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Michalis Sarris

Der ehemalige zyprische Finanzminister Michalis Sarris ist am Donnerstag gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 120.000 Türkischen Lira (rd. 47.000 Euro) von einem Gericht auf freien Fuß gesetzt worden. Der 65-Jährige war am letzten Donnerstag in einem Privathaus in Nikosia mit zwei jungen Männern festgenommen worden, die daraufhin alle wegen der Verabredung zu unnatürlichem Geschlechtsverkehr, sprich Homosexualität, angeklagt worden waren (queer.de berichtete).

Der ehemalige Weltbänker soll nun am 16. November für einen Prozess vor Gericht erscheinen, hat aber keine Reisebeschränkungen erhalten. Ob die beiden anderen Verhafteten, ein 17- sowie ein 29-Jähriger, ebenfalls freigelassen wurden, ist den regionalen Medienberichten nicht zu entnehmen. Sarris und dem 17-Jährigen wird vorgeworfen, Sex gehabt zu haben, was die Männer abstreiten und von einer Gerichtsmedizinerin nicht belegt werden konnte. Allen dreien wird die Verabredung zu einer Straftat vorgeworfen.

Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei am Samstag zwei weitere Jungen, 14 und 16 Jahre alt, festgenommen, denen ebenfals homosexueller Verkehr vorgeworfen wird, offenbar mit dem 29-Jährigen. Sie haben keinen Bezug zu Sarris und sind einem Bericht der "Cyprus Mail" zufolge inzwischen freigelassen worden. Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde die Anklage gegen Sarris um zwei weitere "unzüchtige Handlungen" mit Männern erweitert, die fabriziert klingen. Denn die beiden Jugendlichen im Alter von 16 und 22 Jahren sitzen derzeit im Gefängnis, einer wegen gefälschten Papieren, ein anderer wegen eines Drogendeliktes.

Nordzypern will Schwulenparagrafen abschaffen

Auf "unnatürlichen Geschlechtsverkehr" stehen in Nordzypern bis zu fünf Jahre Haft, Zypern selbst hatte 1998 einen entsprechenden Paragrafen abgeschafft und 2002 ein einheitliches Schutzalter von 17 Jahren eingeführt. Im türkischen Nordzypern gilt ein Schutzalter von 17, allerdings nur für Frauen. Nordzypern ist damit der einzige Staat bzw. Quasi-Staat in Europa, in dem Homosexualität noch bestraft werden kann.

Die Anklage gegen die drei Männer hatte daher zu starken Reaktionen von Politikern aus dem griechischen Teil Zyperns wie auch aus der EU geführt, so forderte Volker Beck die sofortige Freilassung der Männer und eine Abschaffung des Strafrechtsparagrafen. In einem Treffen mit der britischen EU-Abgeordneten Marina Yannakoudakis hatte Nordzyperns Präsident Derviş Eroğlu am Donnerstag zugesichert, dass eine Abschaffung des Gesetzes kommen und von ihm unterschrieben werde.

Der Karriere von Sarris dürfte die Sache aber geschadet haben, seine jetzige Funktion wird er wohl niederlegen müssen: Er führt derzeit die Untergruppe Wirtschaft bei den von den Vereinten Nationen organisierten Gesprächen über eine Wiedervereinigung der Insel. Die Polizei beteurt übrigens, sie habe am letzten Donnerstag nicht gewusst, wen sie festgenommen hatte. (nb)



#1 dark waterAnonym
  • 21.10.2011, 16:16h
  • sonst interessiert sich die meute doch auch für affären europäischer politiker, komischerweise findet man zu diesem thema kaum artikel in der allgemeinen presse...
    geht ja nur um einen schwulen der zu unrecht vor gericht steht, für die sensationsheischende presse also uninteressant, es würden sich zu wenig leser empören, weil sie der meinung sind er wird zu recht verurteilt.
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 21.10.2011, 16:44h
  • Solange dieser Paragraph in Nordzypern noch Bestand haben sollte, dürfte Nordzypern NULL Chance haben, in die EU aufgenommen zu werden und sicherlich auch keine Chance bestehen, das Zypern wiedervereinigt wird.

    Insofern ist es gut, wenn der nordzyprische Präsident Dervis Eroglu aktuell zugesichert hat, die Abschaffung des Gesetzes zu unterschreiben.

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    Ansonsten scheint hinter der Verhaftung sicherlich eine Schmutzkampagne gegen Sarris zu stehen. Wie sonst läßt sich erklären, dass er in einem Privathaus (!!!) verhaftet wurde. Woher hat die Polizei ansonsten die Durchsuchungsgenehmigung für dieses Privathaus. Schliesslich darf Polizei nicht in ein Privathaus gegen den Willen des Eigentümers eindringen, wenn nicht ein Dursuchungsbefehl vorhanden ist. Da würde also vorab hinter den Kulissen, Herr Sarris ausspioniert. Auch erstaunlich, wie so schnell die Aussagen von zwei weiteren jungen Männern zustandekommen, die im Gefägnis derzeit einsitzen.

    Da fragt man sich, wer hat ein politisches Interesse in Nordzypern Herrn Sarris schaden ?

    Und was kann man daraus erkennen: gut das es ansonsten in ganz Europa keine Region und kein Land mehr gibt, dass homosexuelle Handlungen unter Strafe stellt. Die Legalisierung hat gottseidank zumindest in Europa dazu geführt, dass homosexuellen Menschen nicht mehr auf diesem Wege bedroht werden und geschadet werden kann. Die Zeiten haben sich da sehr verändert.
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#3 doktorProfil
#4 schwulenaktivist
#5 Lapushka
  • 21.10.2011, 17:25h
  • Solange kein sexueller Mißbrauch vorliegt, muss Sexualität zwischen Erwachsenen so "unzüchtig", "amoralisch" und "widernatürlich" sein dürfen wie sie will. Das geht keinen etwas an.
    Wie kann sich ein Staat das Recht herausnehmen, sich da einzumischen? Wie kann man Erwachsene so fremdbestimmen wie kleine Kinder?
    Schrecklich.
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#6 FloAnonym
  • 21.10.2011, 18:17h
  • Was sind das für perverse Staaten, die Erwachsenen vorschreiben, wie sie zu denken, fühlen und leben haben.

    Erstens müssen alle Inhaftierten sofort freigelassen werden und für die Haftzeit entschädigt werden. Und zweitens müssen die Prozesse sofort abgesagt werden.

    So ein Staat hat definitiv nichts in der EU zu suchen!
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.10.2011, 10:37h
  • Na bitte, es geht doch! Nur wenn internationaler Druck ausgeübt wird, kuschen die Herren Politiker!
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#8 SchokiAnonym
  • 22.10.2011, 11:20h

  • Ich frage mich gerade, was die Polizisten dort mit ihren Entschuldigungsversuchen erreichen wollen. Wäre die Festnahme etwa gerechtfertigter gewesen, wenn das kein Weltbanker gewesen wäre?! Das ist ja umso menschenverachtender!!
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#9 Michael B.Anonym
  • 26.10.2011, 03:03h
  • Mir dreht sich der Magen um. Ein 65-Järiger Großvater und ein Minderjähriger! Da dieser Junge rechtlich noch ein Kind ist, droh dem Täter eine größere Haftstrafe. Das ist auch gut so. Man sollte die Jugend vor triebgesteuerten Pensionären schützen! Deshalb würde ich es begrüßen, wenn der zypriotengriechische Minister die Höchststrafe von 15 Jahren bekommt (siehe Stgb) und danach nie wieder einen Fuß in den nördlichen Teil der Insel setzen darf.
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