Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15293

"Homosexualität stammt vom Teufel"

Katholische Kirche macht Rückzieher


In der jetzt zurückgezogenen Kolumne wird der Teufel persönlich für die Existenz von Schwulen und Lesben verantwortlich gemacht

Die katholische Erzdiözese Boston hat sich für einen Artikel in der offiziellen Kirchenzeitung entschuldigt, in dem Homosexualität als Erfindung des Teufels bezeichnet wurde.

Die Kolumne von Kirchensprecher Daniel Avila war am 28. Oktober im "Boston Pilot" veröffentlicht worden. Darin beschreibt er, dass der Teufel Menschen homosexuell mache, um "Seelen zu ruinieren" (queer.de berichtete). Am Mittwoch hat die Kirchenleitung den Artikel nach heftiger Kritik zurückgezogen und sich dafür entschuldigt, dass man "nicht den theologischen Fehler vor der Veröffentlichung" entdeckt habe.

Auf der Internetseite der 1829 gegründeten Zeitung entschuldigte sich auch der Autor für die "Schmerzen und die Verwirrung", die der Text ausgelöst habe. Er repräsentiere nicht die Meinung der amerikanischen Bischofskonferenz. Er erklärte weiter, dass "alle Personen nach dem Bild Gottes" geschaffen worden seien und dass er "jegliche ungerechtfertigte Diskriminierung" ablehne. Allerdings bekräftigte Avila, dass Schwule und Lesben nie das Recht zu heiraten erhalten sollten, weil sonst die "Heiligkeit der Ehe als dauerhafte (...) Verbindung von einem Mann und einer Frau" beschädigt werde.

Avila hatte in seinem Text einen Hirnforscher zitiert, der Hormonschwankungen im Mutterleib als Grund für Homosexualität ausgemacht haben will. Diese Schwankungen, so Avila, seien nicht zufällig, sondern stammten direkt vom Teufel.

Die katholische Kirche hat sich in den letzten Jahren insbesondere in Neu-England in den politischen Kampf um Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht engagiert. Das führte sogar dazu, dass die Kirche ein Heim für Pflegekinder als Rache für die Einführung der Homo-Ehe in der Hauptstadt Washington schließen ließ (queer.de berichtete). Kirchenvertreter hatten auch mit der Schließung von Obdachlosenheimen gedroht. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.11.2011, 12:16h
  • Die Entschuldigung ist das mindeste, was man von diesem Autor verlangen kann und er sollte sich da lieber vorher überlegen, was er von sich gibt und ich schätze mal, daß es viele Proteste gegen den Artikel seitens der Leser gab.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Iceman
  • 03.11.2011, 13:26h
  • Das erinnert mich so ein bisschen an die politische Diskussion von Loriot:

    "Sie nehmen das Kaninchen zurück!"
    "Nein"
    "Dann nehmen Sie irgendwas zurück!"

    Die Entschuldigung ist eine Seite, aber im selben Ton wieder zu sagen, dass Schwule und Lesben nicht heiraten dürfen eine Andere.
    Die Heirat von Schwulen und Lesben zu verweigern ist einfach lächerlich, wenn man sagt, sie seien "(...) nach dem Bild Gottes" geschaffen worden seien und dass er "jegliche ungerechtfertigte Diskriminierung" ablehne."

    ABER EBEN GENAU DAS STELLT AUCH EINE DISKRIMINIERUNG DAR!
    Ich frag mich manchmal echt, wie vielen Menschen das Glück des logischen Denkens fehlt.
    Beim Klerikat hab ich das längst aufgegeben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 finkAnonym
  • 03.11.2011, 16:35h
  • gäbe es ein lexikon "katholisch - deutsch", dann stünden dort folgende übersetzungen:

    "ich entschuldige mich für die Schmerzen und die verwirrung, die mein text ausgelöst hat."
    =>
    "da diese überempfindlichen homos heutzutage ja leider nicht mehr stillehalten, wenn man sie in den dreck tritt, muss ich ein paar krokodilstränen heucheln. aber recht habe ich doch."

    "ich lehne ungerechtfertigte diskriminierungen ab."
    =>
    "aber wenn es darum geht, sie zu rechtfertigen, bin ich ganz vorne mit dabei!"
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Kristian
  • 03.11.2011, 18:35h
  • Aha. Dann kann jetzt ja die amerikanische Bischofskonferenz zeigen, dass man sie noch ernst nehmen muss, und sich von dem dämlichen Artikel distanzieren. Nicht, dass ich große Hoffnung darauf habe...
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Flo_Anonym
  • 03.11.2011, 19:50h
  • Sobald es finanzielle Folgen hat, ändert man seine Meinung...

    Das zeigt, dass diese Hass-Sekte keinerlei Grundprinzipien hat, sondern ihr Meinung gerade so dreht, wie es taktisch am günstigsten ist.

    Und das zeigt vor allem auch, dass es denen nur um Geld und Macht geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Timm JohannesAnonym
  • 03.11.2011, 23:12h
  • Von der Queer-Redaktion diesmal positiv überrascht, dass Ihr diese Meldung aufgreift und auch die Richtigstellung der katholischen Erzdiözese Bostons überhaupt erwähnt. Das konnte man bei Euch nicht erwarten...

    Normalerweise unterschlagt Ihr bekanntlich solche Meldungen gern, damit nur die Negativschlagzeilen aus dem Religionssektor hängenbleiben.

    Die positiven Meldungen aus dem Bereich Religion haben es bei Euch bekanntlich in Eurer Reportage schwer. Der Grund dieser laizistischen/atheistischen Berichterstattung liegt nicht darin, dass es KEINE positiven Meldungen aus dem Religionssektor zu LGBT Themen gibt, sondern weil es den Autoren der Queer in ihr atheistisches/laizistisches Gedankengerüst viel besser passt, wenn sie auf Religion einhauen können.

    Selbst bedauere ich diese Grundhaltung der Queer-Autoren, da dadurch eine verzerrte Darstellung der tatsächlichen Enwicklungen im Bereich Religion erfolgt.

    Die fortschreitenden Erfolge gerade in den Reihen der protestantischen, anglikanischen, altkatholischen Kirchen vergesst Ihr gerne in Euren Meldungen, so wie ihr auch kaum von den befürwortenden Synodenentscheidungen aus den Landeskirchen berichtet, wo überall derzeit in den verschiedenen Landeskirchen das neue einheitliche Pfarrdienstrecht (inklusive verpartnerte Pfarrer) angenommen wird.

    Die Haltung der Katholischen Kirche ist uns allen bekannt, aber immer wieder schreibt ihr NUR über diese Kirche und ihre Haltung; ansonsten beschränkt ihr Euch meistens auf Negativmeldungen aus einzelnen "abstrusen" Freikirchen wie die Westboro-Familienclankirche.

    Mir ist Eure Berichterstaatung zur Religionsthemen im Querschnittsgebiet LGBT viel zu verzerrt und unausgewogen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 securitasAnonym
  • 04.11.2011, 05:33h
  • Antwort auf #8 von Timm Johannes
  • Es gibt KEINE positiven Meldungen aus dem Religionssektor zu LGBT Themen.

    Es KANN bestenfalls nur Meldungen über Bewegungen religiös gebundener Gruppierungen
    in Richtung Zivilisation geben. Bestenfalls!

    Solche Meldungen sind naturgemäß ausschließlich als Schadenszustandsberichte wahrzunehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Timm JohannesAnonym
  • 04.11.2011, 08:21h
  • Antwort auf #9 von securitas
  • @securitas
    "Es gibt KEINE positiven Meldungen aus dem Religionssektor zu LGBT Themen. "

    Deine Antwort ist wieder typisch und spricht Bände, wie manipulativ im Religionssektor hier das LGBT Thema angewandt wird, um Religion generell zu kritisieren. Ich halte dies als lutherischer homosexueller Mann für grundlegend falsch. Da ist mir das Engagement der HuK viel lieber.

    Übrigens aktuell hat die britische Regierung ab Dezember 2011 den britischen Kirchen und Religionsgemeinschaften freigestellt, ob sie in ihren Kirchen homosexuellen Paaren für die Civil Union (=Eingetragene Lebenspartnerschaft) eine Segnung oder Trauuung anbieten.

    Insbesondere Quäker, Unitarier, liberale jüdische Organisationen und die presbyteriansch organisierte Church of Scotland machten sich hierfür stark. In den anglikanischen Kirchen, der Church of England, der Church of Wales und der Episcopalchurch of Scotland ist dies Thema sehr kontrovers derzeit diskutiert.
    Demgegenüber ist auch im Vereinigten Königreich die Katholische Kirchenleitung massiv dagegen und versucht dort durch Lobbyarbeit gegen die Rechte homosexueller Paare anzuarbeiten.
  • Antworten » | Direktlink »