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Schwule haben die besten Chancen auf einen Job in Kalifornien und New York

Schwule Arbeitsuchende haben bei gleicher Qualifikation eine 40 Prozent niedrigere Chance als Heterosexuelle, ein Vorstellungsgespräch zu erhalten. Das besagt eine Studie der Universität Harvard.

Wirtschaftswissenschaftler Andras Tilcsik verschickte zwei Lebensläufe an rund 1.800 Arbeitgeber in sieben US-Bundesstaaten in allen Teilen des Landes. In dem fiktiven Lebenslauf bewarb sich ein junger Mann um eine Führungsposition. In einem Lebenslauf wurde angegeben, dass der Bewerber als Buchhalter für einen schwulen Club an der Universität gearbeitet hatte. Im anderen arbeitete der Bewerber für die "Progressive and Socialist Alliance" - damit wollte Tilcsik ausschließen, dass die schwulen Bewerber nur ausgeschlossen werden, weil die Arbeitgeber Engagement in als politisch links geltenden Universitätsclubs negativ bewerten könne.

Das Ergebnis: Von den Bewerbern ohne einem Hinweis auf den schwulen Club erhielten 11,5 Prozent das Angebot für ein Vorstellungsgespräch. Bei den anderen Bewerbern waren es hingegen 7,2 Prozent - und damit 40 Prozent weniger.

Besonders wenig Erfolg für Schwule in konservativen Regionen

Die Unterschiede sind besonders groß in politisch als konservativ geltenden Regionen, insbesondere im Süden und Mittleren Westen. Im Westen und in Neuengland sind jedoch kaum Unterschiede festzustellen. So ließen sich die Arbeitgeber vom Hinweis auf den schwulen Club in Kalifornien oder New York so gut wie gar nicht in ihrer Entscheidung beeinflussen. "Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass es keine Diskriminierung in diesen Staaten gibt", erklärte Tilcsik. "Ich glaube, es könnte in anderen Branchen - etwa bei Industrie-Jobs - größere Unterschiede geben".

Tilcsik glaubt allerdings nicht, dass die Unterschiede auf offene Diskriminierung zurückzuführen sind, sondern auf Klischees, die Arbeitgeber mit Homosexualität verbinden. So hätte der schwule Bewerber besonders wenige Vorstellungsgespräche erhalten, wenn in der Stellenanzeige "Durchsetzungsfähigkeit", "Aggressivität" und "Entscheidungsfreudigkeit" gefordert worden sei: "Die Diskriminierung, die in dieser Studie zutage tritt, scheint auf bestimmte Klischees zurückzugehen und kann nicht mit einer generellen Abneigung gegenüber schwulen Mitarbeitern erklärt werden", so Tilcsik.

Die Ergebnisse der Studie wurden im "American Journal of Sociology" veröffentlicht. (dk)



#1 Geert
  • 05.10.2011, 13:46h
  • Ich hörte einmal von einem Personalchef eines großen deutschen Unternehmens in einem privaten Gespräch die Aussage: Wir wollen keine ausgeflippten Leute. Wir bevorzugen verheiratete Männer, die Familie haben.
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#2 Auf zur MILKAnonym
  • 05.10.2011, 14:02h
  • Wer möchte auf der anderen Seite für ein Unternehmen arbeiten, das einen nicht wertschätzt?

    Gott sei Dank gibt es immer mehr offene und zukunftsorientierte Arbeitgeber, die auch ihre schwul/lesbischen Mitarbeiter/innen wertschätzen.

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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.10.2011, 14:35h
  • Es ist schon traurig, daß es immer noch sehr viele homophobe Unternehmen gibt! In erster Linie ist es doch so, daß die Personalchefs heute nämlich viel zu wählerisch sind. Besonders auffallend ist es aber in den Stellenanzeigen. Dort werden von den Bewerbern Qualifikationen abverlangt, die schwer zu erfüllen sind. Und dann muß man sich auch noch das Herumgejammere deutscher Firmen anhören, die angeblich keine Fachkräfte finden, um diese freien Positionen zu besetzen!

    Es wird wohl ein Wunschdenken bleiben, daß es in erster Linie um Leistung und Qualifikationen und nicht um sexuelle Orientierung geht!
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#4 goddamn. liberalAnonym
#5 high fiveAnonym
#6 daVinci6667
  • 05.10.2011, 16:41h

  • Es ist zu befürchten, dass GLBT unter den Arbeitslosen, Obdachlosen, Kranken, Suiziden, Opfer von Gewaltverbrechen, etc. überproportional vertreten sind.

    Und das nur deshalb, weil vor allem in konservativen Gegenden Homophobie auch heute noch, sogar ganz offen gezeigt, was normales und Alltägliches ist. Es gibt noch so viel zu tun!
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#7 McMartAnonym
  • 05.10.2011, 17:00h
  • Stellt sich umgekehrt die Frage, wieviel Absagen ein heterosexueller Bewerber bekommen hätte, der sich bei einem homosexuell dominierten Unternehmen bzw. Personalbüro beispielweise als langjähriger Mitarbeiter von 'Christen für das Leben' oder 6facher Familienvater vorgestellt hätte.
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#8 KniggeAnonym
  • 05.10.2011, 17:13h
  • Antwort auf #7 von McMart
  • "Stellt sich umgekehrt die Frage,.."

    Der Schein trügt.

    Es kann nur lauten: So stellt sich mir die Frage.
    Alternativ: Mir stellt sich die Frage,..

    So stimmt's! Immer sauber aus dem Haus!
    Motto: Arm aber sauber!
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#9 ArthasAnonym
#10 Kenny
  • 05.10.2011, 18:22h
  • Es mal fehlt da als Negativtest der Fall des Bewerbers, der als Buchhalter für einen Hetero- Sexclub gearbeitet hat. Um generelle Prüderie als Kriterium der Arbeitgeber ausschließen zu können.

    Und zweitens, ein Buchhalter, der sich auf eine "Führungsposition" bewirbt, bei der "Durchsetzungsfähigkeit", "Aggressivität" und "Entscheidungsfreudigkeit" gewünscht ist........naja. Nichts gegen Buchhalter, aber das würde mich auch erst mal stutzig machen. Allerdings käme es auf das Gesamtbild der Bewerbung an.
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