Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15216

CSD Köln: Immer mehr Besucher bringen ihre Getränke selbst mit

In ihrem Resümee für 2011 beklagen die Pride-Organisatoren aus NRW unter anderem, dass Bier nicht nur an den CSD-Ständen gekauft wird.

Von Carsten Weidemann

Die CSD-Veranstalter in Nordrhein-Westfalen haben eine gemischte Bilanz über die diesjährige CSD-Saison gezogen. Zwar erfreuten sich die schwul-lesbischen Feste an den Veranstaltungsorten von Köln bis Bielefeld großer Beliebtheit, doch sinkende Einnahmen und ein verregneter Sommer hätten den örtlichen Organisatoren zu schaffen gemacht, heißt es in einer Pressemitteilung nach einem Vernetzungstreffen.

Vor allem zwei Punkte brennen den Veranstaltern auf den Nägeln. So brächten immer mehr Besucher ihre Getränke selbst mit, obwohl die Veranstaltungen durch die Umsätze an den Bierwagen finanziert werden müssten. Markus Danuser vom ColognePride: "Wenn das Mode wird, dann fehlen die Einnahmen für ein attraktives Bühnenprogramm." Und Uwe Schwartpaul vom CSD im Märkischen Kreis pflichtet ihm bei: "Schlimmstenfalls können die kleineren Veranstaltungen dann gar nicht mehr durchgeführt werden, weil sie nicht mehr finanzierbar sind."

Das Problem ist nicht neu: Bereits vor einigen Jahren hatte eine übereifrige CSD-Organisatorin in Düsseldorf eine Gruppe von Schwulen vom Platz weisen lassen, weil sie eigenes Bier mitgebracht hatte. Eine Überreaktion, sicher. Insgesamt müsse aber stärker ins Bewusstsein rücken, dass die CSD-Teams "mit gewaltigen Kosten zu tun" hätten, bevor überhaupt ein Euro Umsatz gemacht werde, so die Organisatoren. "Allein die Bühne mit der Technik kostet mehrere tausend Euro", erläutert Dietrich Dettmann vom Ruhr-CSD in Essen: "Und das Programm muss schließlich auch noch bezahlt werden!"

Ehrenamtliche Helfer machen sich rar

Der andere Punkt, der den Organisatoren Sorge macht: In einigen Städten werde es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, die bei der Planung und Durchführung tatkräftig Unterstützung leisten. "Die Leute vergessen gerne, dass alle Veranstaltungen in NRW von ehrenamtlichen Mitarbeitern gestemmt werden. Wenn sich niemand mehr dafür engagieren will, dann wird es schwer", sagt Ansgar Cziba vom CSD Siegen.

In ihrer Pressemitteilung gehen die Organisatoren auch auf den Vorwurf ein, CSDs seien zu unpolitisch geworden, zu einem "bunten Sommerkarneval" verkommen. Die Veranstalter kontern mit einer Liste: "In Köln ist die Polit-Bühne seit Jahren fester Bestandteil im Programm. In dieser Saison hielt Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eine Festrede. In Düsseldorf und Dortmund war Arbeitsminister Guntram Schneider als prominenter Regierungsvertreter dabei, und in Wuppertal übernahm Staatssekretärin Marlis Bredehorst nicht nur die Schirmherrschaft, sondern berichtete auf der Bühne vom Aktionsplan gegen Homophobie."

Was die Frage aufwerfen kann, ob ungekonterte Politikerstatements genügend Politik für einen CSD sind, der eigentlich Ausdruck von Forderungen an Politik und Gesellschaft ist. Oft nutzen die Veranstalter ihren CSD aber für lokalpolitische Themen. So übergab etwa das Forum Essener Lesben und Schwule ein kommunalpolitisches Handlungsprogramm an die Vertreter der Stadt.

Manuel Izdebski, Landesvorstand vom Schwulen Netzwerk NRW, sagt: "Natürlich sind die CSD-Veranstaltungen politisch, sie machen das schwul-lesbische Leben in einer Stadt sichtbar, kommunizieren die Forderungen der schwul-lesbischen Bürgerschaft und konfrontieren Politik mit den Themen einer gerechten Minderheitenpolitik." Dies zu erhalten, zu stärken und finanziell abzusichern, sei eine große Herausforderung für alle Beteiligten. "Hier ist die aktive Unterstützung der Community gefragt!"



Online-Abstimmung über Potsdamer CSD-Motto

Auf der Homepage des CSD Potsdam können User aus elf Motto-Vorschlägen ihren Favoriten auswählen.
Serbien: Homophober Politiker verurteilt

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.
Der innere Kampf gegen Konfuzius

In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.
#1 BurgerBerlinProfil
  • 21.10.2011, 12:53hBerlin
  • Oh, funktioniert die heile Friede Freude Eierkuchen Welt nicht mehr so richtig. Da gibt es doch wirklich Leute, die ihr Bier am Kiosk kaufen - na, dann hängen wir ein Schild auf "kauft nicht am Kiosk" und platzieren Uniformierte vor den bösen Geschäften. So ist halt die freie Marktwirtschaft und falls die Kosten nicht gedeckt werden, dann muss das kollektive Feiern halt eingestellt werden oder die "Feierwütigen" müssen einen entsprechenden Obolus entrichten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Steffan ReiterAnonym
  • 21.10.2011, 13:10h
  • CSD´s sind gut und müssen auch sein um auf homo-/bi-/trans-/ und intersexuelle Menschen aufmerksam zu machen und das Jahr für Jahr!!!

    Leider ist es auch die von mir empfundene Realität, dass die Veranstaltungen zum CSD immer unpolitischer werden und wie im Beitrag genannt einem "bunten Sommerkarneval" gleichen.

    Klar gibt es in Köln eine Politurbühne, die ist auch sehr gut, nur warum steht diese Bühne nicht auf dem Heumarkt? Wer die Örtlichkeiten kennt, der weiß, dass die Gegebenheiten der Politurbühne vor Ort schon etwas beengend ist und nicht sonderlich viele Zuschauer dem beiwohnen können.

    Weiter stelle ich zur Frage, warum man nicht auch abgeordnete des Bundestages zur Diskussion einlädt und ganz klar seine Forderungen stellt und ggfs. dann auch abrechnet.
    Am Beispiel der Stadt Köln ist zu sagen, dass diese eigentlich nicht viel mehr leisten kann in Fragen der Gleichstellung, CSD, etc. Denn die meisten Richtlinien und Gesetze kommen vom Bund und dem muss sich auch die Stadt Köln unterordnen.
    Sie kann behilflich sein Beratungszentren bereitzustellen, Netzwerke mit entsprechenden Stellen zu pflegen und aufzubauen,... etc. Die Steuerfrage bei gleichgeschlechtlichen Paaren kann die Stadt Köln aber nicht ändern, auch wenn sie das gerne würde.

    Also sollte man sich mal wieder etwas mehr auf das besinnen liebe Veranstalter was den CSD als solchen ausmacht.

    Es waren nicht nur die Menschen allein in Berlin, oder in Dresden, oder in der Uckermark, die die Mauer zu fall brachten. Nein, es war die Gesamtheit der Menschen in der DDR, die die Mauer haben einstürzten lassen.
    Also warum nicht gleiches auch beim CSD? Es ist nicht wirklich förderlich, wenn jeder Veranstalter sein eigenen kommunales Süppchen kocht.

    Leider sind auch die Strukturen innerhalb der verschiedenen Veranstalter sehr hierarchisch aufgebaut und man weicht nur äußerst ungern davon ab, vielleicht aus Angst, dass, wenn eine wirkliche Gleichstellungen erreicht ist, der CSD dann wirklich nicht mehr als politische Demonstration verkauft werden kann und sämtliche Kosten dann vom Veranstalter zu tragen sind, so wie es eins bei der LOVE-PARADE der Fall war.

    Mein Vorschlag an dieser Stelle, dass sich die Veranstalter der CSD in Deutschland zusammensetzen, ein gemeinsames Motto entwickeln und dann mit geballter Kraft die Forderungen gen Berlin tragen und auch nicht davor zurückschrecken mit den Abgeordneten Tacheles zu reden und sich nicht immer nur auf Versprechungen einzulassen.

    Also lasst anpacken und das Werk zu Ende bringen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.10.2011, 13:41h
  • Wenn die Teilnehmer ihre Getränke zu den CSDs ja selbst mitbringen, dann ist das nicht verwerflich, da angesichts der Inflation alles teurer wird (wobei Strom- und Mineralölkonzerne die Preistreiber auf allen Fronten sind).
  • Antworten » | Direktlink »
#5 JoeAnonym
#6 Stefan MielchenAnonym
  • 21.10.2011, 14:02h
  • Verstehe ich das richtig: Unser größtes Problem ist es also, dass die Tunten zu wenig Bier kaufen? Das trifft ja dann wohl den eigentlichen Charakter der Veranstaltung... :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 chrisProfil
  • 21.10.2011, 14:33hDortmund
  • Antwort auf #6 von Stefan Mielchen
  • Naja, wenn du eine offene Veranstaltung machst, bei der du keinen Eintritt nehmen kannst, dann muss halt eine Art "Mindestverzehr" her, um das ganze zu finantieren. Kenn wir doch alles. Aus Discos, Bars oder vom Handy.

    Was aber auch klar ist, dass viele Leute einfach nur zum feiern und f*cken an den CSD-Tagen teilnehmen. Und da kann man sich schon mal fragen, ob die großen CSDs nicht die gleichen Fehler machen, wie die öffentlich rechtlichen Medien. Jedes Jahr mehr Geld für Dinge ausgeben, deren Nutzen für die Mehrheit der Menschen ehr fraglich ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 tjaAnonym
#9 realityAnonym
  • 21.10.2011, 14:47h
  • Nun, wenn die Leutz ihr Saufen selbst mitbringen oder an der Paradestrecke im kiosk oder Supermarkt kaufen, dann kann man eben nix dagegen tun. Oder sollen am CSD-WE alle Geschäfte geschlossen sein? Eine eher unrealistische Vorstellung.

    Wenns mir auf der Veranstaltung zu teuer ist dann kauf ichs eben woanders.

    Und solange die Veranstaltung nicht in einem abgegrenzten Bereich mit eintritt und dergleichen stattfindet, so wie zum beispiel konzerte, dann hab ich auch das Recht dazu.

    Auch wenns abgegrenzte Bereiche sind lässt sich das nicht verhindern, siehe rock am Ring oder Wacken...
  • Antworten » | Direktlink »
#10 darkon
  • 21.10.2011, 15:23h
  • >> Markus Danuser vom ColognePride: "Wenn das
    >> Mode wird, dann fehlen die Einnahmen für ein
    >> attraktives Bühnenprogramm."

    Sehr gut!
    Dann bleiben vielleicht ein paar PartyTouristen aus und man könnte wieder den CSD zur politischen Demo machen.

    Also: Kauft mehr Bier beim Kiosk!
  • Antworten » | Direktlink »