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Daumenschrauben für schwul-lesbische Aktivisten

Malaysia verbietet Homo-Festival


Logo des Festivals im vergangenen Jahr

Die Behörden in Kuala Lumpur haben ein schwul-lesbisches Festival verboten. Begründung: "Seksualiti Merdeka" (Freiheit der Sexualität) bedrohe die nationale Sicherheit.

Das Festival wurde seit 2008 jährlich in der malaysischen Hauptstadt ausgetragen und soll für Toleranz und Vielfalt werben. Nach Kritik von konservativen Politikern und islamischen Geistlichen hat die Polizei am Donnerstag die Austragung des Events untersagt, berichtet die malaysische Nachrichtenagentur Bernama. Zu den Kritikern gehört auch Vize-Premierminister Muhyiddin Yassin, der ein schwul-lesbisches Festival als "unmoralisch" bezeichnete.

"Die Polizei hat viele Protestnoten von Nichtregierungsorganisationen erhalten, darunter islamische und nicht-islamische Gruppen, die befürchten, dass das Festival Disharmonie auslösen kann und die öffentliche Ordnung stört", erklärte Polizeisprecher Khalid Abu Bakar. Sogar die nationale Sicherheit könne dadurch gefährdet werden. Er drohte den Organisatoren mit Gefängnis, sollten sie versuchen, das Verbot zu umgehen.


Pang Khee Teik kritisiert den "Zusammenbruch der Menschenrechte"

"Seksualiti Merdeka"-Organisator Pang Khee Teik sagte, die Ankündigung sei "ein tragischer Tag für Malaysia": "Uns ist bewusst, dass homophobe Politik in Malaysia an der Tagesordnung ist, aber die Entscheidung der Polizei ist ein Symptom für den systematischen Zusammenbruch von Menschenrechten in diesem Land". Malaysia werde "immer verrückter", so Pang. Im letzten Jahr hatten 1.500 Menschen an dem Festival teilgenommen - Pang hat damit gerechnet, dass sich die Teilnehmerzahl dieses Jahr verdoppelt.

Das Festival hat im vergangenen Jahr Medienaufmerksamkeit erhalten, weil die Organisatoren dazu aufgerufen haben, Videos einzusenden, in denen sich die Teilnehmer zu ihrer Homosexualität bekennen. Vorbild der Kampagne war das amerikanische "It Gets Better"-Projekt, mit dem Mobbing und Diskriminierung von Schwulen bekämpft werden soll. Im konservativen Malaysia führte das aber zu einer Gegenreaktion. Am Ende wurden nur fünf Videos veröffentlicht, weil die Teilnehmer Todesdrohungen erhalten haben.

In Malaysia stehen selbst auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung. Muslimische Schwule können in islamischen Sondergerichten zusätzlich belangt werden. 60 Prozent der Malaysier sind Muslime, ein Austritt aus der Religionsgemeinschaft ist verboten. Trotz der schlechten Rahmenbedingungen hat sich in der relativ offenen Metropole Kuala Lumpur eine schwule Szene entwickelt, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. (dk)



#1 userer
#2 kostas
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.11.2011, 14:48h
  • Ich kann die Entscheidung der Behörden gar nicht nachvollziehen! Es ist ein Rückschlag für die dort angesiedelte LGBT-Community!
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#4 FinnAnonym
  • 04.11.2011, 15:39h
  • Die Abschaffung von Grundrechten ist überall auf der Welt immer öfter salonfähig.

    Werden demnächst auch wieder Minderheiten gejagt?

    Die Menschheit scheint zu Hass und Diskriminierung zu neigen, statt gemeinsam glücklich zu sein. Muss wohl ein evolutionärer Fehler in vielen Gehirnen sein.
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#5 daVinci6667
  • 04.11.2011, 15:59h

  • Antwort an #1 userer

    Diese Nachricht zeigt, dass Staat und Kirche, pardon, Staat und Moschee strikt getrennt gehören, da fast alle Religionen Menschen ausgrenzen, die Demokratie akut gefährden und zu Hass, Mobbing, Selbstmorden, Mord und Kriegen führen.
    Alle, Religionen, ja auch der so rückständige Islam glänzen hier mit diesen Tendenzen!
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#6 userer