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Gibt es explizit schwule bzw. lesbische Porträts? Ein Blick auf H. R. Schlegels Bildnis eines Literaten aus dem Jahr 1930 sollte diese Frage beantworten...

Passend zum Berliner "Porträtherbst" beschäftigt sich auch das Schwule Museum in zwei parallel laufenden Ausstellungen mit diesem besonderen Sujet der darstellenden Kunst.

Während im Bode-Museum die wertvollen Renaissance-Gemälde der großen Sammlungen dem Berliner Publikum präsentiert werden, geht das Schwule Museum auf einer ungleich intimeren Ebene in den Bilderwettstreit: Die erste Ausstellung "Zuschauer und Akteure. Akteurinnen und Zuschauerinnen. Porträtmalerei aus vier Jahrhunderten" nähert sich mit einer fragenden Haltung den etwa 100 ausgestellten Porträts aus Privatsammlungen und dem eigenen Bestand.

Die Kuratoren beschäftigten u.a. folgende Themen: Wie veränderte sich die Funktion der Porträts im Laufe der Geschichte von der ausschließlich repräsentativen Funktion hin zur Abbildung persönlicher Gemütszustände und Leidenschaften? Wie werden im Laufe der Jahrhunderte Geschlechterrollen über die Mode zugewiesen? Gibt es eine explizit schwule und lesbische Darstellungsweise in der Porträtmalerei?

Selbst-Porträts schwul-lesbischer Künstler


Jan-Holger Mauss ließ sich von über 120 Künstlern im Bikini porträtieren (Bild: Bernhard Prinz)

Die zeitgleich laufende zweite Ausstellung "(Selbst-)Porträts. Abbilder und Netzwerke" wiederum zeigt ausgewählte Werke von 25 zeitgenössischen Künstlen in der so vielfältigen wie spannenden Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich.

Beispielhaft ist ein größeres Ensemble von Selbstporträts von Boris von Brauchitsch zu sehen, der in einer Mischung aus Selbstverliebtheit und Gnadenlosigkeit den Veränderungs- und Altersprozess der eigenen Person über einen Zeitraum von 25 Jahren verfolgt.

Die Gegenposition nimmt Sascha Weidner ein, ein Fotograf der jüngeren Generation, der seine Sujets poetisch verfremdet. Dieser greift zum Mittel der Maskierung und Verschleierung zur Darstellung der eigenen Person.

Eine weitere große Gruppe von Arbeiten stammt aus der Werkreihe "B2B" des Hamburger Künstlers Jan-Holger Mauss, der über einen längeren Zeitraum über 120 Künstlerkollegen gebeten hat, ihn in einem Bikini zu porträtieren. Diese Arbeitsweise stellt neu zur Debatte, welche Anteile Modell und Künstler eigentlich an einem Porträt haben: Wer "macht" das Bild? (cw/pm)

Eröffnung: Donnerstag, 6. Oktober 2011, 19 Uhr, Ende: 16. Januar 2012, Ort: Schwules Museum, EG (Eingang 1. Hof), Mehringdamm 61, 10961 Berlin, Öffnungszeiten tägl. außer Di 14 bis 18 Uhr, Sa bis 19 Uhr.