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Schwul-lesbischer Flash Mob am Samstag in der Belgrader Innenstadt: Nach einigen Minuten war der Protest vorbei (Bild: Billy Urich)

Trotz des CSD-Verbots in der serbischen Hauptstadt Belgrad sind am Wochenende einige LGBT-Aktivisten auf die Straße gegangen.

Anstelle der für Sonntag geplanten Parada Ponosa versammelten sich bereits am Samstag mehrere Dutzend Lesben, Schwule und Trans*Personen zu einem Flash Mob in den Innenstadt. Da die Polizei von der Aktion nichts mitbekommen hatte, konnten die Aktivisten für mehrere Minuten mit Transparenten und Regenbogenfahnen eine Hauptverkehrsstraße blockieren und den Asphalt bunt anmalen. Presseberichten zufolge wurde der Protest allerdings vom Hupen wütender Autofahrer begleitet. "Weg mit euch, ihr Homos", sollen aufgebrachte Passanten gerufen haben.

Ebenfalls am Samstag hatten die CSD-Organisatoren zu einer internationalen Pressekonferenz geladen, um noch einmal ihr Unverständnis über das Vorgehen der serbischen Regierung zu äußern. Das Verbot der schwul-lesbischen Demonstration bezeichneten sie als "Kapitulation des Staates vor Faschisten". Die Pressekonferenz wurde von einem großen Polizeiaufgebot geschützt.

Sechs mutmaßliche Homo-Gegner mit Baseballschlägern festgenommen


Ein großes Polizeiaufgebot schützt die Pressekonferenz der CSD-Organisatoren. Zu Zwischenfällen kam es nicht (Bild: Billy Urich)

Auch am Sonntag waren Sicherheitskräfte in ganz Belgrad positioniert, um Ausschreitungen von militanten Homo-Gegnern zu verhindern. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es jedoch nicht. Sechs mutmaßliche Extremisten wurden von der Polizei festgenommen. Bei ihnen waren Skimasken und Baseballschläger gefunden worden.

Der für Sonntag geplante CSD in Belgrad war trotz internationaler Proteste verboten worden, weil Homo-Gegner mit Gewalt, Bomben und Brandstiftungen gedroht hatten (queer.de berichtete). Nur mit einem Verbot der Parada Ponosa könne die Polizei Chaos, Blutvergießen und möglicherweise sogar Tote verhinden, hatte Serbiens Innenminister Ivica Dacic argumentiert.

Im vergangenen Jahr kam es beim CSD in der serbischen Hauptstadt zu heftigen Ausschreitungen, als Gegendemonstranten Steine und Brandbomben warfen. Neben Sachschäden in Millionenhöhe wurden damals auch mehr als 100 Menschen verletzt, die meisten davon Polizisten (queer.de berichtete). (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.10.2011, 16:09h
  • Chapeau an die serbisched LGBT-Community, denn selbst der rechtsextreme Abschaum konnte sie an dieser Veranstaltung nicht vertreiben!
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#2 alexander
  • 03.10.2011, 19:47h
  • ich kann kaum sagen, wie entsetzt und entgeistert ich bin. ich beziehe mich hier jetzt auf den blog "schwule in mixern"!
    es ist so grauenhaft, wenn man sich durch den kopf gehen lässt, welche "geistige deformation" (natürlich durch die kirche,christlich gefördert !), hier stattgefunden hat ?
    ich, der ich immer schwierigkeiten hatte, mich mit dem chaos auf dem balkan (nach tito), abzufinden, weil mir nach 50 jahren "jugoslawien" völlig unverständlich war, dass die weltkrieg I. ressentiments, derartig gewaltätig und brutal, wieder aufleben könnten ? damals war schon die rede von den völlig verrohten und barbarischen serben die rede, die alles abschlachten und massakrieren, was ihnen auch nur ansatzweise verdächtig vorkam !
    man kann sich diesem vorurteil kaum noch entziehen !
    pervers der satz, überall hängen "flachbildschirme" in öffentlichen lokalitäten ?
    heisst für mich, die informationen über den rest der welt, sind auch hier zugänglich !

    für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass diese menschen nicht gelernt haben "umzudenken" ?

    mir fehlen die worte ! ich kann auch die csd-teilnehmer nur schwer begreifen, denn sie begeben sich ein stück weit in lebensgefahr ! steht das noch im verhältnis ?

    wiederum frage ich mich, warum die EU nicht längst mehr druck ausgeübt hat, denn diese hasskampagnen sind ja nicht neu ! man kennt die gewaltbereitschaft der rechten und deren machtverhältnisse, also geht es nur noch mit massivem druck und einschränkungen, bis selbst die "gemässigte" bevölkerung merkt, dass es den nachbarländern wirtschaftlich wesentlich besser geht, auf grund ihrer sozialisation und die radikalen rechten, eben nicht das nationalgefühl untermauern, sondern eher schädigen !

    aber man sieht ja auch an finnland und dänemark, schweden nicht zu vergessen, die rechten sind doch sehr gern gesehen, wenn es um das "völkische" geht ! (Ist natürlich kein vergleich dazu, aber es zeigt den schnellen umschwung in der "denke" auf !)
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#3 MarekAnonym
  • 03.10.2011, 21:53h
  • Schön, dass sich wenigstens einige Leute ihre Grundrechte nicht nehmen lassen. Dennoch hat dieser Staat, der Grundrechte so verbietet und die Leute in die Illegalität zwingt, natürlich in der EU nichts zu suchen!
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#4 destruktiv?Anonym
  • 03.10.2011, 22:26h
  • Zum ersten Mal seit dem Sturz des Regimes von Slobodan Milosevic wächst die Zahl der Gegner der Europäischen Union wieder. Laut einer Umfrage sind nur noch 46 Prozent der Serben für die EU-Integration.

    diepresse.com/home/politik/eu/697695/Serbien_EUSkepsis-steig
    t-wieder


    ....sozial destruktiven Verhaltensweisen......

    Griechenland steuert auf einen Lebensstandard wie andere Balkanstaaten zu, Bulgarien etwa oder Serbien. Das wäre nicht das Ende Europas - aber wie werden die Griechen darauf reagieren?

    Zu Revolutionen und sozialen Umwälzungen kommt es nicht dann, wenn Menschen am Existenzminimum leben, sondern wenn sie weniger erhalten als sie erwarten. Das kommt bei einem krassen Abbau von Besitzständen vor oder wenn Erwartungen schneller wachsen als die zu verteilenden Güter. In Griechenland werden wir es mit dem erstgenannten Fall zu tun bekommen. Die Situation ist politisch explosiv. Da jedoch Revolutionen im klassischen Stil in Europa nicht mehr möglich sind und da es auch kein kollektives revolutionäres Subjekt gibt, ist damit zu rechnen, dass sich das dumpfe Unbehagen der großen Mehrheit in einer Reihe von gesetzeswidrigen, sozial destruktiven Verhaltensweisen entladen wird.

    www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/michael
    -kelpanides-im-interview-griechenland-sollte-austreten-11447
    768.html
  • Antworten » | Direktlink »
#5 EU ohne Serbien!Anonym
  • 03.10.2011, 23:10h
  • Antwort auf #4 von destruktiv?
  • "(...) wächst die Zahl der Gegner der Europäischen Union wieder. Laut einer Umfrage sind nur noch 46 Prozent der Serben für die EU-Integration."

    Von mir aus können sie gerne draußen bleiben und sich selbst in den Untergang hassen.
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#6 JoonasAnonym
  • 04.10.2011, 09:56h
  • Antwort auf #5 von EU ohne Serbien!
  • Ich fürchte allerdings, dass die EU fleißig weiterverhandeln wird und Serbien dann auch aufnimmt. Das alles nur, um Zollfreiheit für noch ungebremstere Absatzmärkte und noch globalisiertere Wirtschaft zu haben.

    Und wenn dann wieder mal in einem EU-Mitglied Menschenrechte mit Füßen getreten werden, tut die EU wieder ganz verwundert, als sei das alles gar nicht abschätzbar gewesen.

    Nur: wer soll darauf noch reinfallen? Spätestens nach Polen & Co zielt diese Taktik nicht mehr.

    Langsam wird der Einfluss der Homohasser in der EU wirklich bedenklich groß. Und wenn solche Staaten wie Serbien aufgenommen würden, wäre er endgültig zu groß.

    Wenn sich Serbien irgendwann mal ändert und im 21. Jahrhundert ankommt, kann man ja gerne noch mal darüber reden. Aber keinen Tag vorher!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 elternteil 0/0Anonym
  • 04.10.2011, 13:09h
  • Antwort auf #6 von Joonas
  • "Ich fürchte allerdings, dass die EU fleißig weiterverhandeln wird und Serbien dann auch aufnimmt. Das alles nur, um Zollfreiheit für noch ungebremstere Absatzmärkte und noch globalisiertere Wirtschaft zu haben." (Joonas)

    Innerhalb der deutschen Wirtschaftsverbände tobte ein Richtungskampf, bei dem sich etwa weite Teile des sogenannten Mittelstandes und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gegen eine Weiterführung der europäischen Integration aussprachen, während die Außenhandelsverbände sogar die Einführung von Eurobonds favorisierten.

    Am Vorabend der Abstimmung zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF versuchte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, ein Machtwort zu sprechen:
    "Die Rückkehr zur D-Mark wäre politisch, sozial und wirtschaftlich ein Riesenunglück", denn "die Wechselkursrisiken wären für unsere exportorientierten Unternehmen gewaltig" - schließlich sei bei einer Wiedereinführung der D-Mark mit einer massiven Währungsaufwertung und einem Einbruch der Exporte zu rechnen.

    Tatsächlich hat Deutschlands Exportindustrie - dank des Lohnkahlschlags der letzten Jahre - massiv vom Euro profitiert und seit dessen Einführung ein gigantisches Leistungsbilanzplus von inzwischen knapp 750 Milliarden Euro gegenüber den übrigen Ländern der Eurozone angehäuft.

    Nach der Zustimmung des Bundestages zur Ausweitung des Euro-Rettungsschirms verlangen deutsche Wirtschaftsfunktionäre und die Kanzlerin den Verzicht der verschuldeten Staaten Südeuropas auf zentrale Souveränitätsrechte.

    Künftig müsse die "nationale Souveränität zugunsten gemeinsamen Handelns übertragen" werden, fordert der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt.

    Angela Merkel verlangt "Durchgriffsrechte", mit denen die Haushalte der betroffenen Länder "für null und nichtig" erklärt werden können.

    Werden die Forderungen umgesetzt, dann entfällt für die Bürger der betroffenen Länder selbst die formelle Möglichkeit, Einfluss auf die Haushaltsgestaltung und damit auf den Kernbereich staatlichen Handelns zu nehmen.

    Die angedachten Kapital- und Gewinnverteilungsdiktate, die deutsche Eliten ihre Lobbyisten in der politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit vortragen lassen, stoßen mittlerweile nicht nur in Frankreich, sondern auch in den USA auf scharfe Kritik.

    Die Finanz- und Wirtschaftseliten dieser Länder lassen ihre Wissenschaftler die Gefahr einer abermaligen globalen Finanzkrise verkünden.
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#8 sahrawagenknechtAnonym
#9 konstruktivAnonym
#10 problemAnonym