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Transgender-Aktivist Anno wird von einem Polizisten das Plakat entfernt (Bild: Gayrussia (Galerie))

In Moskau ist am Samstag eine Demonstration von Schwulen, Lesben und Transgendern von der Polizei aufgelöst worden. Der Protest zum Internationalen Tag gegen die Pathologisierung von Transgendern vor dem Gesundheitsministerium Russlands war im Vorfeld verboten worden.

Fünf Personen wurden festgenommen, darunter Organisator Anno Komarow, aus unserer Berichterstattung zum CSD in Moskau noch als Anna bekannt, der Leiter des CSD in St. Petersburg, Yury Gavrikov, und der neue CSD-Planer für Moskau, Alexander Naumchik. Nikolai Aleksejew, der bekannteste Fürsprecher für LGBT-Rechte des Landes und bisheriger Organisator des Moscow Pride, hatte am Freitag seinen Rückzug erklärt (queer.de berichtete).

Naumchick sagte einer russischen Nachrichtenagentur, zehn Personen hätten fünf Minuten lang Plakate halten können, bis die Polizei kam. Der RIA-Bericht sprach dabei von einer LGBT-Demo, ohne näher auf Transgender einzugehen. Die Verhafteten kamen auf einer Polizeistation, wo ihre Identität festgestellt wurde, und waren bereits nach knapp über einer Stunde wieder frei. Sie wurden mit einer Geldstrafe belegt, wobei es bei der Eintreibung mangelt. Anno, schon mehrfach festgenommen und bestraft, hat bislang nie etwas bezahlt.

Willkür in Russland

Am heutigen Internationalen Tag gegen die Pathologisierung von Transgendern wollen die Organisatoren wie ihre Mitstreiter auf der ganzen Welt gegen die Klassifizierung von Transsexualität als Krankheit protestieren, auch in Berlin.

Die Weltgesundheitsorganisation spricht in ihrem Katalog ICD von "Sexual Identity Disorder" als mentale Krankheit ebenso wie der Katalog DSM der American Psychiatrist Association. Die beiden weltweit führenden Krankheits-Auflistungen stehen beide vor einer Überarbeitung.

Seit 1997 dürfen Transgender in Russland ihr offizielles Geschlecht ändern lassen, stoßen aber häufig auf bürokratische Willkür. Oft werden die erforderlichen ärztliche Bescheinigungen abgelehnt, weil es kein einheitliches offizielles Formular gibt. 2009 konnte eine Transsexuelle, die eine Hormontherapie begonnen hatte, auch auf dem Rechtsweg in mehreren Instanzen keine Änderung erzwingen. Auch eine vorhandene Ehe wird oft zur Ablehnung genutzt. Selbst im Regelfall dauert eine Änderung ein bis zwei Jahre und beinhaltet eine Begleitung durch einen Psychologen vor und nach der Geschlechtsanpassung, die im Regelfall notwendig ist. Wie Schwule und Lesben sind Transgender nicht durch Antidiskriminierungsgesetze geschützt. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 HinnerkAnonym
  • 22.10.2011, 13:14h
  • Und unser Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder würde die vermutlich weiterhin als "lupenreine Demokraten" bezeichnen, nur um sich seine Managerkarriere zu sichern.

    Die SPD ist genauso unwählbar wie Union und FDP!
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#3 MethodologieAnonym
#4 bastapapsta
  • 22.10.2011, 15:40h
  • Ob katholisches oder in Russland orthotoxes Denuntiantentum an der Macht ist, wenn ewig so weiter gemacht wird, dann erreicht man irgendwann damit, dass die Diskriminierten auch mal zu drastischeren Mitteln greifen, wie kürzlich in Rom geschehen:

    www.gloria.tv/?media=205629


    Auch wenn ich es nicht so ganz richtig finde, anderer Leuts Sachen zu zerstören, verstehen kann ich es irgendwie, dass manch einem der Kragen platzt und er dann auf den Putz haut. Das ist es zumindest, was diese "christlichen" Denunzieren irgendwann auslösen, wenn sie nicht endlich mal über ihren eigenen Tellerand schauen und toleranter werden.
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#5 Carsten ACAnonym
#6 anderswoAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil