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Musical-Drama "Chanson der Liebe"

Wie verführt man eine Hete?


Eine der schönsten Liebeserklärungen der letzten Jahre: "Chanson der Liebe"

Jetzt auf DVD in deutscher Synchronfassung: Im Musical-Film "Chanson der Liebe" lässt sich Frauenschwarm Ismaël widerwillig auf den ebenso frechen wie niedlichen Erwann ein.

Von Roberto La Pietra

Der hübsche Ismaël und seine Verlobte Julie führen eine Dreiecksbeziehung mit Ismaëls Kollegin Alice. Für viele Schwule mag "Chanson der Liebe" zunächst wie die typische Traumfantasie einer jeden männlichen Hete aussehen, nämlich das Bett mit einer Blonden und einer Dunklen zu teilen und hin und wieder dabei zuzusehen, wie sie aufreizend vor einem herumknutschen.

Eine Wende bekommt der Film, als Julie vor einem Club von einem auf den anderen Moment umfällt und wenige Minuten später vor den Augen der Sanitäter stirbt. Ab hier nimmt der Streifen einen eher ungewöhnlichen Verlauf. Während Julies Familie, die auch ihrem Verlobten recht nahe steht, spürbar trauert, lebt Ismaël scheinbar ganz normal weiter und springt bei der nächsten Gelegenheit mit der Bardame seiner Stammkneipe ins Bett. Ganz ohne moralisches Gewissen geht es allerdings auch nicht - in diesem Falle verkörpert von seiner Fast-Schwägerin Jeanne (gespielt von Chiara Mastroianni), die morgens in seiner Küche sitzt und die beiden in flagranti erwischt. Aber tolerant wie Franzosen eben so sind, gönnt sie Ismaël auch diese Ablenkung von seiner Trauer, zumal oder obwohl sie die Gespielin zunächst für Alice hält.

Der schwule Schüler Erwann will Ismaël unbedingt erobern

Richtig spannend wird es, als der freche Erwann in dem Film auftritt. Einige Jahre jünger als sein Schwarm und sogar noch Schüler, setzt dieser sich schon bei der ersten Begegnung in den Kopf, Ismaël zu erobern - kürzlicher Verlust der Verlobten hin oder her. Wer jetzt glaubt, dass der sich im Stil von Ennis Del Mar à la Brokeback Mountain wochenlang ziert, liegt falsch. Frankreich ist halt nicht Amerika. Ismaël zeigt sich zunächst zwar ein wenig genervt, wenn Erwann ihm morgens, abends und sogar nachts vor dessen Büro auflauert, lässt sich dann aber doch relativ schnell herumkriegen und in dessen Bett wärmen.

Als das schlechte Gewissen erneut in Form von Jeanne morgens wieder rauchend neben der Bettkante sitzt, kommt es schließlich doch zur überfälligen Aussprache zwischen ihr und Ismaël. Endlich wird ein bisschen geschrieen, gestritten und geflucht. Jeanne spricht aus, dass sie es kränkend findet, wie wenig Ismaël der Tot ihrer jüngeren Schwester auszumachen scheint. Der wiederum stilisiert den Streit zur Coming-out-Diskussion hoch mit den Worten "Sag doch, dass ich ein Homo bin".

Youtube | Offizieller deutscher Trailer

Das melancholische Paris als perfekte Kulisse

"Chanson der Liebe" ist ein ungewöhnlicher Film, der irgendwie keinen Klischees gehorchen will, gespickt mit attraktiven Menschen - allen voran Louis Garrel alias Ismaël - manchen bekannt als der hübsche Draufgänger aus "Die Träumer". Was den Film zum Genuss macht, ist nicht zuletzt die Kulisse des melancholischen Paris zur Winterzeit. Die nächtlichen, verregneten Straßen der französischen Kapitale sind die perfekte Umgebung, um einen Abend lang in die Gefühlswirren der Darsteller einzutauchen. Das Coming-out-Thema selbst wird eher im Vorbeigehen in der letzten halben Stunde abgehandelt, ohne die üblich quälend langen inneren Kämpfe des Protagonisten.

Regisseur Christophe Honoré arbeitet darüber hinaus mit einem weiteren ungewöhnlichen Merkmal. Er lässt seine Darsteller singen - und das nicht zu knapp. Ismaël und der Rest der Filmbesetzung stimmen häufig sogar genau dann einen Chanson an, wenn man es als Zuschauer am wenigsten erwartet - etwa als er und Erwann zum ersten Mal miteinander in dessen Bett landen...

Chanson der Liebe (Originaltitel: Les Chansons D'Amour / Love Songs), Musical & Romantik-Drama, Frankreich 2007, Regie: Christophe Honoré, Darsteller: Louis Garrel, Ludivine Sagnier, Clotilde Hesme, Grégoire Leprince-Ringuet, Chiara Mastroianni, Laufzeit: 92 Minuten, Sprachen: französische Originalfassung, deutsche Synchronfassung, Untertitel: Deutsch (optional), FSK 6, Pro-Fun Media

Galerie:
Chanson der Liebe
10 Bilder


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.10.2011, 09:50h
  • Bitte nicht schon wieder ein OmU! Und es gibt auf die Frage, wie man eine Hete verführt, deshalb ja nur eine Antwort: Abfüllen und dann nix wie ran an die Buletten!

    Anmerkung der Redaktion: Ach FoXXXyness, lies doch bitte die Artikel, bevor du kommentierst. Schon im Teasertext steht: "deutsche Synchronfassung"
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#2 jaAnonym
#3 FinnAnonym
  • 07.10.2011, 10:47h
  • Nicht jeder Film mit Musik ist automatisch ein Musical-Film! Musical ist ein ganz bestimmtes Genre und nicht einfach etwas wo viel Musik vorkommt.

    @#1:
    Liest Du gar nicht, was Du kommentierst. Schon auf der Titelseite, bevor man den Artikel anklickt, steht, dass er synchronisiert ist.

    Ich werde mir den Film auf jeden Fall mal ansehen...
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 School of lifeAnonym
  • 07.10.2011, 13:15h
  • Merke:

    Nicht jeder,

    der von der Gesellschaft

    zur Hete gemacht wird,

    ist auch eine.
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#6 maaaartinAnonym
#7 bla blaAnonym
#8 ganz ruhigAnonym
#9 alexMucEhemaliges Profil
#10 vingtans
  • 07.10.2011, 19:16h
  • lustig, ich fasse zusammen. :

    männer die sex mit männern haben sind schwul,

    männer die sex mit frauen haben, können zu heten gemachte schwule sein.

    ich frag mich gerade ob das intoleranz ist, oder lediglich wunschdenken auf einen größeren heiratsmarkt.
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