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"Just Divorced" - Gerade geschieden (Bild: Wiki Commons / Jennifer Pahlka / CC-BY-SA-2.0)

Beziehungen beginnen und sie enden irgendwann. Vor allem bei registrierten Partnerschaften gibt es einen festen Weg hinaus. Teil 14 unserer Beziehungsserie.

Von Carsten Weidemann

Manchmal geht es einfach nicht mehr weiter in der Beziehung und man muss einen Schlussstrich ziehen. Das schmerzt, das ist nicht einfach, und es heißt mitunter auch eine Menge Arbeit, vor allem, wenn das Paar eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Es gibt keine offiziellen Daten darüber, nach welcher Zeit beziehungsweise wie viele schwule oder lesbische Paare ihre Beziehung wieder beenden, erfassbar sind nur die registrierten Partnerschaften. Einen kleinen Anhaltspunkt liefert zum Beispiel die Statistik des NRW-Gesundheitsministeriums, die anlässlich des 10. Jahrestags der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft in diesem Sommer veröffentlicht wurde. In NRW wurden bis heute rund 11.000 Partnerschaften registriert, jede zehnte davon wurde aber wieder amtlich getrennt.

Die Gründe, warum man sich trennt, sind völlig unterschiedlich. Die Vorstellungen von einem gemeinsamen Leben stellen sich als zu unterschiedlich heraus oder sie ändern sich komplett im Laufe der Zeit. Enttäuschungen lassen die Liebe erkalten, die Beziehung wird nicht mehr als Bereicherung des eigenen Lebens empfunden. Beziehungen zu leben und zu pflegen, das ist ein lebenslanger Lernprozess, bei dem man zwangsläufig Fehler macht, die ebenfalls zu einem Ende führen können. Der Schritt, mit der Beziehung abzuschließen und getrennte Wege zu gehen, ist meist eine hochemotionale Angelegenheit und auch danach nicht einfach, weder für den Verlassenen, noch für den, der verlässt. In vergangenen Folgen unserer Beziehungs-Kolumne haben wir bereits ein paar Tipps zu diesem Prozess gegeben.

Eingetragene Lebenspartnerschaft wieder ausgetragen

Schwerpunkt heute soll der Weg sein, den die 1.000 Paare in NRW bereits gegangen sind, die Scheidung. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Auflösung einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft sind in den vergangenen Jahren denen angepasst worden, die für die Scheidung einer bürgerlichen Ehe gelten. In Kürze die wichtigsten Schritte: Man benötigt einen Anwalt, der für das Gericht die entsprechenden Unterlagen aufbereitet und die Parteien vertritt. Das Paar muss erklären, dass es bereits eine Weile getrennt lebt, unabhängig davon, ob der Lebenspartner in eine eigene Wohnung gezogen ist oder nicht. Das Gericht prüft, ob es einen Lebenspartnerschaftsvertrag gibt, der die Vermögensverhältnisse regelt, und wie mit gemeinsamen beziehungsweise getrennten Besitztümern umzugehen ist.

Ist die Scheidung durch, flattern die Rechnungen dafür ins Haus. Wie hoch die Anwalts- und Gerichtsgebühren sind, das bemisst sich nach den Einkommen der Getrennten. Eine Scheidung ist aber auch für Menschen möglich, die wenig Geld haben oder Sozialleistungen beziehen. Entsprechende Anträge auf Reduzierung oder Befreiung der anfallenden Kosten können gestellt werden. Natürlich wünscht sich jede/r, dass die Partnerschaft hält, ganz besonders an dem Tag, an dem man vor dem Standesamt aufrauscht. Und dennoch macht es Sinn, sich schon mal in Gedanken mit dem Szenario zu beschäftigen, dass es auseinander gehen könnte. Entsprechende Verträge zur Vermögensregelung sind ebenso sinnvoll, wie Erklärungen im Falle von Krankheit oder Tod. Informiert euch ausführlich vorab bei Experten, oder besucht die Website des LSVD, die einen sehr guten Überblick über die diversen Aspekte der Lebenspartnerschaft aufgelistet haben.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.10.2011, 16:18h
  • Man hat es ja bei Hape Kerkeling gesehen: es sind 28 Jahre ins Land gezogen, als er sich von seinem Lebenspartner trennte. Aber das ist eine eigene Geschichte.
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#2 Daniel D.Anonym
  • 09.10.2011, 20:48h
  • "Beziehungen beginnen und sie enden irgendwann".

    Wie gut, dass ich durchaus schwule und lesbische Paare kenne, die seit über 30 Jahren zusammen und nach wie vor glücklich sind .
    "Die Beziehung wird nicht mehr als Bereicherung des eigenen Lebens empfunden." Es folgt eine Darstellung über die Formalitäten der Aufhebung einer Lebenspartnerschaft.

    Der Artikel ist ein Offenbarungseid und verdeutlicht in erschreckender Weise die Gründe dafür, warum soviele homosexuelle Menschen einsam sind. Wer immer nur an sich selbst zuerst denkt, wer nicht bereits ist Opfer zu bringen für die Liebe, wer nicht bereits ist für eine Liebe zu kämpfen, der wird auch nie eine dauerhafte Partnerschaft führen können.

    Hier werden Tipps für den "Scheidungsprozess" geliefert, aber keine "Tipps" wie man eine gescheitert geglaubte Beziehung doch noch versuchen kann zu retten.

    Was für eine schwule Welt.

    (Babe, In den Folgen 1 bis 13 dieser Beziehungs-Serie findest Du jede Menge Tipps dafür, wie man "für eine Liebe kämpft" und wie man "eine gescheitert geglaubte Beziehung doch noch versuchen kann, zu retten". Dass es eben manchmal nicht mehr geht, ist eine Tatsache, der sich auch schwule oder lesbische Paare stellen müssen, sei es nach drei Monaten, sei es nach 30 Jahren. Die Redaktion)
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 10.10.2011, 00:02h
  • Die Statistik, das in NRW sich bisher nur jede 10. Lebenspartnerschaft aufgelöst hat, ist doch durchaus positiv.

    Bei den Heteros ist es jede 3. Ehe, die geschieden wird. Da sind homosexuelle Paare, die zum Standesamt gehen, anscheinend in NRW stabiler, wenn es nur jede 10. Lebenspartnerschaft trifft.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass homosexuelle Paare auch länger aneinander festhalten, da die Suche nach einem anderen Partner nach der Trennung oftmals nicht einfach sein dürfte; insbesondere da es sich immer noch um die Partnersuche innerhalb einer Minderheit der Gesellschaft handelt.

    Den schwulen Mann findet man nicht eben in der nächsten Eckkneipe, sondern dafür bedarf es viel mehr Anstrengung und Suche.

    Daher wer den Richtigen gefunden hat, der sollte sich gut überlegen, ob die Trennung die richtige Wahl ist. Denn im Leben gibt es immer Situationen, die schwieriger in einer Partnerschaft sind, und da muss das Paar daran arbeiten, damit die Partnerschaft weiter funktioniert.

    Und da ich durchaus viele schwule Singles kenne, die an ihrem Singletum leiden, sei den Paaren mitgeteilt, arbeitet an Euren Beziehungen, denn das ist allemal sinnvoller, als sich zu trennen. Die Trennung sollte wirklich erst dann gewählt werden, wenn wirklich "alles andere" ausprobiert wurde.

    Die Mehrzahl der deutschen homosexuellen verpartnerten Paare dürfte auch nicht durch Scheidung enden, sondern durch den Tod des Partners (Unfall, Herzinfarkt, Krebs).
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#4 finkAnonym
  • 10.10.2011, 09:41h
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • der grund, den du für die geringere trennungsrate angibst, widerlegt doch eigentlich deinen ersten satz, dass die geringe trennungsrate "positiv" sei: was ist denn daran positiv, wenn man an einer krisengeschüttelten partnerschaft nicht um ihrer selbst willen festhält, sondern nur aus angst, allein zu bleiben?

    unter den paaren, die sich seit seit 2001 verpartnert haben, sind natürlich überdurchschnittlich viele, die schon viele jahre lang unverpartnert zusammengelebt und auf die gelegenheit zur verpartnerung gewartet haben. nähme man diejenigen dazu, die sich schon vor 2001 verpartnert und inzwischen getrennt hätten, wenn sie die möglichkeit gehabt hätten, würde sich die zahl der offiziellen trennungen vermutlich schon etwas dem wert der heteros annähern.

    außerdem vermute ich ja, dass schwule und lesben es sich gründlicher überlegen, ob sie eine offizielle parterschaft eingehen. hierfür spricht ja schon der im vergleich zu heteros sehr geringe prozentsatz der paare, die sich hierfür entscheiden.

    erstens entfällt hier meistens der druck, der durch gemeinsame kinder und ihre juristische absicherung entsteht, und zweitens entfällt die gesellschaftliche erwartung, dass man das "nun mal so macht", wenn man einige zeit lang zusammen ist und das gefühl hat, "dass es passt".

    das wiederum finde ich positiv.
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