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Slogan des Shanghai Pride 2011: Loving Living Giving

Zum Start des Shanghai Pride vom 22. bis 29. Oktober 2011 hat die chinesische Zensurbehörde die Homepage des Festivals geblockt.

Von Carsten Weidemann

Neuer Rückschlag für die kleine LGBT-Bewegung in China: Kurz vor dem Start des Shanghai Pride vom 22. bis 29. Oktober 2011 hat die Zensurbehörde des kommunistisch regierten Landes die Homepage des Festivals geblockt. Mittels Firewall ist shanghaipride.com im gesamten Land nicht mehr aufrufbar.

Für die schwul-lesbischen Aktivisten bedeutete die Zensur ein Fiasko - war doch die Homepage das einzige Informationsmedium zum CSD in der 23-Millionen-Metropole. Zudem wurden Orte und Zeiten der meisten Veranstaltungen nur kurzfristig bekannt gegeben. Mit dieser Strategie wollten die Organistoren eigentlich Komplikationen mit den Behörden vermeiden. So hatte sich vor zwei Jahren die Regierung in die Programmplanung eingemischt und darauf bestanden, dass einzelne Veranstaltungen gestrichen werden.

Trotz Zensur über 600 Gäste bei Eröffnungsparty

Zur Eröffnungsparty des Festivals am vergangenen Samstag in einem mexikanischen Restaurant in Shanghai seien dennoch über 600 Gäste gekommen, teilte Pride-Organisatorin Charlene Liu mit. Ein kleines Poster am Eingang mit den Worten "Pride" war der einzige Hinweis, dass es sich um eine CSD-Party handelte - selbst auf Regenbogenfahnen wurde verzichtet. Mit Ausnahme einer Dragshow hätte man das Event auch für eine gewöhnliche private Partys halten können.

Zu Zwischenfällen bei Veranstaltungen des Shanghai Pride 2011 kam es bislang nicht. Das Festival endet am 29. Oktober mit einem Vortrag über die Homoehe, einer schwul-lesbischen Pub Crawl und einer Abschlussparty.

Noch 2009 hatte Chinas Regierung in ihren Medien das erste Gay-Pride-Festival des Landes in Shanghai gelobt (queer.de berichtete). Das Festival sei ein Zeichen von "großer Wichtigkeit", schrieb damals die Tageszeitung "China Daily", die im Besitz der kommunistischen Partei ist. Das Organ lobte die "Toleranz" und den "sozialen Fortschritt", der in den letzten Jahren zum Vorschein getreten sei.

Zwei Jahre später ist davon nur noch wenig zu spüren.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.10.2011, 18:12h
  • Über China ist sschon alles gesagt! In Taiwan hätte die Regierung es nicht gewagt, diese Webseite zu zensieren, denn dort hat die LGBT-Community das bessere Leben und braucht sich in dem Fall keine Ressentiments gefallen lassen!

    Außerdem gilt es noch etwas zu verhindern: China will sich Staatsanleihen von EU-Ländern unter den Nagel reißen und das gilt es zu verhindern! Diese Aktion mit der zensierten Webseite hat nur noch einmal bestätigt, daß man diesem Land nicht über den Weg trauen kann!
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#2 hausfrauenseiteAnonym
#3 daVinci6667
  • 28.10.2011, 23:27h

  • Ich verstehe Chinas Politik nicht. Extreme Überbevölkerung haben zur Ein Kind Politik geführt. Diese wiederum dazu, dass vor allem die teilweise immer noch sehr rückständige Landbevölkerung Mädchen bei der Geburt einfach umbrachten. Resultat: Viel zu viele junge Männer, zu wenig Frauen.

    Schon aus diesen Gründen (Individualität und Menschenrechte haben in China ja noch nie viel gegolten) sollte dieses Riesenland eigentlich eine sehr moderne schwul-emanzipatorische Politik betreiben, in der die gleichgeschlechtliche Ehe eine Selbstverständlichkeit darstellt.
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#4 Lapushka
  • 29.10.2011, 14:29h
  • Antwort auf #3 von daVinci6667
  • Nur weil es einen Männerüberschuss gibt, heisst das aber nicht dass die alle schwul sind oder notfalls Männer heiraten um überhaupt jemanden zu haben.
    Ich denke eher, dass es früher oder später einen florierenden Markt mit Importbräuten geben würde.

    Alles in Allem ist mir China ziemlich suspekt. Klar kann man es nicht pauschalisieren, aber ich weiss nicht, ob es viele Länder gibt wo an die 20 Leute über ein überfahrenes Kleinkind einfach drüberlatschen würden ohne zu helfen.
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