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Bielefeld von einer schöneren Seite (Bild: TerraMareFoto / flickr / by-sa 2.0)

In Bielefeld ist ein schwuler Mann von seiner Ehefrau erpresst und mit dem Tode bedroht worden, berichtet das "Westfalen-Blatt".

Die 27-jährige aus dem Irak stammende Frau soll demnach seit 2010 mit dem Mann nach religiösem Recht verheiratet sein. Als sie ihrem Mann über Internet-Datingseiten und Handy-Kontakte auf die Spur kam, soll sie ihre Familie informiert haben, die den Mann zur Rede stellte und später unter Druck setzte.

So sollen von ihm bei einer Aussprache zunächst 25.000 Euro, später 10.000 Euro als eine Art Strafe gefordert worden sein, ansonsten würde er getötet. Auch solle die Ehe sofort aufgelöst werden.

Das "Westfalen-Blatt" (eine andere Quelle liegt nicht vor) bemüht sich, die Tat mit dem muslimischen Hintergrund der Familie in Verbindung zu bringen und zitiert Dr. Michael Bochow mit den Worten, Schwulenfeindlichkeit sei weniger auf den Islam zurückzuführen als auf die Tatsache dass in diesen Kulturkreisen ein bestimmtes Ehrverständnis herrsche. "Homosexuelle Männer verlieren in den Augen dieser Menschen ihre Ehre und beflecken die ihrer Familie."

Auch die Verteidigung bringt Religiöses ins Spiel, berichtet die Zeitung. Die Frau könne nun nicht mehr als Jungfrau in die nächste Ehe gehen und sei "mit einem Makel behaftet", so der Rechtsanwalt. Das Geld sei aber nicht als Strafe gefordert worden, sondern als Rückerstattung der Kosten der Hochzeit.

Wieviel dran ist an dem vermeintlich verhinderten Ehrenmord in Bielefeld wird wohl nur das Gericht klären können. Es gibt aber ein Indiz: Der Mann ging direkt nach dem erhitzten Treffen zur Polizei, wollte die Anzeige aber später zurückziehen, weil sich die Familien versöhnt hätten. Die Staatsanwaltschaft hält an der Anklage gegen die Frau und drei Verwandte wegen versuchter Nötigung fest, demnächst muss sich ein Schöffengericht mit ihr befassen. (nb)



#1 bastapapsta
  • 20.10.2011, 22:04h
  • Da können wir ja eigentlich froh sein, wenn unsere Demokratie, bzw. uns deutscher Rechtsstaat nicht von Fundis abgeschafft werden kann. Man sollte vor Gericht auch keine Verhüllungen zulassen. Wenn ihr dass nicht passt, dass hier die verschiedenen Lebensformen akzeptiert werden und jeder Mensch frei ist, dh. eine tolerante Gesellschaft ablehnt, warum geht sie nicht einfach zurück in den Irak ?
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#2 Prime_EvilEhemaliges Profil
  • 20.10.2011, 22:28h
  • Hm, diese Formulierung hat doch irgendwas Tendenziöses: "Das "Westfalen-Blatt" [...] bemüht sich, die Tat mit dem muslimischen Hintergrund der Familie in Verbindung zu bringen"

    Angesichts des auf diese Formulierung folgend zitierten Sozialforschers Bochow, der sich mit Homosexualität im islamischen Kulturraum beschäftigt, müsste es "kulturellen Hintergrund" heißen, da eben jener den Islam in dieser Sache in Schutz nimmt und die homophobe Einstellung der Frau und ihrer Familie kulturell erklärt.

    Wie dem auch sei, man scheint sich mit Händen und Füßen dagegen zu streuben, dass Islam und Homosexualität unvereinbar sind. Und für einen, nämlich den Homosexuellen, aller höchste Gefahr bedeuten kann.

    Psychologisch, könnte man derartiges nur als Masochismus, autodestruktiv oder gar suizidal bezeichnen.
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#3 daVinci6667
  • 20.10.2011, 22:43h

  • "Die Frau könne nun nicht mehr als Jungfrau in die nächste Ehe gehen und sei "mit einem Makel behaftet", so der Rechtsanwalt."

    Warum sollte sie als Jungfrau erneut in eine Ehe gehen? Der ihr anhaftende Makel ist nicht die fehlende Jungfräulichkeit sondern ihre rückwärtsgerichtete, bescheuerte Religion. Vielleicht lernt sie das ha bald im Knast. Dort hat sie dann genügend Zeit zum Nachdenken!
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#4 chrisProfil
  • 20.10.2011, 22:51hDortmund
  • Antwort auf #1 von bastapapsta
  • Rechtsstaat? Hab ich da etwa was verpasst? Hat jemand die CDU zum Mond geschossen? Seit wann ist Deutschland denn wieder ein Rechtsstaat?

    Mich würde an der ganzen Geschichte mal interessieren, warum jemand, der offenbar ausreichend aktiv mit seiner Homosexualität gelebt hat, den Fehler macht, noch eine Frau zu heiraten, obwohl ihm anscheinend seine Orientierung bekannt ist.

    Ich finde übrigens schon das, sollte es es einen religiösen Hintergrund geben, dieser auch vor Gericht zur Sprache kommt, nicht aber als mildernder Umstand gewertet wird. Deutschland hat ein großes Problem. Dieses Land gibt einem Menschen so viele Freiheiten, dass es dabei versäumt, diesen Menschen die Werte und Bedingungen der Gesellschaft als kleine Gegenleistung für ihre Freiheit zu vermitteln.
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#5 BurgerBerlinProfil
  • 21.10.2011, 09:46hBerlin
  • Es scheint eine Unvereinbarkeit der Wertevorstellungen der deutschen Gesellschaft und dieser aus dem Irak stammenden Familie zu geben. Da wäre doch der Wegzug in ein Land mit diesem Ehrverständnis die passende Alternative. Da es hinlänglich bekannt ist, dass die "entehrten" Frauen sich operativ ihre "Ehre" zurückholen können, wäre doch dort ein unbefleckter Neuanfang möglich.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.10.2011, 11:33h
  • Das mit der Auflösung der Ehe ist ja verständlich, aber daß der Mann auch noch ein Bußgeld an seine Frau zahlen muß, halte ich für Erpressung und der Mann sollte seine Frau auf jeden Fall anzeigen und ihr klar machen, daß er das nicht mit sich machen läßt. Die Frau muß begreifen, daß in Deutschland andere Gesetze als im Irak gelten!
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#7 SiggiAnonym
#8 Lapushka
  • 21.10.2011, 14:28h
  • Meines Wissens sind im Islam Scheidungen und Neuverheiratungen erlaubt.
    Dass Frau in dem Fall schon "gebraucht" ist, ist dann ja verständlich.

    Im Iran gibt es sogar das Modell "befristete Zeitehe" um das Problem Unzucht zu umgehen (denn wenn man verheiratet ist und sei es nur ein paar Monate, ist es ja keine Unzucht). Auch in dem Fall wird die Frau bei Eintreten einer neuen Zeitehe oder "richtigen" Ehe nicht mehr "unbefleckt" sein.
    Und die Frau in dem Artikel hat ihre Jungfräulichkeit ja "legitim", nämlich an ihren Mann verloren. Dass der (auch/nur) auf Männer steht, wusste sie ja nicht und ob das einen Unterschied machen würde, ist auch fraglich.
    Insofern verstehe ich das Problem nicht, denn damit dürfte auch der konservativste Imam kein Problem haben, jedenfalls nicht mit ihr.
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#9 realityAnonym
  • 21.10.2011, 14:50h
  • Hm, wobei Regierung und andere bemüht sind die Demokratie und den Rechtsstaat abzuschaffen....
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#10 realityAnonym
  • 21.10.2011, 14:52h
  • Was nicht aus dem Artikel hervorgeht:

    -Ist der Mann Iraker oder Deutscher?

    -Wo fand die Hochzeit statt? Im Irak nach Irakischem Recht oder in der BRD nach deutschem Recht?

    War die Hochzeit eine "Zweckhochzeit" um der Frau eine Aufenthaltsgenemigung zu verschaffen?

    Von wem wurde die Hochzeit arrangiert oder kamen beide aus freien Stücken zueinander?
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