Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15082

Körper bildet HIV-Antikörper

Fortschritte bei Suche nach Impfstoff gegen HIV


In Deutschland gibt es Jahr für Jahr rund 3.000 HIV-Neudiagnosen (Bild: C. Goldsmith/CDC)

In ersten Tests zeigte ein von spanischen Forschern entwickelter Impfstoff gegen HIV eine 90-prozentige Schutzwirkung beim Menschen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler des Spanischen Zentrums für Biotechnologie die Abwandlung eines abgeschwächten Pockenvirus, in dessen Gensequenz vier HIV-Gene eingesetzt wurden. Bei Tests an Menschen wurden im ersten Jahr bei 90 Prozent eine starke Immunabwehr gegen HIV festgestellt. Im zweiten Jahr waren es immer noch 85 Prozent. Schon 2009 konnten thailändische Forscher mit einem ähnlichen Präparat Erfolge vermelden, damals allerdings mit einer Senkung des HIV-Ansteckungsrisikos von langfristig nur 30 Prozent.

Laut Studienleiter Mariano Esteban wird allerdings noch viel Zeit vergehen, bis ein derartiger Wirkstoff in Apotheken erhältlich ist: "Derzeit ist der Wirkstoff erst in den Phase-Eins-Tests. Mit einem marktreifen Produkt ist in den nächsten Jahren noch nicht zu rechnen, da zuerst die anderen Studienphasen Erfolg bringen müssen", erklärte Esteban. So beteiligten sich etwa nur wenige Freiwillige an der Studie, insgesamt 30 HIV-negative Menschen. 24 von ihnen erhielten den Wirkstoff injiziert, sechs ein Placeboprodukt. Nebenwirkungen blieben dabei aus. Einen ähnlichen Versuch startet Esteban gerade mit HIV-positiven Versuchspersonen, um auch einen möglichen therapeutischen Effekt zu überprüfen: "Bei Ratten wurde das HI-Virus durch die Impfung nicht am Eintritt gehindert, blieb aber kontrollierbar", erklärte der Forscher.

Impfstoff als Heiliger Gral

Esteban betont, dass eine Impfung in erster Linie für Risikogruppen gedacht wäre - etwa für Sexarbeiterinnen, schwule Männer, Kinder von HIV-Trägerinnen oder die Bevölkerung afrikanischer Länder südlich der Sahara. "Unsere Impfung zielt auf den Subtypus HIV-B ab, der in Europa und Nordamerika verbreitet ist. Der Wirkstoff muss für HIV-C in Afrika und Asien leicht abgeändert werden", so der Forscher. Langfristig könne dann HIV in seinen Auswirkungen mit Herpes verglichen werden, hofft Esteban.

Wissenschaftler in aller Welt warnen jedoch vor zu großen Erwartungen: "Ein HIV-Impfstoff ist seit langem der Heilige Gral für Forscher", erklärte Joseph Rahimian vom Langone Medical Center in New York. Es sei jedoch "aufregend", wenn sich die Ergebnisse der spanischen Wissenschaftler bestätigen würden. In Tests müsste nun vor allem festgestellt werden, wie lange der Impfstoff die Schutzwirkung aufrecht erhält.

Die Ergebnisse der Studie werden in den Fachzeitschriften "Vaccine" und "Journal of Virology" veröffentlicht. (pm/dk)



#1 FloAnonym
  • 30.09.2011, 12:42h
  • Das lässt zumindest vorsichtig hoffen. Obwohl natürlich bis zur Bestätigung und Freigabe noch mal Jahre vergehen können.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Timm JohannesAnonym
  • 30.09.2011, 13:01h
  • Also eine erfreuliche Meldung...

    -------------

    Insgesamt aber hat meines Erachtens gottseidank aufgrund der HAART-Therapie der Schrecken von AIDS in Industriestaaten massiv abgenommen. Heute im Jahre 2011 nehmen HIV-positive Menschen nur noch vier Tabletten am Tag ein und die Nebenwirkungen sind, wie mir hiv-positive Freunde berichteten, relativ gering ("eine Dialyse oder Chemotherapie ist viel, viel schlimmer"). In afrikanischen Drittweltstaaten sieht es natürlich aufgrund des oftmals fehlenden Zugangs zu den Medikamenten anders aus.

    Daher empfinde ich auch andere Krankheiten wie die vielen Krebsarten oder die Herz-Kreislauferkrankungen als viel dramatischer für unsere Gesellschaft.

    Daher die Wahrscheinlichkeit, das ein homosexueller Deutscher an Krebs oder an einem Herzinfarkt stirbt, ist viel viel höher mittlerweile als an AIDS.

    Insgesamt empfinde ich auch die medizinischen Fortschritte bei AIDS in den letzten zwei Jahrzehnten als wesentlich erfolgreicher als die medizinischen Fortschritte bei Krebs.

    Als Nichmediziner verstehe ich beispielsweise nicht, warum die medizinischen Erfolge und Fortschritte bei HIV in den letzten zwei Jahrzehnten wesentlich größer waren, als bei der Forschung gegen Krebs. In die Krebsforschung dürften doch Milliarden an Gelder fließen...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.09.2011, 13:15h
  • Bis der Impfstoff auf den Markt kommt, vergeht es leider wieder wertvolle Zeit. Vielleicht sollten die Forscher darüber nachdenken, wie sich das Ganze beschleunigen läßt, ohne daß es zur Nullnummer verkommt!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 30.09.2011, 17:55h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Seriöse Forschung braucht ihre Zeit. Das lässt sich leider nicht immer "beschleunigen". Und ich glaube wohl kaum, dass gerade bei dem Thema sich jemand absichtlich mehr Zeit nimmt als nötig.

    Diese Begründung hilft erst mal natürlich niemandem. Das ist mir auch klar. Aber es hilft auch niemandem, wenn man hetzt und irgendwann wird in der Praxis klar, dass das massive Nebenwirkungen hat.

    Klar, auch mir gehen die Fortschritte viel zu langsam. Und ich wünschte, das Geld, was in Kriege oder Manager-Boni fließt, würde in die medizinische Forschung fließen. Aber voreilig sollte man deswegen auch nicht werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 seb1983
  • 30.09.2011, 21:48h
  • Antwort auf #3 von FoXXXyness
  • Beschleunigen? Wohl kaum. Als Laie lässt sich schwer erahnen wie komplex solche Forschungen wohl sein müssen.
    HIV gibts erst seit 25 Jahren, dafür sind die Erfolge schon recht beachtlich. Es ist aber eine Illusion dass man für jeden Krankheit eine Heilung oder einen Impfstoff finden könnte.
    Anderes Beispiel: Krebs. Da wird seit bald 100 Jahren dran rumgeforscht, trotzdem ist es eine der Haupttodesursachen in Industrieländern.

    Nur diejenigen, die immer ihre Verschwörungstheorien gegen die ach so pöse pöse Pharmaindustrie spinnen können glücklicherweise mal wieder blöd gucken dass es doch voran geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 hurraAnonym
  • 30.09.2011, 22:48h
  • Gegen Staub wische ich Staub, mit einem feuchten Lappen und vielleicht einem Tropfen Spülmittel. Das hilft ganz wirksam und kostet kaum was. Staub kann recht schlimm sein. Für HIV keinen Mann und keinen Groschen!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 JanoschAnonym