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Zeitschriftensterben

Bei ADAM geht das Licht aus


Kerle in Leder oder auch in Badehosen müssen jetzt ohne ADAM auskommen (Bild: Foerster Media)

Ein schwuler Traditionstitel verschwindet vom Zeitschriftenmarkt: Die Sommer-Ausgabe von "ADAM" war die letzte. "DU & ICH" hofft nun auf neue Leser...

Von Christian Scheuß

"Wir hatten in diesem Jahr innerhalb weniger Monate einen Rückgang der Verkaufszahlen um 50 Prozent. Da mussten wir den Saftladen zu machen!" - "ADAM"-Herausgeber Kurt Foerster findet markige Worte für das plötzliche Ende eines traditionsreichen schwulen Zeitschriftentitels. Die Nummer 266 für Juli / August war die letzte Ausgabe. Der langjährige Chefredakteur Wolfgang Fey wird zwar noch ein paar Monate am Frankfurter Sitz von Foerster Medien zu tun haben, aber für den Titel "ADAM" musste er bereits das Licht löschen.

Zumindest das Logo wird es noch ein Weilchen geben. Auf der Ausgabe Oktober / November der im Berliner Jackwerth-Verlag erscheinenden "Du & Ich" taucht es wieder auf. "Reiner Jackwerth hat mich gefragt, ob er den Namen auf sein Heft packen darf", erklärt Verleger-Kollege Kurt Foerster. "Er erhofft sich davon wohl ein paar neue Leser". Einen Verkauf von Titelrechten habe es aber nicht gegeben. "Ich habe nicht vor, 'ADAM' noch einmal wiederzubeleben", stellt Foerster klar. Der Seitenumfang der "Du & Ich" wurde extra um 30 Seiten erhöht. Nach Angaben von Chefredakteur Andreas Hergeth soll das zumindest noch bis Ende 2011 so gelten. Ob der größere Heftumfang gehalten werden kann, wird sich dann wohl anhand der Verkaufszahlen entscheiden.

Schwule Print-Magazine ein Zuschussgeschäft für die Verleger?


Der Traditionstitel DU & Ich kämpft mit harten Bandagen um neue Leser (Bild: Jackwerth Medien)

Über die Gründe der gesunkenen Verkaufszahlen kann Foerster nur spekulieren. "Vielleicht waren wir zu schlecht." Mit dem Tod des Journalisten Hermann J. Huber vor zwei Jahren hat das Heft einen wichtigen Autoren verloren, der sich in der Welt des Glamours, der Stars und Sternchen bestens auskannte. "Wir haben niemanden gefunden, der diese Lücke schließen konnte", sagt Foerster.

Vielleicht lag es aber auch mit an den Vertriebsstellen. Gerade im Bahnhofsbuchhandel, einem der wichtigsten Verlaufsplätze für Titel wie "ADAM", herrscht ein großer Verdrängungswettbewerb. Zeitschriften, die nicht auffällig platziert sind, verkaufen sich schlechter. Auch wenn die verbliebenen Leser das Aus bedauern, am Ende war es eine rein kaufmännische Entscheidung: "Das Heft hat so viel Arbeit gemacht, und dann rechnet es sich nicht. Ich kann ja nicht jeden Monat tausende von Euro drauflegen."

Das Magazin "Du & Ich" war Ende 1969 die erste Neugründung eines schwulen Titels nach der Entschärfung des Sexual-Strafrechts-Paragraphen 175. "ADAM" folgte 1976 und hatte wechselnde Verleger. 1983 übernahm Foerster Medien den Titel und führte ihn bis zum Sommer 2011.



#1 etz_BAnonym
  • 04.10.2011, 17:24h
  • Tja! ADAM, DON, ADONIS, him applaus Bilderblätter, zum Teil schon vor langer Zeit verblichen. Der Torso, der ein Torso blieb, magnus, das nicht groß wurde, hauptstadt und berliner schwulenzeitung – Kurzzeit-Fliegen am Homo-Presse-Himmel. Gay Express und die Nachfolger – ja, und dann noch dieses klebrige Heidelberger Monster gay journal.

    Der Markt ist kannibalisiert und verschlingt Titel um Titel. Schade.
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#2 anti-auslöschungAnonym
#3 keine huscheAnonym
  • 04.10.2011, 19:01h
  • Wenn die Du und Ich auf neue Leser hofft, sollte als erstes der Preis runter! Zweitens sollte sich das Magazin eher den Alltagssorgen der Schwulen widmen, anstatt immer mit Sachen aufzuwarten, die jenseits des Durchschnittseinkommens liegen, denn nicht alle schwulen sind hochbezahlte Sparkassenhuschen!
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#4 MarcAnonym
  • 04.10.2011, 20:43h
  • Schade!

    Das ist leider eine der negativen Auswirkungen des Internet. Da gehen auch lange Traditionen, ein Stück Kultur und ein Teil schwuler Geschichte verloren.
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#5 seb1983
  • 04.10.2011, 21:10h
  • Antwort auf #4 von Marc
  • Viele Verlage sind momentan unter Druck durch das Internet.

    Ein Problem grade bei schwulen Zeitschriften sehe ich aber in einer veränderten Leserschaft. Die Zeitschriften dagegen haben sich seit 40 Jahren nicht groß verändert.
    Nachtbilder und Kontaktanzeigen gibts woanders einfacher. Mag sein dass noch ein paar nette Artikel dabei waren, wenn ich aber lese dass ein "Glamour und Lifestyle-Experte" gefehlt hat kommt das große Gähnen, das können Bunte und Gala beim Friseur besser.

    Gerade junge Schwule sind eben nicht mehr bereit mise Qualität zu hohen Preisen zu akzeptieren, nur weil irgendwo was von gay steht...
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#6 der *wählscheibeAnonym
#7 macAnonym
  • 04.10.2011, 22:45h

  • Qualität sinkt - Preis steigt. Mode- und Werbeheftchen gibt es zuhauf. Vielleicht überlegt man mal, ein gescheites Konzept zu einem Preis unter 5 € zu schaffen ...
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#8 TommAnonym
  • 05.10.2011, 08:22h
  • Ich glaube das die Print-Medien auf Dauer keine "Überlebenschance haben werden, und nach und nach ALLE vom Internet geschluckt werden !!

    Ich habe selber über Jahre und regelmässig das "M" (Männer-Magazin) aus dem Bruno Gmünder Verlag gelesen !! Ich habs "abbestellt" weil das Magazin immer mehr zur MEN´S HEALTH für Schwule "verkommen" ist ... :-(

    Natürlich spielt auch der Preis eine entscheidende Rolle !! Kleine Auflagen bedeuten automatisch auch einen höheren Verkaufspreis !! Aber wenn der Inhalt nicht mehr "gefällt" ... O(o_-)O
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.10.2011, 14:29h
  • Die ADAM hatte es in den letzten Jahren sowieso nicht leicht, denn mit der "Du und Ich" sowie der "Männer Aktuell" waren schon zwei auflagenstarke Magazine im Handel, die um die Leserschaft in der LGBT-Community gebuhlt haben. Klar, daß da dann so manche etablierte Zeitschrift damit leider auf der Strecke bleibt.
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#10 maaartinAnonym
  • 05.10.2011, 15:52h
  • hab mir das letzte mal vor ungefähr 15 jahren so ein heft gekauft. wieso sollte man sich das heutzutage noch zulegen? homonachrichten, lifestylebeautietrallala, reisetipps und den ganzen tineff gibts mittlerweile online oder in verschiedensten umsonst heften, die in den (noch verbliebenen) szeneläden ausliegen. nackte männer gibts online ein vielfaches. und seit den blauen seiten sind kontaktanzeigen auch anachronistisch.

    wenn du&ich es schafft inhalte zu liefern, die man nicht sowie überall kostenlos haben kann, haben sie vielleicht eine kleine chance.
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