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Obama beim HRC-Galadinner. Ihm folgte Cindy Lauper

Bei einem Gala-Dinner der LGBT-Lobbyorganisation Human Rights Campaign hat der amerikanische Präsident Barack Obama sein Eintreten für Homo-Rechte bekräftigt. Vor 3.000 Gästen im Washington Convention Center kritisierte er am Samstag zudem die Republikaner und hielt eine eigene Art "It gets better"-Rede.

Er habe in der letzten Woche "produktive Gespräche mit eurem Anführer, Lady Gaga, geführt", scherzte der Präsident zur Begrüßung. Nach dem Selbstmord eines 14-jährigen Schwulen hatte die Pop-Diva Obama gebeten, härter gegen Mobbing vorzugehen (queer.de berichtete). "Gemeinsam müssen wir weiter die Botschaft verbreiten an jede junge Person in diesem Land, die sich allein oder ängstlich fühlt, weil sie schwul oder transgender ist, die gehänselt oder herumgestoßen wird. Wir müssen sicherstellen, dass sie wissen, dass es Erwachsene gibt, mit denen sie sprechen können. Dass sie nie allein sind, dass da eine ganze Welt voller Möglichkeiten auf sie wartet."

Bullying sei falsch, zerstörend, nie zu akzeptieren, so der Präsident, der betonte, wie wichtig es ist, sich um LGBT-Jugendliche zu kümmern: "Ich möchte, dass all diese Kids wissen, dass der Präsident und die First Lady bei jedem Schritt auf ihrer Seite stehen. Ich möchte, dass sie wissen, dass wir sie lieben und ihre Sorgen wichtig nehmen, dass sie nicht allein sind. Das ist es, was ich sie wissen lassen möchte."

Viele Fortschritte für LGBTs

Was die Homo-Politik betrifft, könne man Stolz sein auf die Fortschritte der letzten Jahre, sagte Obama, der zum zweiten Mal als Präsident das HRC-Dinner besuchte. Die Einreise HIV-Positiver ist nicht mehr verboten, die Partner von Schwulen und Lesben haben Besuchsrecht in Krankenhäusern, ein Gesetz zu Hass-Verbrechen ist erlassen worden. "Denn es sollte nie gefährlich sein (...) schwul zu sein in Amerika", so der Präsident unter großen Beifall Es dürfe nicht sein, dass man ängstlich über die eigene Schulter schauen müsse.

Ein weiterer Fortschritt: Nach langem Hin und Her und auch einiger Kritik am Weißen Haus wurde der Bann von offen schwulen und lesbischen Soldaten im Militär aufgehoben. Auch ein Bundesgesetz, dass die Ehe als Mann und Frau definiert, werde fallen und von der Regierung nicht mehr vor Gerichten verteidigt. Eine ausdrückliche Unterstützung des Präsidenten für eine vollständige Gleichstellung von Homo- zu Heteropaaren fehlte allerdings in der Rede.

Die Bewegung habe Recht, wenn sie die Langsamkeit der Fortschritte kritisiere. Aber die Aktivisten sollten sich ermutigt fühlen, er würde an ihrer Seite kämpfen, versprach der Präsident. "Und dass nicht nur in der Rolle des Kämpfers für Gleichheit. Ihr seit auch Väter und Mütter, die besorgt sind über die Schulen, auf die eure Kinder gehen. Ihr seit Studenten, die sich fragen, wie sie sich das Studium finanzieren." Auch LGBTs sorgten sich um die Wirtschaft und um die Zukunft ihrer Jobs.

Gegen den Kleingeist

Im weiteren Kampf für die allgemeine Zukunft bat Obama ebenso um Unterstützung wie bei weiteren Fortschritten in Bürgerrechtsfragen, etwa zur Einführung eines umfassenden Antidiskriminierungsgesetzes. Es gebe genügend Politiker, die nicht nur weiteren Fortschritt blockierten sondern das Rad zurückdrehen wollten.

Er glaube an das große, tolerante Amerika, nicht an das kleine, kleingeistige. Als Beispiel für eine solche Kleingeistigkeit nannte Obama das Ausbuhen eines schwulen Soldaten in einer Debatte republikanischer Präsidentschaftkandidaten (queer.de berichtete) - einer der bisher schärfsten Angriffe des Präsidenten gegen die politischen Gegner im beginnenden Wahlkampf.

Er sei voller Hoffnung über zu erzielende Fortschritte, "eine Transformation, die nicht nur in unseren Gesetzen steht, sondern im Gewebe unserer Gesellschaft verflochten ist", eine, die nicht von Washington ausgehe, sondern von Bürgern. Das passiere etwa, "wenn ein Vater erkennt, dass er nicht nur seine Tochter liebt, sondern auch dessen Frau. Es passiert, wenn ein Soldat seiner Einheit von seinem Schwulsein berichtet, und die ihm sagt, dass sie es schon lange wusste und es sie nicht kümmert".

Und es passiere, wenn ein Video eine Bewegung auslöst, die jedem Jugendlichen zeigt, dass er nicht alleine ist und die Zukunft besser wird. Das sei nicht nur die Story der Gay-Rights-Bewegung, sondern die Story von Amerika: "Der langsame, unerbitterliche Kampf für eine perfektere Gemeinschaft."

Youtube | Die Rede in voller Länge


#1 SchokiAnonym
  • 02.10.2011, 16:03h

  • Schade, dass es sowas in Deutschland nicht gibt! Ich freue mich schon, wenn das schwarz-gelbe Elend endlich vorbei ist!
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 02.10.2011, 16:16h
  • Antwort auf #1 von Schoki
  • Wohl wahr.

    Zumal Obama in den hochreligiösen und strukturkonservativen bis ultrareaktionären USA mit solchen Auftritten ein viel höheres Risiko eingeht Wähler zu vergraulen, als es jede Kanzlerin oder jeder Kanzler hierzulande hätte.
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#3 MarekAnonym
#4 SchokiAnonym
  • 03.10.2011, 09:04h

  • Kommentar zu #3: Ich glaube eher, dass er das will, aber weiß, dass so ein Gesetzesentwurf eh nicht durchkommen wird. Ich bin davon überzeugt, dass er, wenn er eine weitere Amtsperiode gewählt wird, und der Senat mehr Vernünftige hat, er diesen Gesetzesentwurf auch noch durchbringen wird.
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#5 MarekAnonym
#6 Neuer MitteAnonym
#8 FelixAnonym
  • 03.10.2011, 15:26h
  • Na klar, äußert er sich vor Schwulen und Lesben voller Lob über Homorechte. Aber jenseits schöner Reden zählt vor allem das Handeln.

    Natürlich ist er viel besser als seine republikanischen Widersacher. Aber perfekt ist auch er lange noch nicht. Das gilt nicht nur bei Homorechten, sondern auch in vielen anderen Ressorts.
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.10.2011, 15:48h
  • Deshalb muß Obama wiedergewählt werden, denn bei den Republikanern und ihren Plattitüden sowie ihrem Dilettantismaus ist Hopfen und Malz verloren
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#10 goddamn. liberalAnonym
  • 03.10.2011, 18:23h
  • Antwort auf #6 von Neuer Mitte
  • Bin ich Obamas Pressesprecher?

    Soweit ich mich erinnern kann, habe ich nach seiner Wahl hier vor allzu großer Euphorie gewarnt und darauf hingewiesen, dass ein amerikanischer Präsident gegenüber dem militärisch-industriellen Komplex und einer reaktionären Meinungsindustrie nur einen sehr begrenzten Handlungsspielraum hat. Angesichts der Tatsache, dass er es mittlerweile mit einem militant reaktionären Parlament zu tun hat, nutzt er diesen Spielraum - auch im Vergleich zu Clinton - durchaus. Dass das billige Populismen, taktische Spielchen und falsche Behauptungen nicht ausschließt, ist allerdings klar.
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