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Nach Tirade gegen Homosexuelle

Serbien: Homophober Politiker verurteilt


Der Rechtspopulist Dragan Markovic darf Homosexuelle nicht länger als krank bezeichnen

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.

Dragan Markovic, der Chef der rechtspopulistischen Partei "Vereinigtes Serbien" und Bürgermeister der Stadt Jagodina, war von der Homo-Gruppe "Gej strejt alijansa" (GSA) verklagt worden, weil er im Vorfeld des geplanten Belgrader CSDs im August diesen Jahres Homosexuelle als "krank" bezeichnet hatte. Der 51-Jährige muss keine Strafe zahlen, darf aber die Äußerungen nicht wiederholen. Er muss zudem die Gerichtskosten der Kläger tragen.

GSA verklagte Markovic, nachdem er ein Verbot des CSDs mit harschen Worten gefordert hatte: "Die Haltung der Partei 'Vereinigtes Serbien' und auch meine persönliche Ansicht ist, dass Homosexuelle nicht in den Straßen Belgrads demonstrieren sollten, weil sie etwas zeigen, das krank ist und nicht normal."

Der CSD in Belgrad ist Anfang Oktober verboten worden, weil rechtsgerichtete Gruppen mit Gewalt gedroht hatten. Die serbische Regierung erklärte daraufhin, dass sie nicht für die Sicherheit der Parade-Teilnehmer garantieren könne (queer.de berichtete). Markovic gab nach dem Verbot Interviews, in denen er seinen "Sieg" feierte: "Wenn ich wirklich dazu beigetragen habe, die 'Parade der Schande' in Belgrad zu verhindern, dann bin ich sehr stolz darauf".

GSA zufrieden

Obwohl das Gericht keine Strafe gegen Markovic verhängte, zeigte sich die GSA mit dem Urteil zufrieden: "Das Gericht hat entschieden, dass Dragan Markovic diskriminiert hat und hat angeordnet, dass er das nicht wieder tun kann", erklärte GSA-Rechtsanwalt Aleksandar Olenik gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Zum ersten Mal habe ein serbisches Gericht einen Politiker aufgrund seiner Hass-Tirade gegen Schwule und Lesben verurteilt, so Olenik. Der Sieg sei daher "strategisch wichtig". In seiner Urteilsbegründung erklärte das Gericht, dass Markovic "zur Intoleranz und zum Hass auf Basis der sexuellen Orientierung" aufgerufen habe, was gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien verstoße.

Serbien bemüht sich gegenwärtig um die Aufnahme in der Europäischen Union. Ein EU-Berichterstatter hat sich jedoch besorgt über die Lage von Schwulen und Lesben im Land geäußert. In Umfragen zeigt sich jedoch, dass die Bevölkerung Homosexuellen ablehnend gegenüber steht: So erklärten im vergangenen Jahr 56 Prozent der Serben, dass Schwule und Lesben eine Gefahr für die Gesellschaft seien. Besonders erschreckend an der Umfrage eines unabhängigen Instituts: Die Homophobie hat in den letzten Jahren zugenommen (queer.de berichtete). (dk)



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#1 schwulenaktivist
  • 03.11.2011, 15:09h
  • Es bestätigt sich die "sozialdarwinistische" Regel, dass da am meisten diskriminiert wird, wo mann selber betroffen ist!!
    Ich empfehle das Nachschlagen bei Hirschfeld: Die HS des Mannes und des Weibes, 1914, S. 852: traditionell keine Bestrafung der HS m und w. - Dann: "Nach einem Entwurf zu einem neuen StGB: Widernatürliche Unzucht des Mündigen mit einer männlichen Person von 15-21 Jahren." (Frauen nicht!) Das muss um die vorletzte Jahrhundertwende gewesen sein.

    Braunschweig, 1910, erwähnt die Homosexualität bei Albanesen und Bosniern...

    S. 596: "In Belgrad fiel mir das verhältnismässig reichliche Angebot serbischer Soldaten zu homosexuellen Zwecken auf. "

    Es sollte wohl jedem vernünftigen Menschen klar werden, dass weder Gott noch die Natur Unterschiede unter allen Menschen gemacht haben!
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#2 Planlos
  • 03.11.2011, 16:16h
  • hm...na ja der wird sich aber nicht daran halten ! solche typen sind wie die pest...der würde auch das wahlrecht für frauen verbieten wollen wenn er sich ein paar stimmen davon verspricht !!egelhaft solche menschen...na ja aber zumindest das gericht serbien mal ein zeichen gesetzt auch wenn es nicht viel nützen wird !!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.11.2011, 23:59h
  • Das Urteil für die Glatzemütze ist leider noch viel zu lasch! Ich hätte Markovic eingebuchtet und das für eine sehr lange Zeit!
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#4 antos
  • 04.11.2011, 07:53h
  • Zuerst einmal ist es doch anerkennenswert, dass das Belgrader Gericht Dragan Markovic verurteilt hat. Was die serbischen Rechtspopulisten aber wahrscheinlich für sich als üblen Sieg einer 'westlich-dekadenten Political Correctness' werten werden. Die Argumentationsschmemata sind überall dieselben.

    'Sozialdarwinistische Regeln' beim Vor-sich-hin-regeln zu wähnen oder den Serben ihre eigenen 'homosexuellen Anteile' vorzurechnen trägt hier nicht zur Erkenntnis bei. - Wer wen fickt, ist im alltäglichen kleinen Leben den meisten wurscht, wenn es nur genügend Aufregung, Spaß, Machtgefühl, Geld oder Liebe oder was immer bringt. Die Hassreden von Beispiel Markovic funktionieren auf einer anderen als der privaten Ebene: Im ideologischen Smog der Rechtspopulisten werden die Schwulen und Lesben, die öffentlich für ihre Rechte eintreten zu Zerstörern des traditionellen Gesellschafts- (= Gemeinschafts-) Lebens dämonisiert - was immer sich die Hassredner darunter so vorstellen - und im sozial-politischen Kampf funktionalisiert. Nur so kann es auch kommen, dass jemand öffentlich Hassreden schwingt, im Sommerurlaub gern aber mal halb Thailand durchpoppen würde.

    Kirchen geben - beim Antisemitismus schon erfolgreich erprobt - den ideologischen Dreiklang vor:

    a) Kleine Terz:
    Schwule, Lesben etc. sind irgendwie auch Menschen
    b) Große Terz:
    aber leider krank bzw. versucht [hier anschließbare Arie: Möglichkeit der Heilung]
    c) Quinte:
    wenn sie sich zusammentun und ihren "Lebensstil" propagieren entpuppen sie sich als Gefahr, als drohende Un-Ordnung: ein hochmobiles Heer der Ehe-, Gesellschafts- und Lebenszerstörer. Auf die alle aktuellen Schimpfwörter passen: narzisstisch, hedonistisch, materialistisch usw. usf.

    www.youtube.com/watch?v=XEC1i0zoZ5k
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#5 FinnAnonym
  • 04.11.2011, 15:45h
  • Bravo!

    Man muss klar machen, dass das Verbreiten von Hass (egal, ob gegen Schwule, Lesben, Farbige, Juden, Moslems oder wen auch immer) in einer Demokratie nicht akzeptiert wird und juristische Folgen hat!!

    Nur so kann man was ändern, denn für Fakten und Argumente sind diese Homohasser zu dumm...
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