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Die künstliche Befruchtung ist in Deutschland nur verheirateten heterosexuellen Frauen gestattet (Bild: mahalie / flickr / by-sa 2.0)

Gegenwärtig haben Lesben keinen Zugang zu Samenbanken in Deutschland und müssen sich im Ausland befruchten lassen - das wollen die Grünen jetzt ändern.

Die Ökofraktion hat einen Antrag in den Bundestag eingebracht, mit dem verpartnerte Lesben mit verheirateten (heterosexuellen) Frauen gleichgestellt werden sollen. Derzeit verbietet eine Richtlinie der Bundesärztekammer, Lesben künstlich zu befruchten.

Nach dem Willen der Grünen sollen außerdem künftig beide verpartnerten Lesben als Elternteile der Kinder anerkannt werden. Bislang ist die "Co-Mutter" für Kinder eine Fremde - was zu Nachteilen für das Kind etwa beim Tod der staatlich anerkannten Mutter, einer Scheidung oder bei Unterhaltsansprüchen führt.

AGG enthält Benachteiligungsverbot

"Wir meinen: Dem Staat steht es nicht zu, darüber zu entscheiden, welche Frauen Familien gründen dürfen oder eben nicht", begründet der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck den Vorstoß seiner Partei. "Im Sinne der Gleichbehandlung aller Menschen muss der Zugang zur künstlichen Befruchtung allen Frauen offenstehen." Im Antrag wird auch auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verwiesen, das auch ein zivilrechtliches Benachteiligungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung beinhaltet: "Daher ist eine Diskriminierung von in einer Eingetragenen Partnerschaft lebenden Frauen, wie sie in der Musterrichtlinie der Bundesärztekammer zur Durchführung der assistierten Reproduktion enthalten ist, nicht zulässig", heißt es im Antrag.

Im Dezember 2010 hatte die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage jegliche Eingriffe in die Richtlinie der Bundesärztekammer abgelehnt. Das von der FDP kontrollierte Bundesgesundheitsministerium argumentierte, es sei "nicht Sache der Bundesregierung, den Inhalt der genannten (Muster-)Richtlinie rechtlich zu beurteilen". Weiter erklärte die Regierung, man sei verfassungsrechtlich nicht dazu verpflichtet, eine gesetzliche Gleichstellung von eingetragenen Partnerschaften und Eheleuten in der gesetzlichen Krankenversicherung herbeizuführen (queer.de berichtete).

Deutsche Lesben mit Kinderwunsch müssen gegenwärtig in liberalere Länder wie Großbritannien, Dänemark oder in die USA reisen, um eine künstliche Befruchtung durchführen zu lassen. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.09.2011, 13:49h
  • Das Recht wurde jahrzehntelang vorenthalten und muß endlich in Deutschland legalisiert werden!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 28.09.2011, 14:19h
  • Die Forderung der GRÜNEN ist vollkommen berechtigt und längst hätte auch diese selbstverständliche Forderung lesbischer Frauen erfüllt werden müssen.

    Die homosexuelle Paarbeziehung haben CDU und FDP im Unterschied beispielsweise zum Vatikan akzeptiert und haben diese Paarbindung mit rund 90 Prozent der Rechte der Ehe ausgestattet.

    Aber sobald sich das Thema um Kinder in homosexuellen Paarbeziehungen dreht, geht die CDU auf die Barrikaden und die FDP schafft es dort nicht sich durchzusetzen.

    GLeiches beobachtet man bei der Forderung im Adoptionsrecht und bei der Gleichstellung in der Einkommenssteuer; wobei gerade das Thema Gleichstellung in der Einkommenssteuer dann besonders schändlich für die CDU/CSU ausfällt, da Ehegattensplitting und Steuerklassenwahlrecht nicht an dem Vorhandensein von Kindern ausgerichtet sind und auch heterosexuelle Ehepaare ohne Kinder diese einkommenssteuerlichen Vorteile erhalten.

    Sollte Merkel 2013 kippen, dann dürfte die letzten Forderungen aus den Reihen der homosexuellen Menschen erfüllt werden:

    1. GLeichstellung in der EInkommenssteuer /Eheöffnung

    (Ehegattensplitting, Steuerklassenwahlrecht, Verdopplung von Sparerfreibeträgen, mittelbare Riesterförderung, usw.)
    --> läßt sich auch und einfacher über die Eheöffnung erreichen

    2. Gleichstellung im Adoptionsrecht (Adoptionsvermittlungsgesetz):gemeinschaftliche Adoption nichtleiblicher Kinder

    3. Recht auf künstliche Befruchtung für lesbische Frauen

    4. Ergänzung von Artikel 3 GG

    5. Modernes Transsexuellengesetz mit Einarbeitung der Urteile des BVerfG

    6. Homosexualität als Unterichtsstoff an Schulen (--> ist Aufgabe der Bundesländer)

    7. Recht auf Leihmutterschaft
    Das Thema ist zwar innerhalb der homosexuellen Aktivisten umstritten, aber ich beispielsweise befürworte Leihmutterschaften (für schwule Paare/Paare, die keine Kinder bekommen können)

    8. Verbesserung des GLeichbehandlungsgesetzes (Ende der Kirchenklausel für kirchliche Arbeitgeber;längere Klagefristen)

    Das sind so ungefähr die noch ausstehenden LGBT-Forderungen im Jahre 2011 in Deutschland.
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#3 Lapushka
  • 28.09.2011, 14:49h
  • Verbieten und auf der anderen Seite über Bevölkerungsschwund heulen. Lächerlich.

    Wenn die so viel Interesse am Überleben des deutschen Volkes haben, dann sollten sie jedem der sich für die Elternschaft entscheidet dankbar sein und nicht auch noch Steine in den Weg legen.
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#4 Geert
  • 28.09.2011, 14:51h
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • Leihmutterschaft für schwule Paare ist indiskutabel!

    Bei allen diesen Überlegungen hat EINE Frage immer Vorrang vor allen anderen:

    "Welche Folge hat das aus Sicht des Kindes?"

    Das Kind steht im MIttelpunkt, denn das Kind ist der schwächste Teil in diesem Zusammenhang!

    Es geht also NICHT um die Frage, ob ein schwules Freundespaar etwa "diskriminiert" wird, wenn es kein Kind haben kann.

    Das Wohl des KIndes muss absolut Vorrang haben.

    Dieses Kind, dass von "einer Leihmutter" ausgetragen wird, wird später, wenn es älter ist, nach seiner Mutter fragen.

    Es wird dann die Antwort bekommen: "Deine leibliche Mutter hat dich nur für Geld ausgetragen."

    Welche Folgen das für die Entwicklung eines Kindes haben kann, kann man sich ausdenken.

    Hoffentlich gelingt es der CDU und der FDP, zusammen mit einigen klar denkenden Abgeordeneten aus anderen Parteien wie etwa der Grünen, diesen Wahnwitz zu stoppen.
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#5 NicoAnonym
  • 28.09.2011, 14:55h
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • "Aber sobald sich das Thema um Kinder in homosexuellen Paarbeziehungen dreht, geht die CDU auf die Barrikaden und die FDP schafft es dort nicht sich durchzusetzen."

    Oder besser gesagt:
    die FDP versucht auch gar nicht erst sich durchzusetzen. Und gibt schon in vorauseilendem Gehorsam jede Forderung auf.
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#6 gvmucProfil
  • 28.09.2011, 15:00hMünchen
  • Jedes Kind hat das recht seine Herkunft zu kennen. Das ist bei Adoption nachträglich möglich. Auch bei künstlicher Befruchtung mit dem Samen eines bekannten Mannes sehe ich kein Problem. Bei einer Befrüchtung über die Samenbank und bei einer Leihmutter ist das nicht möglich und muss daher meiner Meinung nach abgelehnt werden.
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#7 Lapushka
  • 28.09.2011, 15:17h
  • Antwort auf #6 von gvmuc
  • Es gibt aber auch Samenbanken wo es möglich ist, mit 18 die Identität des Spenders zu erfahren und ihn zu kontaktieren.

    Wobei sich bei so einer Ansicht auch die Frage stellt, wieso es dann überhaupt Samenbanken gibt.

    Und bei Leihmutterschaft ist es meines Wissens nach so, dass die Leihmutter (wenn es um ein heterosexuelles Paar geht) nicht die "wirkliche" Mutter ist, sondern nur der...entschuldigt dass ich es so ausdrücke...."Brutkasten". Die Eizelle und die Samenzelle gehören den "echten" Eltern.

    Gut, bei zwei Männern sieht das natürlich anders aus.
    Dennoch kann man mMn keinen Unterschied in der Beurteilung machen zwischen Samenbank und Leihmutter.
    Nur letzteres ist halt aufwändiger. Vom Prinzip her ist es aber doch dasselbe.
    Also entweder beides komplett verbieten oder beides erlauben mMn.

    "
    Welche Folgen das für die Entwicklung eines Kindes haben kann, kann man sich ausdenken."

    Die Betonung liegt auf "Kann".
    Menschen sind alle unterschiedlich und wenn man dann erklärt dass man sich so doll ein Kind gewünscht hat, es aber nicht anders ging, weil zwei Papas das eben nicht können und man sich deshalb eine Mama geliehen hat, halte ich durchaus für im Bereich des möglichen, dass ein Kind das verarbeitet.

    Im Übrigen müsste die Argumentation bei lesbischen Paaren dann genauso sein, denn der Vater des Kindes hat die Erzeugung genauso für Geld gemacht wie eine Leihmutter.

    Im Übrigen müsste dann ja auch Adoption verboten sein, also generell, weil da wurde das Kind ja von beiden Eltern nicht gewollt und weggegeben.

    Bei einer Leihmutterschaft liegt das ganz anders denn es liegt ein sehr starker Kinderwunsch zu grunde.

    Natürlich kann man nicht einfach nur sagen "Wird schon passen", aber eine pauschale Ablehnung halte ich auch für unangemessen.
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#8 SebiAnonym
  • 28.09.2011, 15:35h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • "Es wird dann die Antwort bekommen: "Deine leibliche Mutter hat dich nur für Geld ausgetragen."
    "

    Dann musst Du aber auch Leihmütter für unfruchtbare Heteropaare verbieten...
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#9 InyahAnonym
  • 28.09.2011, 15:39h
  • Deswegen ist die Leihmutterschaft in Deutschland ja auch generell verboten. Im Gegensatz zur künstlichen Befruchtung, die für verheiratete und neuerdings auch nicht-verheiratete heterosexuelle Paare erlaubt ist.
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#10 Julek89
  • 28.09.2011, 16:04h
  • Antwort auf #4 von Geert
  • Was ist dann mit Kindern, die in Familien zur Welt kommen, in denen es Gewalt gibt? Diese an der Tagesordnung ist? Oder die von "Eltern" im "Suff" oder "Rausch" gezeugt worden sind und keine Lust auf ein Kind haben und es das Kind auch spüren lassen?

    Haben die eine schöne Kindheit?

    Nur für Geld ausgetragen? Ja, das stimmt einerseits, wenn man es gut mit dem Kind meint und es trotzdem offen sagen will, kann man auch so formulieren, dass das Kind einfach merkt, dass es dort wirklich gewollt ist / wurde. Eine Leihmutterschaft zu organisieren und naja Geld, Zeit, Stress...das stell ich mir alles nicht so einfach vor... auch für die werdenden Eltern. Wenn man das angemessen rüberbringt kommt beim Kind die Botschaft an, dass es auch wirklich GEWOLLT! ist!

    Also das Thema kann man so oder so beurteilen.
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