Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15085

Konservative und Rechtspopulisten halten Einzelpersonen für bessere Eltern als Homo-Paare

Der schweizerische Nationalrat hat die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern mit Eheleuten beim Adoptionsrecht abgelehnt.

83 Abgeordnete stimmten am Freitag in Bern für die Gleichbehandlung, 97 dagegen. Acht Parlamentarier enthielten sich der Stimme. Insbesondere linke und liberale Parteien stimmten für das Adoptionsrecht für Homo-Paare, während Konservative und die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei (SVP) dagegen votierten. Die SVP besitzt gegenwärtig die größte Fraktion im Nationalrat. Fraktionschef Caspar Baader argumentierte im Vorfeld der Abstimmung, dass schwule und Lesben nie gute Eltern sein können: "Ein Kind muss den Einfluss einer Mutter und eines Vaters haben", so Baader nach Angaben des "Tagesanzeigers".

Die Abstimmung wurde erforderlich, weil der Verein "Familienchancen" eine Petition mit 20.000 Unterschriften eingereicht hatte. Die Aktivisten argumentieren, dass im Land tausende Kinder in Regenbogenfamilien wegen des Adoptionsverbots diskriminiert werden - "und zwar einzig aufgrund der sexuellen Orientierung ihrer Eltern". Das Verbot bedeute unter anderem, dass im Todesfall des leiblichen Elternteils das Kind nicht automatisch dem anderen Elternteil zugesprochen wird. Das Kind muss zudem massive finanzielle Einbußen verkraften, weil es gesetzlich nicht erbberechtigt ist.

In der Schweiz dürfen zwar Homo-Paare nicht adoptieren, Einzelpersonen ist die Adoption dagegen erlaubt. Auch die in Deutschland erlaubte Stiefkindadoption verstößt in der Schweiz gegen das Gesetz. Stiefkindadoption bedeutet, dass eine Person das leibliche Kind seines Partners adoptiert.

In Europa gibt es keinen Konsens über das Adoptionsrecht für schwul-lesbische Paare: Während Länder wie Großbritannien, Spanien oder Schweden Homo-Paare im Adoptionsrecht gleichgestellt haben, wird das Recht Schwulen und Lesben in Frankreich, Italien oder Polen verweigert. (dk)



#1 Lapushka
  • 30.09.2011, 15:47h
  • ""Ein Kind muss den Einfluss einer Mutter und eines Vaters haben", so Baader nach Angaben des "Tagesanzeigers"."

    Ergo: Alleinerziehenden müssen die Kinder entzogen und zur Adoption freigegeben werden?

    "In der Schweiz dürfen zwar Homo-Paare nicht adoptieren, Einzelpersonen ist die Adoption dagegen erlaubt. Auch die in Deutschland erlaubte Stiefkindadoption verstößt in der Schweiz gegen das Gesetz. Stiefkindadoption bedeutet, dass eine Person das leibliche Kind seines Partners adoptiert."

    Und das ist mal richtig krank.
    Damit macht man das Kind (zu seinem Wohl) zum Waisen, falls das leibliche Elternteil stirbt, es hat keine Absicherung.
    Einfach nur weil man die Beziehungsform der Eltern nicht mag.

    Und dann wird noch mit Kinderschutz argumentiert. Krank krank krank.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Geert
  • 30.09.2011, 16:02h
  • Antwort auf #1 von Lapushka
  • Bei der Beurteilung der Sache muss man vom Idealfall ausgehen:

    Da ist also ein kleines Kind, das das Schicksal hat, zur Adoption freigegeben zu sein.

    Um dieses Kind bewerben sich:

    - eine heterosexuelles Paar (Mann und Frau)

    - ein schwules Paar (Mann und Mann)

    - eine Einzelperson, das dieses Kind allein erziehen möchte

    Alle drei Parteien leben in geordneten Verhältnissen, haben keine finanziellen Probleme und sind offensichtlich körperlich und psychisch gesund.

    Wer sollte jetzt dieses Kind bekommen?

    Mein Vorschlag: das heterosexuelle Ehepaar!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Lapushka
  • 30.09.2011, 16:17h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • "Mein Vorschlag: das heterosexuelle Ehepaar!"

    Das muss man dann aber auch begründen können. Und zwar ohne rosamunde-pilcher-religiös-ideologisch-romantische Verklärung.

    Der Witz ist ausserdem doch, es wird in dem Fall immer behauptet, es gäbe mehr adoptionswillige Paare als adoptierbare Kinder.
    Und das stimmt im Grunde nicht.

    Ich habe keine Ahnung wie das bei Adoptionen verwaltungstechnisch, juristisch usw. geregelt ist, aber es gibt definitiv mehr Kinder die kein Zuhause haben als Menschen die adoptieren wollen, viele von denen landen sogar auf der Strasse oder kommen überhaupt nicht erst davon weg.
    Nur die meisten werden - warum auch immer - überhaupt nicht zur Adoption freigegeben, weil der Papierkram zu kompliziert ist oder der Austausch der einzelnen Länder nicht gut genug funktioniert oder was weiss ich.
    Ich habe mich mit dem Thema nicht ausreichend auseinandergesetzt, deshalb weiss ich nicht warum das so ist, aber würden alle elternlosen Kinder zur Adoption freigegeben werden, würde sich die Frage nach Hetero oder Homo Eltern gar nicht stellen, weil man alle Eltern bräuchte die man kriegen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 finkAnonym
  • 30.09.2011, 16:22h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • aber nicht, wenn der heterosexuelle papa dick ist oder die heterosexuelle mutter hässlich. da würde das kind ja sicher gehänselt und schreckliche schäden davontragen. ich würde auch unbedingt noch gentests bei allen verwandten der adoptionseltern machen - wo kämen wir hin, wenn einer von ihnen irgendwann doch eine krankheit oder gar behinderung bekäme? apropos: behinderte adoptionseltern scheiden natürlich auch aus sowie ausländer und mitglieder in komischen religionen. wenn papa spd wählt und mama grün - auch durchgefallen, die streiten sich ja dann dauernd.

    nein, mindestens 100%ig perfekt müssen die eltern schon sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Geert
#6 daVinci6667
  • 30.09.2011, 17:04h

  • Ich bin echt traurig. Es war knapp, aber bei der jetzigen Zusammensetzung des Nationalrats leider zu erwarten.

    Schade, hat diese Abstimmung noch so kurz vor den Wahlen stattgefunden, werden SVP, FDP und CVP doch Verluste vorausgesagt, Grünliberale, SPS und Grüne dürften hinzugewinnen.

    Bleiben noch die hängigen Motionen zur Aufhebung des Verbots der Adoption und der Stiefkindadoption die in der Winter- oder Frühjahrssession an der Tagesordnung stehen. Aber wie auch immer es in den Räten ausgeht, am Schluss wird das Volk wohl abstimmen, da von kirchlichen Gruppen bei GLBT-Anliegen sowieso immer das Referendum ergriffen wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MarekAnonym
  • 30.09.2011, 17:51h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • Glücklicherweise machen es sich die Adoptionsbehörden nicht so einfach.

    Da wird nach der BESTEN Familie für den individuellen Fall gesucht. Und da fließen ganz viele Faktoren mit ein.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 finkAnonym
#9 JoonasAnonym
  • 30.09.2011, 18:15h
  • Wieder mal hat populistische Ideologie über wissenschaftliche Fakten gesiegt.

    Das Schlimme daran ist, dass man mit dieser Entscheidung gerade den Kindern schadet:

    1. Sollen Kinder lieber im Heim oder auf der Straße leben, statt in einer gleichgeschlechtlichen Familie?

    2. Gerade den Kindern, die bereits in einer gleichgeschlechtlichen Familie leben (z.B. aus früheren Beziehungen, o.ä.) nimmt man die Rechtssicherheit, z.B. beim Tode eines Elternteils, etc.

    Die Schweizer sollten lieber mal z.B. in die Niederlande gucken. Dann sähen sie, wie gut das funktioniert und wie positiv das für die Kinder und die ganze Gesellschaft ist!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.09.2011, 18:52h
  • ich hätte die Schweiz (kommt nach unserem Land als Lieblingsland bei mir auf Platz zwei) ja für sehr viel fortschrittlicher gehalten, aber leider haben sich die SVP-Schranzen als "fiese Möpp" das Ganze gegen die Wand fahren lassen! Hätte es über das Adoptionsrecht für LGBT-Paare vernünftigerweise eine Volksabstimmung gegeben, dann wäre dieser Plan aufgegangen!
  • Antworten » | Direktlink »