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Kürzung der Entwicklungshilfe

Afrikanische Homo-Gruppen kritisieren Westen


In großen Teilen Afrikas drohen Schwulen und Lesben Gefängnisstrafen

Schwule und lesbische Gruppen aus ganz Afrika haben in einer gemeinsamen Erklärung die Einschränkung der westlichen Entwicklungshilfe für homophobe Länder kritisiert.

Mehr als 50 Organisationen und viele Einzelpersonen haben Geberländer davor gewarnt, dass eine Kürzung der Hilfen negative Auswirkungen auf sexuelle Minderheiten haben könnte. So verschlechtere das die Arbeitsbedingungen von lokalen Bürgerrechtsorganisationen und könne zu einer "Gegenreaktion" gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transpersonen führen.

Die Erklärung ist eine Reaktion auf die Ankündigung Großbritanniens, Entwicklungshilfe für homophobe Staaten zu kürzen (queer.de berichtete). Ein Sprecher des britischen Entwicklungsministeriums hatte Anfang Oktober angekündigt, "Strafgelder" gegen Länder zu verhängen, die schwul-lesbische Bürgerrechte missachteten. London hatte deswegen bereits die Entwicklungshilfe für Malawi gekürzt. Auch Deutschland hat Gelder an den südostafrikanischen Staat eingefroren (queer.de berichtete).

Sexuelle Minderheiten der "Sündenbock" für Kürzungen

Die afrikanischen Homo-Gruppen kritisieren, dass diese Kürzungen mehr schadeten als nutzten: "Wie wir in Malawi gesehen haben, verschlimmert sich die Intoleranz und die politische Führung macht LGBTI-Menschen zum Sündenbock für die Mittelkürzungen". Außerdem wären von den Kürzungen besonders Bereiche wie Bildung und Gesundheitsvorsorge betroffen, was zu einer weiteren Verschlechterung der Situation für sexuelle Minderheiten führe.

Britischer Premierminister macht Druck


Premierminister David Cameron (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)

Am Wochenende hat der britische Premierminister David Cameron indessen bei einem Treffen der Commonwealth-Staaten im australischen Perth bekräftigt, dass Staaten, die Entwicklungshilfe erhalten wollten, "die Menschenrechte angemessen schützen" müssten. Im BBC-Fernsehen sagte der Regierungschef, dass die Hilfe an Bedingungen geknüpft sein müsse. Er erklärte aber auch, dass die Politik in selbständigen Ländern nicht "über Nacht" geändert werden könne.

41 der 54 Commonwealth-Mitgliedsstaaten verfolgen gegenwärtig homosexuelle Handlungen per Gesetz. Die meisten Vorschriften gegen gleichgeschlechtlichen Sex wurden jedoch im 19. Jahrhundert von Großbritannien als ehemaliger Kolonialmacht erlassen. London schaffte das Homo-Verbot schließlich 1968 ab, anders als die meisten der Ex-Kolonien. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Soll die Entwicklungshilfe für Länder gestrichen werden, die Schwule und Lesben verfolgen?
    Ergebnis der Umfrage vom 31.10.2011 bis 07.11.2011


Gambia: Homo-Verbot wichtiger als Entwicklungshilfe

Der Präsident von Gambia hat ausländische Diplomaten gewarnt, dass sein Land eher auf Entwicklungshilfe verzichten würde als Schwule und Lesben zu akzeptieren.
Entwicklungshilfe: Vorwurf des Kolonialismus

Regierungsvertreter aus Uganda, Malawi und Ghana werfen der britischen Regierung vor, sich weiterhin wie eine Kolonialmacht zu verhalten, weil England auf Homo-Rechte pocht.
#1 MarekAnonym
  • 31.10.2011, 12:14h
  • 1. Nicht die Minderheiten sind die Sündenböcke, sondern die faschistischen Regierungen und deren Anhänger.

    2. Die Entwicklungshilfe kommt ja gerade nicht sexuellen Minderheiten zugute, sondern dient nur dazu, dass sich homophobe Diktatoren an der Macht halten können.

    3. Wenn die den Westen und die Schwulen so pervers finden, wollen sie ja sicher auch nicht unser Geld.

    4. Ich akzeptiere es nicht, dass mit meinen Steuergeldern Homohassern geholfen wird, sich im Amt zu halten.
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#2 SebiAnonym
  • 31.10.2011, 12:37h
  • Antwort auf #1 von Marek
  • Sehe ich auch so!

    Das Geld dient nur den Diktatoren dazu, sich an der Macht zu halten.

    Und wenn sie den Westen und insbesondere Schwule und Lesben so dekadent finden, wollen sie sicher auch nicht unser Geld.

    Die Sache ist doch ganz einfach:
    wenn sie unsere Kohle wollen, brauchen sie nur die Verfolgung von Schwulen und Lesben dauerhaft abschaffen.

    Wenn ich von anderen Geld geschenkt bekomme, muss ich auch die Bedingungen akzeptieren. Und bin ich dazu nicht bereit, muss ich halt das Geld ablehnen.
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#3 RalfAnonym
  • 31.10.2011, 12:53h
  • Großbritannien sieht sich zu Recht in der Pflicht, auf seine ehemaligen Kolonien und jetzigen Commonwealth-Partner einzuwirken, um den Menschenrechten Geltung zu verschaffen. Diese Staaten berufen sich weitgehend auf britische Rechtstraditionen. Ihnen muss klar gemacht werden, dass diese Traditionen überall dort überholt sind, wo sie der Benachteiligung und Verfolgung von Menschen dienen.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.10.2011, 13:37h
  • Ich kann die Kritik teilweise nachvollziehen, aber Entwicklungshilfekürzungen sind ein Druckmittel, um Menschenrechte in Ländern anzumahnen, die diese mit Füßen treten. Leider fallen China und Iran nicht darunter, wohl aber Nordkorea, das es nicht mehr geben würde, wenn China nicht wäre und eine Wiedervereinigung blockieren würde.
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#5 daVinci6667
  • 31.10.2011, 14:42h

  • Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten ist zwar grundsätzlich unsere Pflicht, muss aber an Auflagen gebunden sein. Und leider, so hart es tönt, die meiste Entwicklungshilfe nützt rein gar nichts, dass haben leider die letzten Jahre mehrfach bewiesen. Wieso also unser Geld in homophobe Länder und Diktaturen senden? Damit werden nur die Machthaber unterstützt. Hunger ist nunmal auch Antrieb zu nötigen Revolutionen!

    Will man helfen, kauft man am besten für eine arme Bauersfamilie in einem armen, aber einigermaßen demokratischen Land einen Ochsen oder eine Kuh. Das rote Kreuz vermittelt gerne.
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#6 alexander
  • 31.10.2011, 16:44h
  • es ist schon sehr bezeichnend, dass 41, von 54 commonwealth-staaten homophobe gesetze durchsetzen. hier ist grossbritannien mehr als in der pflicht seine "hinterlassenschaften", nach jahrzehnten in den griff zu bekommen.

    generell sind die befürchtungen der einheimischen natürlich berechtigt, aber was wäre der umkehrschluss ? noch mehr gelder, sprich die finanzielle unterstützung erhöhen, um die "sympathischen homophben staatenlenker" umzustimmen ???
    die würden uns die zunge rausstrecken und für verstärkte unterdrückung sorgen, in der hoffnung, dass dann noch mehr bares die privatschatulle füllt !!!
    diese situation ist eine echtes dilemma, eigentlich auch nur halbwegs in den griff zu bekommen, wenn sich alle geberländer zusammenschließen und vereint die betroffenen staaten anprangern, mit der drohung die gelder komplett einzubehalten, wenn nicht sofort die diesbezüglichen gesetze geändert und umgesetzt werden ! mit "kürzungen" ist hier keine umkehr zu erreichen ! man könnte nur versuchen mit sachwerten die bevölkerung zu unterstützen, auf die diese machthaber keinen zugriff haben.
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 31.10.2011, 18:24h
  • Entwicklungshilfe hat in afrikanischen Ländern wie Uganda, Sudan, Nigeria oder Simbabwe derzeit nichts verloren. Dort werden nur homophobe Regierungen gestützt, die es nicht verdient haben, Entwicklungshilfegelder zu kassieren.

    Ganz klar gehört daher Entwicklungshilfe für solche homophoben Staaten gestrichen und diese Entwicklungshilfe an homofreundliche Regierungen und Staaten umverteilt, die beispielsweise sexuelle Handlungen legalisiert haben oder dies planen: sehr vorbildlich zu nennen sind hier Südafrika, Madagaskar, Mosambique, Gabun, Mali oder Niger. In diesen Ländern Afrikas sind homosexuelle Handlungen legal.
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#8 SchokiAnonym
  • 31.10.2011, 18:30h

  • Super, und innerhalb der Länder wird der Bevölkerung das ungefähr so erklärt: "Die westlichen Länder kürzen wegen ein paar Schwuchteln euer Bildungs - und Gesundheitsgeld, ihr müsst jetzt sauer auf die sein" Und in Gedanken: "Schließlich kann man ja nicht unsere Milliarden antasten..." Das ist auch keine Lösung! Leute, doch mal weiter. Glaubt ihr wirklich, dass wenn man die Gelder kürzt, die Regierung schlechtes dran ist? Wohl kaum!
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#9 YannickAnonym
#10 YannickAnonym
  • 31.10.2011, 19:29h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • Volle Zustimmung!

    Wenn ich schon von jemandem Geld GESCHENKT bekomme, muss ich mich auch an deren Bedingungen halten. Und wenn die das nicht wollen, sollen sie halt kein Geld bekommen.

    Denn wir dürfen eines nicht vergessen:
    die finden zwar "den Westen" und die Schwulen ganz ekelhaft, aber unser Geld finden die nicht ekelhaft, das nehmen die. Aber dann sollten die zumindest auch einige grundlegende Menschenrechte achten.

    Das sollte eigentlich selbstverständlich sein:
    wenn mir jemand Geld schenkt, sollte ich den nicht auch noch als dekadent verachten.
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