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Der simbabwische Premierminister Morgan Tsvangirai hatte noch im vergangenen Jahr mit Abscheu auf Schwule und Lesben geblickt. Damals sprach er sich gegen die Legalisierung von Homosexualität aus - mit ebenso albernen Begründungen wie Präsident Robert Mugabe, für den Schwule "schlimmer als Schweine und Hunde" sind. Tsvangirai argumentierte damals: "Ich erkenne diese Kultur nicht an. Warum sollte man sich nach anderen Männern umschauen, wenn 52 Prozent der Bevölkerung Frauen sind. Es gibt so wenige Männer".

Vor gut einer Woche dann die Wende: In der britischen BBC sagte Tsvangirai, dass Homosexuelle Diskriminierungsschutz in der neuen Verfassung erhalten sollten - ein Tabubruch im homophoben Simbabwe. Die Befürchtung, dass Tsvangirai mit dieser Aussage nur westliche Medien beruhigen wollte, hat sich nun als falsch erwiesen, denn der Premierminister will auch seine Partei und Wähler von der Notwendigkeit von Bürgerrechten für Schwule und Lesben überzeugen. Er argumentiert in einer Stellungnahme für Homo-Rechte und begründet das mit der Bibel - deutet aber auch an, dass ihm Homosexualität sehr suspekt ist und dass er selbst natürlich ein braver Hetero-Familenmensch ist:

Ich will einen Schlussstrich unter Äußerungen ziehen, die fehlinterpretiert wurden - die Frage der sogenannten Homo-Rechte... Ich bin ein Christ und Mitglied der methodistischen Kirche. Ich bin ein Vater. Ich bin ein Großvater. Ich bin ein Familienmensch. Ich bin ein Simbabwer und weiß, wie kontrovers das Thema ist. Ich teile viele dieser Gefühle... Ich will aber als Sohn Gottes und als Sozialdemokrat Menschen für ihre eigene Meinung nicht verfolgen. Das letzte Urteil ist Gott, dem Allmächtigen vorbehalten. Das Buch Lukas sagt in Kapitel 6, Vers 37: "Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt". Das Buch Johannes sagt in Kapitel 8, Vers 7: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein". Wenn ich also mit ihnen nicht einer Meinung bin, dann werfe ich als Christ und Sozialdemokrat keinen Stein auf sie. Gott schütze Sie. Und Gott schütze Simbabwe.

In Simbabwe droht Homosexuellen derzeit mehrjährige Haftstrafen. Präsident Robert Mugabe hatte bereits kurz nach seiner Machtübernahme in den 1980er Jahren mit einer Kampagne gegen Schwule und Lesben begonnen. So steckte er seinen Vorgänger im Präsidentenamt, den methodistischen Pfarrer Canaan Banana, wegen angeblicher Homosexualität ins Gefängnis. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.11.2011, 23:57h
  • Ein Premierminister, der die Bibel rezitiert und die Homosexualität nicht mehr verdammt. Was davon zu halten ist, bleibt abzuwarten. Herr Tsvangirai, wir behalten Sie im Auge!
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#2 CGastAnonym
  • 07.11.2011, 09:33h
  • Ich hoffe, der neue kriegt da eine Liberalisierung hin. Wenn man bedenkt, wo die Leute im Moment noch geistig stehen, so ist ein behutsames Vorgehen sicher sinnvoll.

    Ich hoffe nur, dass das kein Feigenblatt ist, um westlichen Politikern "zu gefallen". (Bzw. um es denen leichter zu machen, mit Steuergeldern irgendwelche Projekte dort zu finanzieren.)
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