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  • 09. Oktober 2011, noch kein Kommentar

"Die Mathematik der Anna Depenbusch" noch einmal ohne Netz und doppelten Boden. Nur ihre Stimme und ein Klavier.

Selten begann ein Jahr in Pop-Deutschland so erfreulich und überraschend wie das Jahr 2011. Im Januar erschien "Die Mathematik der Anna Depenbusch". Mit dem Album etablierte sich Anna Depenbusch fast aus dem Stand als Pop-Chansonsängerin von Format, voller Esprit, Leichtigkeit und Tiefsinn. Texte und Musik hatte sie selbst geschrieben. "Die Mathematik" war alles andere als arithmetisches Graubrot für die grauen Zellen. Vielmehr ein hinreißender Film für die Ohren, opulent arrangiert und ungewöhnlich fantasievoll produziert. Vier Lieder wurden sogar von einem Sinfonieorchester eingespielt.

Die Resonanz auf die Platte war sehr erfreulich. Die Zeitungen schrieben, Radio- und Fernsehsender rissen sich um Interviews und Auftritte. Auch auf einer großen, vierwöchigen Deutschland-Tour im Frühjahr mit Band nahm Anna Depenbusch mit ihrer hintergründigen Fröhlichkeit das Publikum im Sturm. Nur wenn sie damals schlafen ging, blieb ein Wunsch wach: die Lieder alle noch einmal aufzunehmen. Allein. Am Klavier. Ohne Netz und doppelten Boden. Nur ihre Stimme, dazu das große, geheimnisvolle Instrument voller entdeckter und noch zu entdeckender Klänge.

Youtube | Anna Depenbusch Interview Teil 1

Im Juli, nach wochenlangem, intensiven Piano-Training und Ausprobieren neuer Arrangements, nistete Anna Depenbusch sich für fünf Tage ins legendäre Hamburger Gaga-Studio ein, um dort ihre Tasten- und Gesangsmeditation aufzunehmen - "Die Mathematik der Anna Depenbusch in schwarz-weiß". Natürlich ist das Wort vom schwarz-weiß zuerst ein Hinweis auf die Tasten.

Aber in den Assoziationsräumen ihrer Fantasie war von Anfang an Platz für viel mehr: "Licht und Schatten, Optische Täuschungen, Kontraste, Streifen und Karos, Herbst und Winter, 20er-Jahre Stummfilm, Finger und Hände, Kaleidoskop, Geschichtenerzähler, Jules Verne, Ernst Haeckel, M. C. Escher."

Diese Namen, Wörter und Begriffspaare notierte sich Anna in der heißen Phase vor den Aufnahmen gewissermaßen als gedankliche Sprossen, an denen die Lieder und die Klavierbegleitung sich empor ranken sollten. In schwarz-weiß hat Annas Stimme neue Freiräume gewonnen. Mit diesem Soloalbum markiert sie ihre Position im Kosmos der singenden Pop-Damen deutscher Zunge noch einmal neu. So persönlich, so intim hat man Anna noch nie gehört. Sie flüstert und pfeift ("An mir ist eine kleine Ilse Werner verloren gegangen"), sie streichelt, bebt, tröstet und spottet mit ihren Tönen. (cw/pm)