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Brasilien könnte das zweite südamerikanische Land werden, das die Ehe für Schwule und Lesben öffnet

Das Oberste Berufungsgericht in Brasilien hat erstmals die gleichgeschlechtliche Ehe eines lesbischen Paares anerkannt.

Geklagt hatten zwei Frauen aus dem südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul, deren Namen nicht veröffentlicht worden sind. Ihnen war die Eheschließung in ihrer Heimat verboten worden - sie klagten dagegen und scheiterten zunächst in der ersten Instanz. Die Richter in Brasilia entschieden aber mit vier Stimmen gegen eine, dass "die sexuelle Orientierung nicht als Vorwand dienen darf, Familien vom rechtlichen Schutz, den die Ehe bietet, auszuschließen". Sie beriefen sich dabei auf die Verfassung, in der ausdrücklich Diskriminierung verboten ist.

Bereits im Mai hatte der Oberste Gerichtshof die Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren angemahnt, aber nicht ausdrücklich die Öffnung der Ehe gefordert (queer.de berichtete). Die derzeit in Brasilien möglichen eingetragenen Partnerschaften müssten aber die gleichen Rechte beinhalten wie die (heterosexuelle) Ehe.

Im Juni hat dann erstmals ein Gericht in Brasilien entschieden, dass die Ehe von zwei Männern anerkannt werden müsse (queer.de berichtete). Es berief sich dabei auf den Gleichbehandlungsgrundsatz, der nur dann erfüllt sei, wenn die Institution Ehe nicht nur für Menschen einer bestimmten sexuellen Orientierung offen stehe.

Weitere Klagen erwartet

Noch ist unklar, welche Auswirkungen das neuerliche Urteil haben wird. Es wird jedoch mit einer Klagewelle gegen das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe gerechnet. Dann könnte der Oberste Gerichtshof letztendlich entscheiden, ob die Ehe künftig auch Schwulen und Lesben offen steht - sollte nicht vorher die Politik eine Entscheidung herbeiführen.

Im brasilianischen Parlament gibt es von Politikern aus linksgerichteten Parteien bereits seit Monaten Initiativen zur Öffnung der Ehe. Die sozialistische Präsidentin Dilma Rousseff lehnt die Gleichbehandlung im Eherecht jedoch mit Blick auf religiöse Wähler ab. Evangelikale Gruppen und die katholische Kirche haben die Regierung wiederholt davor gewarnt, Homosexuelle gleichzustellen. So erklärte Erzbischof Dadeus Grings, dass die Anerkennung der Homo-Ehe zu einer "pädophilen Gesellschaft" führen würde (queer.de berichtete).

In Lateinamerika haben bislang nur Argentinien und Mexiko-Stadt die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. (dk)



#1 REINIBEARProfil
  • 26.10.2011, 12:13hFrankfurt
  • Wiedermal sieht es so aus, als ob andere Staaten wesentlich "weiter" sind als Deutschland. Auch das Verfassungsgericht lässt ja da auf sich warten - jedenfalls bei der Gleichstellung der "Mini-Ehe".
    Ein Armutszeugnis für Deutschland - wie immer..
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.10.2011, 12:28h
  • Die Entscheidung des Obersten Bundesgerichts ist zu begrüßen und ich hoffe, daß sich die Politiker mit der Einführung der Homoehe nicht allzu lange Zeit lassen und das Ganze schnell über die Bühne geht, damit der Einfluß der Katholischen Kirche für immer gebrochen wird!
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#3 seb1983
  • 26.10.2011, 12:42h
  • Antwort auf #1 von REINIBEAR
  • Wie immer schlägt die deutsche Miesmacherei durch...

    Etwa ein dutzend Länder hat die Ehe geöffnet, ein weiteres gutes dutzend hat Partnerschaften eingeführt.
    Bei der kleinen progressiven Avantgarde ist Deutschland mal wieder nicht dabei, da passt das wie immer.
    Wenn bei 200 Staaten auf der Erde aber unter 30 Homopartnerschaften überhaupt anerkennen, dann ist, traurig aber war, Deutschland mit seiner ELP Krücke noch in der Spitzengruppe dabei.

    Für Lateinamerika wird das die in dieser Beziehung höchst erfreuliche Entwicklung fortsetzen wenn beide Flächenstaaten Brasilien und Argentinien die Ehe geöffnet haben.
    Ein großes Problem bleibt einzig die ausufernde Gewalt gegen Schwule.
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#4 psycho-watchAnonym
#5 schlägt durchAnonym
#6 daVinci6667
  • 26.10.2011, 17:40h

  • "So erklärte Erzbischof Dadeus Grings, dass die Anerkennung der Homo-Ehe zu einer "pädophilen Gesellschaft" führen würde"

    LOL! Ich lach mich krank!
    Natürlich ist es in Wahrheit genau umgekehrt: Dort wo wir gleiche Rechte haben, inkl. Ehe und (entscheidend) dort wo es wenige Katholen gibt und wenig kath. Kirchenpersonal in zölibatärer Sklaverei, dort gibt es weniger Missbrauch an Kindern!
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#7 alexander
  • 26.10.2011, 18:34h
  • Antwort auf #6 von daVinci6667
  • man "kann" sich nicht mehr, man MUSS sich nur noch wundern, dass immer noch der grösste teil der menscheit auf diese religiösen eiferer hereinfällt ? (mutmaßungen, mal aussen vor).

    in einer zeit der weltweiten kommunikation, wo das "handy" nicht mal mehr "vorm regenwald" halt macht, ist es fast unverständlich, dass sich menschen immer wieder von diesen stimmungsmachern manipulieren lassen.

    (zumal sich missbrauch, gerade in kleinen dörfern, nicht lange verheimlichen lässt !)
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#8 seb1983
#9 Timm JohannesAnonym
  • 26.10.2011, 19:26h
  • Eine sehr gute Entscheidung und wichtige Entwicklung in Brasilien.

    Nach Argentinien öffnet nunmehr also auch Brasilien die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. An dieser höchstgerichtlichen Entscheidung in Brasilia kann auch das brasilianische Parlament vorbei und das ist gut so.
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#10 occupyAnonym