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Studierte Filmwissenschaft, liebt das Kino: Martin Wolkner organisiert Homochrom (Bild: privat)

Aus der "homochrom"-Filmreihe in Nordrhein-Westfalen wird nun ein schwul-lesbisches Filmfestival. Interview mit Organisator Martin Wolkner.

Von Christian Scheuß

"homochrom", was für ein Farbton ist das?

"homo" steht eigentlich für "gleich", aber im LGBT-Kontext umfasst es ja die ganz Farbpalette des Regenbogens. Gleichbleibend ist die Qualität, aber ansonsten zeigen wir abwechslungsreiche Filme jeden Couleurs, Genres, Themas und Alters. Zugegeben, die Filmreihe, in der wir seit 2009 einmal monatlich einen Film im Rhein-Ruhr-Gebiet gezeigt haben, war bislang eher schwul ausgerichtet. Aber das ändert sich jetzt mit dem Festival. Dort sind mehr lesbische als schwule Filme zu sehen, aber auch Bisexuelle und Trans-Menschen kommen auf ihre Kosten.

Geplant sind jetzt drei Tage in Köln, eine Woche später dann das Programm noch einmal in Dortmund. Was erwartet den homophilen Cineasten?

Die Zeit ist kurz und das Programm entsprechend dicht gepackt. Es fiel schwer, bei der großen Auswahl guter Filme auszuwählen. Aber ich denke, wir haben eine gute Mischung gefunden. Der Vorhang wird sich für elf internationale Spielfilmneuheiten aus sechs verschiedenen Ländern öffnen, darunter eine Europa- und drei Deutschlandpremieren. Ein Schwerpunkt liegt auf Indien. Mit "Dunno Y" zeigen wir einen untypischen Bollywood-Film mit dem ersten schwulen Kuss. Die beiden Hauptdarsteller planen sogar, nach Köln zu kommen. Sie werden ebenso zu Gast sein wie die Darstellerin Angela Zahra ("Three Veils") oder die Regisseure Travis Mathew und hoffentlich Daniel Beahm ("Leading Ladies"). Was die Besucher besonders freuen wird: unsere gemischte Kurzfilmnacht ist besonders lang und abwechslungsreich; und in beiden Städten gibt es Partys.

Schwul-lesbische Kurzfilmnacht inklusive


Dunno Y - schwules Bollywood, die Darsteller kommen zum Festival (Bild: homochrom)

Eine Filmreihe in der Freizeit zu organisieren, ist schon ein Akt; das gilt erst recht für ein Filmfestival. Warum tust du dir das an?

Ich bin ein großer Filmfan und sehe so oft gute Produktionen, die es einfach wert sind, gezeigt zu werden. Im Ruhrgebiet und selbst in Köln gibt es zu wenige Gelegenheiten, solche Filme zu sehen. Diese Lücke möchte ich gerne schließen. Hinzu kommt: Es ist viel schöner Filme gemeinsam anzusehen als allein daheim. Ein Beispiel: der schwule DDR-Film "Coming Out" von 1989. Schaue ich mir den auf DVD an, sehe ich ein Drama. Aber im Kino entwickelt sich neben dem Drama auch eine - etwas unfreiwillige - Komik. Der Saal lacht dann vielleicht über komische 80er-Frisuren, Kleidungsstile oder die Dialoge. Aber das macht das Filmerlebnis umso vielschichtiger und ganz besonders. Diese Energie und Dynamik im Kino liebe ich.

1. Filmfest homochrom vom 21.-23. Oktober 2011 in Köln und vom 28.-30. Oktober 2011 in Dortmund