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Mark Strombachs Doku "Mein positives Leben" über Menschen, die seit Jahrzehnten infiziert sind, feiert bei den Lesbisch-Schwulen Filmtagen Hamburg Premiere.

Von Carsten Weidemann

"Langzeitüberlebende" nannte man sie in den Achtzigern und Neunzigern: Menschen, die sich mit HIV infizierten und einfach nicht sterben wollten. Heute liegt die Lebenserwartung von Positiven, die sich einer erfolgreichen Therapie unterziehen, nur wenige Jahre unter der von Negativen. Manche leben seit Jahrzehnten - mehr oder weniger glücklich - mit dem Virus.

Mit seinem Dokumentarfilm "Mein positives Leben" verleiht Regisseur Mark Strombach dieser ersten Generation HIV-Positiver in Deutschland Stimmen und Gesichter. Sechs Männer und eine Frau, zwischen 57 und 72 Jahre alt, erzählen vor der Kamera von ihren Erfahrungen und den sich verändernden Lebensbedingungen mit HIV und Aids. Die Interviewten erinnern sich, nachdenklich, pointiert, bisweilen auch derb und amüsant, an die Anfänge von Aids in den Achtzigern, ihre Ängste, die zahllosen Veränderungen, auch in Beruf und Einkommen. Ihnen gemeinsam ist das fortwährende Erstaunen darüber, weiter zu leben und älter zu werden.

Veränderungen in Beruf, Liebe und Sex


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Die Doku bietet dneue und überraschende Perspektiven in Bezug auf das Leben mit der einst tödlichen Krankheit - und vor allem: über sie hinaus. In Strombachs Debütfilm sind die Interviewten nicht auf Emotionalität reduzierte "Betroffenen-Fälle", sondern erhalten Raum, um sich eloquent und differenziert zu ihrer Lebenssituation wie auch ganz privaten Veränderungen zu äußern. Offen und direkt sprechen sie über Sex, Liebe und Beziehung wie über ihre Zukunftspläne. Mutig, unverblümt, lustvoll und stark wirken die sechs positiven Rentner auf den Zuschauer.

"Mein positives Leben" ist der erste Film, in dem ein solch vielschichtiges Bild von "Langzeitüberlebenden" gezeichnet wird. Und das ist - im wahrsten Sinne des Wortes - ein wirklich positives!

Premiere am Sonntag, den 23. Oktober 2011 um 17.45 Uhr im Rahmen der Lesbisch-schwulen Filmtage Hamburg, Passage Kino, Mönckebergstr. 17

Youtube | Trailer zum Film


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 sound & picturesAnonym
#3 KarelAnonym
#4 TImm JohannesAnonym
  • 15.10.2011, 18:10h
  • Ich finde es wichtig, das heutige Filme dieses Jahrzehnts zeigen, das HIV-Positive eine annähernd durchschnittlich gleiche Lebenserwartung haben, wenn sie die Tablettentherapie einhallten.

    Früher waren AIDS-Filme mit den vielen Todesfällen berechtigt und gut, aber heute müssen Filme hierzu thematisieren, dass HIV-Positive bei Tabletteneinnahme bis zur Rente weiterleben und nur mit bestimmten Nebenwirkungen der Tabletteneinnahme zu kämpfen haben.

    Auch muss dies verstärkt in die deutschen Medien, dass die Infizierung mit HIV bei heutigem medizinischen Stand in unserem Land kein Todesurteil mehr bedeutet, sondern die Menschen viele Jahrzehnte weiterleben und ihre Renten auch noch im Alter kassieren.

    Von aktuellen HIV-Videos mit der Abbildung von Toten halte ich in Industriestaaten überhaupt Nichts, denn sie gehen an der Lebenswirklichkeit und den Erfolgen der medizinischen Forschung vorbei.
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#5 schwulenaktivist
  • 15.10.2011, 19:14h
  • Ich mag es allen HIV+ gönnen, denn ich habe liebe Freunde verloren in den 80er Jahren (siehe eine unvollständige Totentafel von Basel!
    www.arcados.ch/old/?page_id=100)

    Doch noch nicht alle wissen mit der Aussage richtig umzugehen: "Besser leben mit HIV"
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#6 ClaudiaAnonym
  • 15.10.2011, 21:19h
  • Das klingt gut. Solche Film über HIV finde ich so wichtig! Ich freu' mich drauf, den zu sehen!
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#7 finkAnonym
  • 15.10.2011, 23:56h
  • Antwort auf #4 von TImm Johannes
  • ich gebe dir insofern recht, als es richtig und wichtig ist, zu zeigen, dass die zeiten des "alten aids" für die meisten betroffenen vorbei sind.

    richtig ist aber leider auch, dass die nebenwirkungen der therapien in nicht wenigen fällen ziemlich gravierend sind. viele müssen sich z.b. wegen einer fettumverteilung an ein "neues gesicht" gewöhnen. das steckt nicht jeder so leicht weg.

    neulich hörte ich von einem fall, wo jemand wegen der nebenwirkungen auf eine andere wirkstoffkombination umstellte. das risiko, beim misslingen der umstellung zu sterben, wurde mit 5% angegeben. in einem anderen fall versagte trotz früher diagnose von vornherein jede therapie, der patient rutschte innerhalb kürzester zeit ins volle krankheitsbild von aids ab und man konnte nichts dagegen tun.

    wie gesagt: den meisten geht es viel besser als je zuvor. aber nicht jeder hat so viel glück im unglück, leider.
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