielleicht ein Geheimdienst hinter ihrem Tod? Wird das Verfahren wieder aufgenommen und die Leiche von Alexandra eventuell sogar exhumiert? Fragen, auf die es vielleicht bald Antworten gibt. Bis dahin sollte man sich mit Alexandra und ihrem Leben durch das Buch und die DVD/CD auseinandersetzen. Würde sie noch leben, wäre sie heute 62 Jahre alt und sicher längst ein Weltstar. Ihre Lieder sind jedenfalls unsterblich.

15. August 2004, 11:30