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Auch bild.de ist erschüttert

In Düsseldorf wurde gegen einen 16-Jährigen verhandelt, der den stadtbekannten "nackten Cowboy" angegriffen hatte, weil er ihn offenbar für schwul hielt.

Der 40-jährige Herbert Nussbaum, der seit einigen Monaten in der Edeleinkaufsstraße Kö leicht bekleidet vor sich hin trällert, sagte am Dienstag im Amtsgericht gegen seinen Peiniger aus. Er erklärte, dass er im April gegen 2 Uhr morgens nach einem Spiel des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf von dem Jugendlichen beschimpft und angegriffen wurde: "Der Junge fragte mich, ob ich homosexuell sei und ob ich Fortuna-Fan bin", erinnert sich Nussbaum nach Angaben der "Rheinischen Post". Der nur mit einem schwarzen Mantel und einer hautengen kurzen Hose bekleidete "Cowboy" verneinte, doch da prügelte der 16-Jährige bereits auf ihn ein. "Ich schützte mich mit meinem teuersten Stück, meiner Gitarre vor den Schlägen", so Nussbaum. Er trug keine größeren Verletzungen davon.

Der Täter wurde im Verfahren zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt. Außerdem muss er an einen Antiaggressionskurs und einer Suchtberatung teilnehmen. Während der Tatzeit hatte er 1,6 Promille Alkohol im Blut. Im Prozess entschuldigte er sich bei seinem Opfer.

Vorbild von Nussbaum ist der 40-jährige Amerikaner Robert John Burck, der leicht bekleidet am New Yorker Times Square Ständchen für die Touristen singt. Mit ausgeklügelten PR-Aktionen schafft er es immer wieder ins US-Fernsehen. So will er bei der Präsidentenwahl 2012 gegen Barack Obama antreten. Seine leichte Bekleidung ruft auch Moralapostel auf den Plan; ganz ähnlich wie in Düsseldorf. Dort befürchteten die Edelboutiquen Umsatzeinbußen: "Das ist nicht gerade Werbung für eine elegante Geschäftsstraße wie die Kö. Wir haben die Rathaus-Politiker gebeten, diesem Treiben Einhalt zu gebieten", sagte Claus Franzen, Sprecher der Interessengemeinschaft der Kö-Anlieger, vor wenigen Monaten zur "Bild"-Zeitung. Bereits im Dezember versuchte das Düsseldorfer Ordnungsamt mit einem Bußgeld von 100 Euro, gegen den Cowboy vorzugehen. Er solle künftig Strumpfhosen tragen, ordneten die Moralhüter an - bislang ohne Erfolg. (cw)



#1 Fred i.BKKAnonym
  • 28.09.2011, 12:11h
  • .....na das waere ja der Knaller ,wenn der Mann
    nackt da sitzen wuerde.....tut er aber nicht...
    was soll das ganze .....muessen die Fussballspieler jetzt auch Strumpfhosen tragen wegen der " Moral".
    Dem Rotzjungen sollte einer mal die Eier lang ziehen.....vielleicht setzen dann seine normalen Gehirnfunktionen wieder ein ?
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#2 promotionAnonym
  • 28.09.2011, 12:23h
  • "Er solle künftig Strumpfhosen tragen, ordneten die Moralhüter an."

    Die kluge Wahl: Netzstrumpfhosen.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.09.2011, 13:51h
  • Frage mich, was der Mann im Winter macht, denn eine so leichte Bekleidung wäre bei Minusgraden nicht empfehlenswert!
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#4 Sexismus=GewaltAnonym
  • 28.09.2011, 14:45h
  • "Er solle künftig Strumpfhosen tragen, ordneten die Moralhüter an"

    Soso. Aber das gesellschaftlich und marketingtechnisch so definierte und erklärte "schöne Geschlecht" darf und soll am besten auf allen Plätzen und Kanälen mit immer noch kürzeren Höschen und Röckchen ihre nackten Beine rausstrecken.

    Und bei diesem auch staatlich verordneten Sexismus wundert man sich dann, wenn inzwischen schon 16-jährige Jungs auf Männer losgehen, die es wagen, sich dieser (hetero!) sexistischen Ordnung nicht zu unterwerfen und mit ihrer Körperlichkeit selbstbestimmt umgehen.
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#5 NicoAnonym
  • 28.09.2011, 14:53h
  • Es muss endlich verpflichtend werden, an Schulen besser zum Thema Homosexualität aufzuklären und für mehr Toleranz zu sorgen.
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 28.09.2011, 15:32h
  • Antwort auf #5 von Nico
  • Richtig.

    Auch da kann es aber nicht um "das Thema Homosexualität" gehen, das man mal in zwei Stunden problematisiert oder an einem "Projekttag" abhandelt, um sich anschließend umso besser davon abgrenzen zu können.

    Sondern darum, dass die Vielfalt sexueller Identitäten IMMER UND ÜBERALL ganz selbstverständlich thematisiert und respektiert wird, wenn es um Sexualität, Zuneigung, Liebe, Partnerschaft etc. geht. Dass auch niemandem von klein auf unterstellt wird, er habe ausgerechnet heterosexuell zu sein!

    Das allein bringt aber wenig, wenn insbesondere die Massenmedien das genaue Gegenteil tun und schon Kindern immer aggressiver sexistische Bilder und Rollenzuweisungen eintrichtern. Dann bekommen sie diese Bilder und Vorstellungen von Sexualität und von "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" nie mehr wirklich aus ihren Köpfen.

    Besonders dringend sind daher strikte gesetzliche Regelungen gegen Sexismus in all seinen Erscheinungsformen, auch und ganz besonders in den von kommerziellen Interessen diktierten Medien. Sonst ist auch die viel beschworene Gleichberechtigung der Geschlechter nichts als leeres Gerede.

    Genauso wichtig ist es, dass wir als Schwule endlich eine viel stärkere Präsenz mit einem breiten Spektrum an Bildern und Identifikationsfiguren überall dort zeigen, wo männliche Jugendliche ansonsten nur mit heterosexistischen Darstellungen überschüttet werden.

    #7

    www.queer.de/detail.php?article_id=14947&antwort_zeigen=ja#c
    7
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#7 seb1983
  • 28.09.2011, 17:12h
  • Antwort auf #6 von eMANcipation*
  • Ist ein erster Ansatz, geht aber grade bei der Gewaltprävention bei Weitem nicht weit genug.

    Wenn ich sehe wie es heute auf meinem ehemaligen Schulhof zugeht, wie Jugendliche miteinander umgehen, wie vor kurzem in Berlin eigentlich gut situierte Jugendliche "aus Spaß" mal eben beinahe Menschen tot treten dann taucht da Gewalt gegen Schwule logischerweise immer mal auf, geht aber bei der ungeheuren Steigerung an Gewalttaten insgesamt fast unter, mit jedes Jahr neuen Rekorden an Körperverletzungen.
    Toleranz gegen Schwule ist eine feine Sache, aber Schulen müssten heute ganz von vorne anfangen und Toleranz gegen alle Mitmenschen vermitteln.

    Bei den Medien wirds schwierig, die sind nunmal als private Unternehmen weitgehend selbst für ihr Programm zuständig. Eine Entwicklung ist aber, dass Gewalt und Sex, die vor 20 oder 30 Jahren nie so genehmigt worden wären, heute im Nachmittagsprogramm laufen. Hier wäre es angebracht das Rad der Zeit auf ein vernünftiges Maß zurückzudrehen.

    Um aber mal etwas Öl ins Feuer zu gießen:
    Unsere migrationsbelasteten Freunde erreichst du mit all diesen Maßnahmen ohnehin nicht. Die haben sich in ihrem Machobild längst von allem abgekoppelt. Deutsches TV? Wird da eh nicht geguckt. Massenmedien und Konzerne? Die Tapes werden mit Lederjacke und Bulldogge selbst gedreht und verteilt.
    Unterricht über Homosexualität? Was stört die was die Schlam** da vorne labert alter?
    Das Problem: Genau die haben auf vielen Schulhöfen die Meinungsführung, sind Vorbilder.
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#8 finkAnonym
  • 28.09.2011, 17:21h
  • Antwort auf #6 von eMANcipation*
  • "Besonders dringend sind daher strikte gesetzliche Regelungen gegen Sexismus in all seinen Erscheinungsformen, auch und ganz besonders in den von kommerziellen Interessen diktierten Medien. Sonst ist auch die viel beschworene Gleichberechtigung der Geschlechter nichts als leeres Gerede."

    apropos: wir wissen leider immer noch nicht, welche _konkreten_ gesetzlichen regelungen dir da eigentlich vorschweben. erläuterst du es vielleicht bei dieser gelegenheit einmal?
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#9 eMANcipation*Anonym
  • 28.09.2011, 18:19h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Jetzt wollen wir aber, wenn es uns tatsächlich um eine ernsthafte Gewaltprävention geht, nicht auf Stammtisch-Niveau zurückfallen.

    Wer die Situation von jungen Schwulen und Lesben verbessern will, muss immer auch bei Diskriminierung und Gewalt gegen andere gesellschaftliche "Minderheiten" sehr genau hinsehen.

    Erst neulich wieder:

    "EU-Studie zu Gewaltbereitschaft

    Ausgrenzung macht Jugendliche aggressiv"

    www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,725755,00.html

    Manager-Magazin:

    UNO geißelt deutsche Sozialpolitik

    "Deutschland diskriminiert Migranten, tut zu wenig für die Bekämpfung der Armut, und der Arbeitsmarkt weist zu viele Ungerechtigkeiten auf.

    Migranten sähen sich nach wie vor großer Hindernisse beim Genuss ihrer Rechte auf Bildung und Beschäftigung gegenüber."

    www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,772635,00.
    html
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#10 answerAnonym