Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15301

Mehr als 250 Schüler und Lehrer wurden für den Bericht befragt

Schüler sollten weniger schwul agieren, um Mobbing zu vermeiden. Das raten laut einer Studie Lehrer in England bedrängten Jugendlichen.

Der Bericht des Rates der Grafschaft Essex hat in den britischen Medien und LGBT-Blogs für Aufregung gesorgt. Demnach haben Lehrer Schüler, die gemobbt werden, meist selbst für ihr Schicksal verantwortlich gemacht - und unter anderem erklärt, sie sollten ihre Haare anders tragen, um Mitschüler nicht zu "provozieren". Die Studie, für die mehr als 250 Lehrer und Schüler in der Grafschaft befragt worden sind, sei erschreckend eindeutig gewesen, erklärten Politiker des Grafschaftsrates.

"Der Bericht ist extrem", erklärte Ratsmitglied Jordan Newell, der auch Sprecher für schwul-lesbische Politik der Labour-Partei ist. "Lehrer verteidigen nicht Schüler, die gemobbt werden. Sie verletzten damit die Verhaltensregeln. Der Bericht zeigt, dass die Lehrer das Thema Mobbing in der Schule einfach nicht verstehen. Sie wissen nicht, wie sie mit Schulrabauken umgehen sollen." Die Befragung zeige auch, dass Lehrer sich praktisch nie mit dem Thema auseinander gesetzt hätten.

Lehrern fehlt Erfahrung, nicht guter Wille

Im Bericht wird etwa ein 14-jähriger Schüler zitiert, der den Lehrern keine böse Absicht bescheinigte: "Es ist nicht so, dass sie nicht helfen wollen. Sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen", erklärte der Jugendliche, der eine Schule im Städtchen Westcliff-on-Sea besucht.

Der Grafschaftsrat hat nun angekündigt, ein Anti-Mobbing-Kit entwickeln zu wollen. Jeder neue Lehrer soll künftig in Seminaren auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

"Bullying" von jungen Homosexuellen an Schulen ist insbesondere in den USA ein großes Thema, seitdem die Medien über mehrere Selbstmorde von Schülern berichtet haben, die zuvor wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt worden waren. Eine Studie der Columbia-Universität kam vor wenigen Monaten zu dem Ergebnis, dass eine homophobe Atmosphäre entscheidend zu einer höheren Suizid-Rate unter jungen Schwulen beiträgt (queer.de berichtete). (dk)



#1 FinnAnonym
  • 04.11.2011, 15:40h
  • Statt den Schülern zu empfehlen, sich in die Opferrolle zu begeben und sich zu verstecken (was auch nicht jeder kann oder will), sollten die Lehrer sich lieber dafür einsetzen, dass Mobbing endlich beendet wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 daVinci6667
  • 04.11.2011, 15:46h

  • "Schüler sollten weniger schwul agieren, um Mobbing zu vermeiden, empfehlen laut einer Studie Lehrer in England bedrängten Jugendlichen."

    Sowas macht einfach nur wütend. Was heißt den überhaupt schwul agieren? Meinen sie unmännlich, nicht so kultiviert, weniger modisch, weniger Deo und mehr nach Schweiß stinkend? Kopfschüttel.

    Aus Erfahrung weiß ich, sobald einem das Adjektiv schwul anhaftet, meinen einige du seist zum anspucken, treten und schikanieren freigegeben, WEIL du schwul bist. Da kann sich einer dann noch so "männlich" verhalten, wie er will!

    Helfen kann nur Hinsehen und- Hören sowie striktes Einschreiten der Lehrerschaft, und natürlich die Vermittlung von Bildung und Toleranz, welches die Kernaufgabe jeder Schulpolitik in demokratischen Staaten ist. Wer als Lehrer was anderes fordert hat den falschen Beruf gewählt!

    Daher kann's für diese Studie von mir nur Note1 geben (was in Deutschland der 6 entspricht)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 GregorKAnonym
  • 04.11.2011, 16:30h
  • Das Verhalten, ob man selbstbewußt auftritt oder nicht, macht was aus.

    Wenn man sich früh als schwul outet hat man es in der Schule oft schwer, egal ob man als Schwuler "heterolike" aussieht oder nicht. Der Unterschied ist höchstens das sich die "heteroliken" Schwulen später outen, weil das "anderssein" bei ihnen nicht auffällt.
    Aber wie gesagt, vor allem das auftreten macht in erster Linie was aus und weniger das Äußere.
    Wenn es rein nach dem äußeren ginge müssten sich wesentlich mehr Jugendliche Anfeindungen ausgesetzt fühlen.
    Man beachte viele der türkischen Jungs wie gestylt die sind oder der meterosexuelle look einiger jungs, die werden doch auch akzeptiert solange sie "cool" rüberkommen.
    Und neuerdings gibts doch diese Emos, die sehen auch nicht gerade "heterolike" aus, sind aber nicht alle schwul.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stephan
  • 04.11.2011, 17:28h
  • Ja genau: Weniger Schwul sein, um nicht diskriminiert und gemoppt zu werden, alte und schwächere Menschen sollten auch nachts nicht auf der Strasse sein, damit sie nicht überfallen werden, Frauen sollten sich nicht zu aufreizend kleiden, um nicht vergewaltigt zu werden und Schaufenster müssten ganz abgeschafft werden, weil es zu Einbruch und Diebstahl verleitet ...

    Diese Liste könnte man wohl lange fortsetzen, damit man den Menschen mit aggressiven, asozialem Verhalten nicht sagen muss, dass sie sich falsch verhalten und sie die Perversen sind!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 schelkoAnonym
  • 04.11.2011, 17:52h
  • Antwort auf #4 von stephan
  • wobei man sich bei dem beispiel mit den frauen fragen kann warum sie sich so knappe röcke und oberteile anziehen? männer laufen im alltag doch auch nicht halbnackt nur in boxer und engem tanktop durch die gegend.
    wenn frauen es so nötig haben als wichsvorlage für hetenmänner zu gelten, und mir kann keine erzählen sie will mit einem engen rock der knapp po und muschi verdeckt nichts damit bezwecken, dürfen die sich nicht wundern wenn jemand zudringlich wird.
    wenn männer in gay clubs und auf csd`s halbnackt rumlaufen, dann doch auch mit einer bestimmten intention und auf sex aus, warum sollte es bei frauen anders sein.
    der unterschied ist höchstens das sich männer im alltag was kleidung trifft benehmen und frauen nicht. kein wunder das sowas zu anmachen von heten führt, weil sie logischerweise halbnackte frauen mit willig in verbindung setzen. halt nicht anders als das gays ebenso halbnackte männer mit willig in verbindung setzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.11.2011, 17:59h
  • Straight Acting will gelernt sein und wird vor allem in Spielfilmen klischeehaft dargestellt. Dennoch ist es traurig, daß in England Jugendliche ihre eigene homo- ode bisexuelle Orientierung leider immer noch zwanghaft unterdrücken müssen, um nicht gemobbt zu werden!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 NilsAnonym
  • 04.11.2011, 19:41h
  • Das Problem fängt schon damit an, daß die Mehrheit der Menschen gar nicht weiß, was Mobbing eigentlich ist. Oftmals wird verbale Gewalt bereits als Mobbing bezeichnet, was schlichtweg falsch ist. Nicht jede Gewalt ist auch gleich Mobbing! Deshalb ist Mobbing auch einfach seeehr schwer zu erkennen.
    Und wenn es denn erkannt wurde, stehen die meisten Menschen - nicht nur Lehrer auch Eltern - hilflos diesem Problem gegenüber. Strategien gegen Mobbing sind noch recht jung und kaum bekannt. Die Empfehlung sich mehr anzupassen ist nur ein Ausdruck dieser Hilflosigkeit (übrigens auch bei uns in D. noch häufig die Standardempfehlung). Um dem Problem Herr zu werden müssen Strategien ausgearbeitet und verbreitet werden und die Schulen besser mit Psychologen und Pädagogen ausgestattet werden, was wiederum Geld kostet und deswegen utopisch ist (in Nds. wurden mit Einführung der Oberschulen mal eben die Psychologenstellen de facto halbiert - in anderen Ländern nicht besser)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 antos
#9 userer
  • 04.11.2011, 20:12h
  • Antwort auf #5 von schelko
  • Abgesehen davon, dass ich deinen Beitrag absurd finde und er an muffigstes Adenauer-Deutschland der 60er Jahre erinnert ...:
    Einen Minirock oder eine enge Jeans anzuziehen oder nicht, kann man frei entscheiden. Wer aber meint, er könne ebenso frei entscheiden, ob er schwul ist (bzw. sich individuell natürlich verhält) oder nicht, hat ein massives psychisches Problem.

    Nicht das Schwulsein oder "schwules Verhalten" sind anzuklagen, sondern die übergriffigen Reaktionen darauf oder von dumpfem Machismo geprägten Ansichten wie deine.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 finkAnonym
  • 04.11.2011, 20:42h
  • sich nicht "schwul" verhalten, um niemanden zu "provozieren", sich anpassen, um "akzeptiert" zu werden...

    komisch, die selbe argumentation lese ich hier dauernd - von schwulen.
  • Antworten » | Direktlink »