Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15194

Österreichs bekanntester Sozialhilfeempfänger hat fast 100 Kilo abgenommen: Hermes Phettberg

Die Doku "Der Papst ist kein Jeansboy" über den österreichischen "Publizisten und Elenden" Hermes Phettberg feiert auf dem Filmfestival "DOK Leipzig" seine Uraufführung.

Von Cornelia Klauß

Frucade oder Eierlikör?, lautete die rituelle Eingangsfrage des schwergewichtigen Hermes Phettberg in der Nette-Leit-Kultshow, die in den 90ern täglich im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, als man sich noch traute, einen bekennenden Schwulen, Sadomaso-Anhänger und Provokateur auf die Menschheit loszulassen.

Phettberg ist nun Österreichs bekanntester Sozialhilfeempfänger und Dauerpatient mit einer eindrucksvollen Liste an überstandenen Schlaganfällen, Blasenschwäche und einem Herzinfarkt. Schwerfällig und bucklig schlurft er, fast 100 Kilo leichter, durch seine zugemüllten Räume. Der Körper ist zwar ein einziger "Scheiterhaufen" und das Sprechen fällt ihm schwer, aber das Hirn arbeitet weiterhin im Stakkato. Der immer wieder neu ansetzende retardierende Rederhythmus hat in seiner Diktion nun schon die höheren Weihen einer Thomas-Bernhard-Anmutung erlangt.

Vom Gesamtkunstwerk zum modernen Märtyrer

Der Berliner Filmemacher Sobo Swobodnik beobachtet Hermes Phettberg in den traurigen Niederungen seines Alltags, ein Mensch in einem Körper, der nicht mehr gehorcht. Die einsamen Stunden gehören seinem Tagebuch, das er täglich ins Internet stellt. Das einstige "Gesamtkunstwerk" mutiert zu einem modernen Märtyrer, der an sich und der Welt zu zerbrechen droht und dennoch voller Botschaften steckt. Eine Randexistenz, die es mal bis zur Volksbelustigung geschafft hat, nun aber ihren Preis für alle Süchte und Sublimierungen zahlt.

Swobodnik inszeniert in "Der Papst in kein Jeansboy" diesen Schwebezustand zwischen Leben-Wollen und Sterben-Müssen als eindrucksvolles, radikales Passionsspiel in Schwarz und Weiß.

Die Dokumentation "Der Papst in kein Jeansboy" wird in Leipzig insgesamt dreimal aufgeführt, und zwar am Mittwoch, den 19.10. um 22:00 Uhr (CineStar 7), am Donnerstag, den 20.10 um 19:30 Uhr (Universum) und am Samstag, den 22.10 um 22:15 Uhr (Wintergarten)

Youtube | Mit der "Nette Leit Show" erreichte Phettberg in den Neunzigern Kultstatus


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 19.10.2011, 13:01h
  • Der Mann ist nach seinem Abspeckmarathon kaum wiederzuerkennen. Dennoch sieht er wesentlich besser aus als vorher und sollte sein Gewicht auch halten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 antos
#4 wanderer LEAnonym
  • 21.10.2011, 02:02h
  • Es heißt, 5% der Bevölkerung seien homosexuell. Man kann deshalb doch nicht annehmen, sie alle teilten bezogen auf alles Übrige denselben Geschmack. Insofern ist es Quatsch, allen Schwulen die Filme mit "Hermes Phettberg" anzubieten. Ebensowenig kann man allen, die sich einer Abnehmkur unterzogen haben, alle Filme mit Hermes Phettberg schmackhaft machen.

    Was, liebe Leute, ist für den vielleicht recht lieben, ehemals fetten Herrn mittleren bis vorgerückten Alters mit Facialisparese im Großraum Wien denn aktuell Thema, über das er hier kommunizieren möchte? Sonst verschwände er wahrscheinlich in der Versenkung.
  • Antworten » | Direktlink »