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Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Kaffeetunte äh -tante von "Jacobs Krönung light". Im Jahr 1998 wollte Kraft Foods vom Seniorenimage seines Bohnengesöffs weg und umwarb ausgerechnet schwule Männer mit ganzseitigen Anzeigen in den einschlägigen Magazinen.

Das Homoverlegerglück währte jedoch nicht lange: Fast so schnell wie sie gekommen war, verschwand die Jacobs-Kaffeetante auch wieder von Deutschlands schwulen Coffeetables - vielleicht weil "halbes Koffein" doch nicht das Richtige ist, um nach einer langen Nacht in der Szene wieder munter zu werden...



Doch nun gibt es, Gott sei dank, Gay Coffee - und gleich in mehreren Sorten. Die lesbische Kaffeerösterin Melissa Krueger aus Massachusetts und ihre Freundin Mary stellten Anfang Oktober in San Francisco fünf mehr oder weniger starke Röstungen mit für sich selbst sprechenden Namen vor. Als da wären: "Red Hanky Roast", "Good Morning Mary!", "Stone Butch Breakfast Blend", "Second Date" und "Weekend Pass". Eine Packung mit knapp 300 Gramm kostet umgerechnet etwa 9 Euro.

Auch wenn Homo-Kaffee natürlich völliger Humbug ist - beim neuen "Gay Coffee" stimmt zumindest das Marketing. Die Motive (siehe Galerie unten) und Beschreibungen sind originell und selbstironisch, alle fünf Sorten sind echte "Fair Trade"-Produkte, und ein Prozent des gesamten Gewinns will Melissa Krueger der amerikanischen LGBT Task Force spenden.

Darauf eine Tasse "Red Hanky Roast"! (mize)

Galerie:
Gay Coffee
5 Bilder


#1 herve64Profil
  • 06.10.2011, 08:44hMünchen
  • Schwule sollten mal ganz gehörig aufpassen, sich nicht zu sehr vor den Karren der Marketingstrategen spannen zu lassen, da auch so etwas dazu dient, Homosexualität und ihre Begleiterscheinungen als "Trend" zu deklarieren, um sie dann langfristig zu marginalisieren. Letzten Endes ist diese Strategie auch nur eine Ansprache an die jeweilige Zielgruppe, und wenn diese dann ausgeschöpft ist, wird sie wieder fallen gelassen und sich eine neue gesucht.
    Drum meine Faustregel: was heute "In" ist, ist morgen schon "Out". Und in Anbetracht der Tatsache, dass Homosexualität keine Modeerscheinung ist, sondern ein eminenter Lebensbestandteil für so manchen Menschen, ist es geradezu verantwortungslos, diese gnadenlos zu kommerzialisieren bis zum Exzess. Und da nützen mir dann auch so aufgesetzte Charity-Spenden zu Gunsten einer amerikanischen LGBT Task Force nichts: auch das ist letztendlich eine kurzlebige PR-Maßnahme, und sonst gar nichts.
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#2 HinnerkAnonym
  • 06.10.2011, 11:53h
  • Was macht man, wenn man viel Kohle verdienen will. Man nimmt ein stinknormales Produkt, vermarktet es als schwules Produkt und kassiert dafür Phantasie-Preise!

    Sich über den Tisch ziehen zu lassen hat nichts mit Homo-Solidarität zu tun. Das ist einfach nur Abzocke!
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#3 daVinci6667
  • 06.10.2011, 12:32h

  • Na ja, irgenwie muss man ja die Wirtschaftskrise überleben, da kommen Schwule und Lesben grad recht! Nur mit den Sujets hab ich so meine Mühe! Das würde mich jedenfalls nicht zum Kauf animieren!

    Wir leben halt im Kapitalismus, grundsätzlich jeder wird abgezockt, von der Wiege bis zur Bahre, solange er noch Knete hat.
    Aber mal ehrlich, bräuchte ich eine Packung Kaffee und sehe ich einen halbnackten Schönling mich anlachen, dann noch der Hinweis fair Trade und Unterstützung von GLBTs, ich würde zugreifen! Aber nicht bei diesen Sujets!
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.10.2011, 13:08h
  • Das letzte Motiv sieht sehr klischeebeladen aus: es symbolisiert die typische Kreischhusche (und hier läßt Volker Beck grüßen), alle anderen vier Motive sind dagegen gut gelungen. Ich würde mir alle (bis auf "Good Morning, Mary") kaufen, wenn es sie bei uns in Deutschland geben würde.
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#5 yomenAnonym
  • 06.10.2011, 19:41h
  • Antwort auf #4 von FoXXXyness
  • was toleranz angeht, gehst du mit leuchtendem beispiel voran. die "typische kreischhusche" sollte also, bis auf alle anderen natürlich, von kategorisierern wie dir als eben auch solche klassifiziert werden dürfen. richtig?
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#6 najaAnonym
#7 herve64Profil
  • 07.10.2011, 08:44hMünchen
  • Antwort auf #6 von naja
  • Und wer garantiert dir, dass Fairtrade andere hierarchische Strukturen hat als als die Großketten? Hast du einen konkreten Einblick darüber? Na, dann herzlichen Glückwunsch!

    Für mich ist Fairtrade genau so ein Werbeemblem wie "Bio": wenn man z. B. mal darüber nachdenkt, wie viele Planeten von der Größenordnung unserer Erde man benötigen würde, um dieses breitgefächerte Bio-Angebot WIRKLICH anbieten zu können, dann verliert man sehr schnell den Glauben an der Authentizität der Bio-Produkte (von dem makellosen Aussehen dieser Erzeugnisse mal abgesehen: kein biologisch-dynamisch gewachsenes Obst oder Gemüse ist so formschön designed und fleckenlos wie die feilgebotenen Bio-Waren).

    Und ähnlich verhält es sich auch mit dem Fairtrade-Siegel: angesichts der Tatsache, dass die Kaffeeproduktion überwiegend in der Hand von Großketten liegt, dürfte es sich hier um den selben Etiketten-Schwindel handeln. So eine Charity-Maske setzt man sich zu PR-Zwecken auf, um noch den unbedarftesten Political Correctness-Menschen als Kunden an Land ziehen zu können.

    Was die LGBT-Task Force angeht an die ein Anteil der Erlöse gehen soll: was ist das überhaupt für eine Gruppe, und was sind ihre konkreten Ziele? Auch das gilt es erst einmal zu überprüfen.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil