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David Norris ist seit 1987 irischer Senator - er kämpfte viele Jahre für die Aufhebung des Homoverbots in Irland. Die Kampagne führte 1993 zum Erfolg

Homo-Aktivist David Norris hat sich für die Präsidentenwahl in Irland qualifiziert - er gilt als einer der Favoriten und muss unter anderem gegen eine Eurovisions-Gewinnerin antreten.

Der parteilose Senator konnte sich am Dienstag die Unterstützung des Dubliner Stadtrates sichern und hat damit genug Stimmen, um nach irischem Recht bei der Präsidentenwahl anzutreten. Würde der 67-Jährige gewinnen, wäre er das erste offen schwule Staatsoberhaupt der Welt. Die Wahl wird am 27. Oktober stattfinden. Insgesamt haben sich sieben Kandidaten um das Amt beworben. Die derzeitige Präsidentin Mary McAleese darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Der Wahlkampf von Norris gleicht einer Achterbahnfahrt: Er hat seine Kandidatur Anfang August zurückgezogen, als publik wurde, dass er 1997 einen Ex-Freund unterstützt hatte, der in Israel beschuldigt wurde, mit einem 15-Jährigen geschlafen zu haben (queer.de berichtete). Norris wurde daraufhin von vielen Boulevardmedien angegriffen und erklärte, dass damit die Würde des Präsidentenamtes beschädigt würde. Gut einen Monat später stieg er "wegen öffentlicher Unterstützung" wieder in den Wahlkampf ein (queer.de berichtete).

Norris äußerte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber der "Irish Times" bereits staatstragend: "Wenn ich dieses Comeback schaffe, hoffe ich bei Gott, dass ich als Präsident auch diesem Land ein Comeback verschaffen kann, das es verdient." Das Präsidentenamt ist in Irland - wie in Deutschland - allerdings nur mit wenig politischer Macht verbunden.

Laut einer am Sonntag veröffentlichte Umfrage der "Sunday Business Post" führt Norris derzeit das Feld der Bewerber an: Für ihn würden 21 Prozent stimmen. Sein ärgster Konkurrent Michael Higgins von der sozialdemokratischen Labour Party würde 18 Prozent erreichen. Beim Buchmacher "PaddyPower" liegt Norris hinter Higgins auf Rang zwei.

Mit Dana Rosemary Scallon tritt auch eine ehemalige Grand-Prix-Gewinnerin bei der Präsidentenwahl an. Sie siegte 1970 als Dana mit dem Titel "All Kinds of Everything" beim Eurovision Song Contest in Amsterdam. Die Chancen der konservativen früheren Europaabgeordneten sind aber bescheiden: So sprachen sich bei der Umfrage gerade einmal sechs Prozent für die Ex-Sängerin aus.

David Norris ist seit 1987 Mitglied des Senats. Er gilt als erster offen Schwuler, der in Irland in ein politisches Amt gewählt wurde. Bereits 1983 hatte er mit seiner Klage gegen das irische Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex für Aufsehen gesorgt. Schließlich hob das tiefkatholische Land zehn Jahre später das Verbot auf. Inzwischen hat Irland sogar eingetragene Lebenspartnerschaften eingeführt. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.09.2011, 13:46h
  • Ich drücke David Norris die Daumen, daß er der nächste Präsident Irlands wird! Er hat es verdient!
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#2 herve64Profil
  • 28.09.2011, 14:35hMünchen
  • Nun ja, wenn ein Eurovisionsteilnehmer wirklich eine ernsthafte Gefahr darstellen würde, dann wäre es wohl eher Dustin the turkey anstelle von Dana Rosemary Scallon. ;-)

    Good luck 2U, Mr. Norris!
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#3 NicoAnonym
  • 28.09.2011, 14:59h
  • Schön, dass er doch noch kandidiert. Ich hoffe, dass er auch gewinnt.

    Das irische Präsidentenamt ist zwar nicht mit viel Macht verbunden, aber alleine schon die symbolische Wirkung, die vom ersten offen schwulen Staatsoberhaupt der Welt ausginge, würde so viel Gutes bewirken!
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