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Filmstart "Vergiss dein Ende"

Mit 66 Jahren ist noch lang noch nicht Schluss?


Keine leichte Kost: Hannelores Mann leidet an Demenz, der schwule Nachbar will sich umbringen (Bild: Basis Film)

Wie mit der Demenz oder dem Tod des Partners umgehen? Regisseur Andreas Kannengießer nähert sich in seinem Film "Vergiss dein Ende" einem schwierigen Thema.

Von Carsten Weidemann

Wie ist das eigentlich, wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden oder der eigene Lebenspartner? Der Regisseur Andreas Kannengießer hat sich diese Fragen gestellt und sie zum Inhalt seines Films "Vergiss dein Ende" gemacht. Nicht aus einer rein soziologischen Neugier, sondern auch aus einer persönlichen Betroffenheit.

Er erzählt: "Ich finde es darüber hinaus beunruhigend, zu wissen, dass ich hier und heute nicht in der Lage wäre, meine Eltern zu Hause zu pflegen. Oder im Heim pflegen zu lassen. Weil ich keine gesicherte Existenz vorweisen kann, keine Rücklagen habe, ein Nomadenleben führe und die Rentenaussichten schlecht sind. Und ich vermute, ich bin nicht ganz allein damit. Angesichts der Realität, dass wir in unserer Gesellschaft bald mehr Pflegefälle als Kinder zu betreuen haben, ist es für mich nicht ausreichend, zu fragen, was man sich selbst für den Fall des Falles wünscht. Man muss schon etwas weiter ausholen." Er hofft, dass sein Film dazu anregt.

Der Lebensgefährte des schwulen Nachbarn starb an Krebs

Die Story: Seit vier Jahren pflegt Hannelore (Renate Krößner) ihren demenzkranken Mann Klaus (Hermann Beyer). Sie ist am Ende ihrer Kräfte und nutzt die Chance aus ihrem Alltag zu entfliehen, als sich ihr Nachbar Günther (Dieter Mann) auf eine Reise begibt. Sie folgt ihm unbemerkt in den Zug und lässt ihren Mann allein zurück.

Günther, dessen Lebensgefährte vor kurzem an Krebs gestorben ist, möchte sich in einem Ferienhaus an der Küste das Leben nehmen. Dass Hannelore ihm gefolgt ist, bemerkt er erst an der Endhaltestelle. Ist er anfangs noch verärgert, so entwickelt sich doch bald Vertrauen zwischen den beiden. Sie versuchen sich gegenseitig Hoffnung und Halt zu geben, doch Günther kann seinen Plan nicht vergessen.

Youtube | Offizieller Trailer zum Film

Pflegebedürftigkeit: Auch ein Thema für Schwule und Lesben

In Deutschland sind etwa 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen nimmt mit dem Lebensalter zu. In der Altersgruppe 60 bis 65 liegt sie bei 1%, bei den 90jährigen bei 30%. Da die Anzahl der alten Menschen weiter wachsen wird, ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,6 Millionen steigen wird, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.



#1 MarcAnonym
  • 28.09.2011, 00:34h
  • Das Geld, was man in Kriege, Millionen-Boni für Manager, etc. steckt, sollte man lieber nutzen, um Krankheiten wie Krebs, AIDS, Alzheimer, Parkinson, etc. weiter zu erforschen und hoffentlich irgendwann zu heilen.
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#2 vingtans
  • 28.09.2011, 00:41h
  • also mir stellt sich die frage nicht.

    natürlich würde ich meinen vater pflegen, ebenso meine stiefmutter.
    soweit es eben meine finanziellen kapazitäten ermöglichen.
    jedenfall wäre "heim" für mein erst die option "b" udn definitiv nicht das optimum.

    sie unterstützen mich eben jetzt, und finanzieren mir mein studium... vor allem ende jedes monats, wenn das restbafög nichtmal für kippen und pizza reicht ;9
    es hat nur mit ethik was zu tun, menschen die ich liebe, für die bin ich auch verantwortlich!

    das selbe würde meinen freund betreffen
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 28.09.2011, 11:44h
  • Den Film werde ich mir sicherlich anschauen. Ich finde es gut, das endlich auch Filme mit schwulen Paaren/schwulen Charakteren erscheinen, die sich nicht ständig um die Themen Coming Out oder AIDS drehen.

    Natürlich war es wichtig, dass in den letzten Jahrzehnten viele Coming-Out-Filme und AIDS-Filme gedreht wurden, das ist für mich logo.

    Aber gut, das endlich auch Filme gezeigt werden, wo die Inhalte sich um andere Themen drehen und gerade die Pflegebedürftigkeit von Familienangehörigen oder auch das Thema Krebs bei Angehörigen trifft auch viele schwule Männer/Paare in unserer Gesellschaft. Es sterben sicherlich mehr homosexuelle Menschen in Deutschland im Jahre 2011 an Krebs/Herzinfarkt als an AIDS.

    Ich selbst habe viele Jahre meine demenzkranke Schwiegermutter bis zum Tode gemeinsam mit ihren Lebensgefährten bei uns im Haus gepflegt/betreut und weiß daher wie anstrengend und schwer diese Pflege/Betreuung ist. Mein Mann, der beruflich bedingt viel ausser Haus war/ist, war sehr froh, das ich diese Aufgabe für ihn mitübernommen hatte.

    Nun ist meine Schwiegermutter verstorben und ihr Lebensgefährte ist zurückgezogen zu seinen Kindern aus erster Ehe, da er lieber zu seiner Tochter wollte. Das Haus meiner Schwiegermutter, das jetzt meinem Mann gehört, ist nun um vieles, vieles "leerer".

    Und oft wenn ich die Gartenarbeit erledige oder in der Küche am Kochen bin, erinnere ich mich an meine Schwiegermutter zurück, die mich damals so fröhlich in Empfang nahm, als ich zu meinem Mann gezogen war. Es waren schöne Jahre mit ihr und ihrem Lebensgefährten, auch wenn die letzten Jahre aufgrund der Demenz meiner Schwiegermutter anstrengend waren und doch auch diese letzte Zeit mit ihr schön war. Heute lebe ich mit meinem Mann in unserem Haus mit Garten allein und finde es schade, das meine Schwiegermutter von uns gegangen ist.

    So ändern sich die Zeiten und daher finde ich es gut, das Andreas Kannengießer diesen Film gedreht hat.

    Solche Filme müßte es häufiger geben und nicht immer nur Coming-Out-Filme, auch wenn die natürlich wichtig sind.
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#4 anstalten machenAnonym
  • 28.09.2011, 11:55h
  • "Ich finde es darüber hinaus beunruhigend, zu wissen, dass ich hier und heute nicht in der Lage wäre, meine Eltern zu Hause zu pflegen. Oder im Heim pflegen zu lassen. Weil ich keine gesicherte Existenz vorweisen kann, keine Rücklagen habe, ein Nomadenleben führe und die Rentenaussichten schlecht sind. Und ich vermute, ich bin nicht ganz allein damit."

    Stimmt, immer mehr Menschen fragen sich....

    www.youtube.com/watch?v=fzqWNCNSItY
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