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In Wien muss ein 35-Jähriger für drei Jahre ins Gefängnis, weil er zwei junge Männer nach Ansicht des Gerichts beim Sex mit HIV angesteckt hatte. Seine Infektion hatte er beim ungeschützten Geschlechtsverkehr verschwiegen.

Richterin Bettina Körber vom Wiener Straflandesgericht verurteilte den Angeklagten auch zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 5.600 bzw. 4.800 Euro. Sie sprach den Angestellten der Österreichischen Bundesbahnen wegen Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hält die Strafe für zu gering, während die Verteidigung einen Freispruch fordert - beide haben Berufung angemeldet. Die Höchststrafe für vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten beträgt in Österreich zehn Jahre.

Einer der Partner des Mannes infizierte sich im Alter von 18 Jahren im November 2009 bei seinem ersten Mal. Der jetzt 20-Jährige zeigte sich im Verfahren verzweifelt: "Womit hab ich das verdient? Ich hab nie wem was gemacht, war immer nett und freundlich", erklärte er nach Angaben der Nachrichtenagentur APA.

Der Angeklagte hatte alle Vorwürfe bestritten. Er erklärte, dass einer seiner Partner vor dem Sexualkontakt gesagt habe, dass er ebenfalls HIV-positiv sei. Daher sei mit seiner Einwilligung kein Kondom benutzt worden. Im anderen Fall habe er ein Kondom benutzt.

Die Richterin schenkte ihm aber keinen Glauben und befand statt dessen die Nebenkläger als "sehr glaubwürdig". Sie berief sich dabei auf einen Gerichtsmediziner, der aussagte, dass die HIV-Typen bei allen drei Männern weitgehend übereinstimmten. Der Angeklagte müsse daher zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt werden, weil "diese Krankheit die zwei jungen Menschen ihr Leben lang begleiten wird".

In Deutschland sorgte im vergangenen Jahr der spektakuläre Fall der "No Angels"-Sängerin Nadja Benaissa für Aufsehen. Der Künstlerin war vorgeworfen wurde, einen Mann wissentlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Das Amtsgericht Darmstadt verurteilte sie zu zwei Jahre Haft auf Bewährung (queer.de berichtete).

Die Deutsche Aids-Hilfe kritisierte damals die aggressive Strafverfolgung von HIV-Positiven scharf. Die Organisation argumentierte, dass HIV-Prävention nicht einseitig nur positiven Menschen aufgebürdet werden dürfe. Bei einvernehmlichem Geschlechtsverkehr trügen beide Partner Verantwortung dafür, für den nötigen Schutz zu sorgen, argumentierte die DAH (queer.de berichtete). (dk)



#1 Geert
#2 darkon
  • 04.11.2011, 17:04h
  • Wer heutzutage alt genug ist um Sex zu haben sollte doch schonmal etwas von HIV und den Ansteckungswegen gehört haben.
    Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und kann auf Kondome bestehen oder "Nein" sagen.

    Wenn er die beiden nicht gerade vergewaltigt hat, tragen die genauso viel "Schuld" wie der Verurteilte.
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#3 JohnAnonym
  • 04.11.2011, 17:08h
  • “dass HIV-Prävention nicht einseitig nur positiven Menschen aufgebürdet werden dürfe. Bei einvernehmlichem Geschlechtsverkehr trügen beide Partner Verantwortung..”

    Ich habe diese Argumentation der AH nie verstanden. Sie hat für mich immer implizert, dass man bewusst seine Krankheit verschweigen, oder sogar lügen kann, der andere müsse ja die Verantwortung für sich übernehmen.
    Für mich kein Plädoyer für Kommunikation und Ehrlichkeit im Miteinander.
    Es scheint eher, dass solch eine Argumentation auf anonyme Sexualkontakte, die besonders bei Homosex. üblich sind, fußt.

    Hannibal, übernehmen Sie!
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.11.2011, 17:55h
  • Schon wieder einer aus Ösiland, der gewissenlos mit anderen Typen herumgebumst hat, ohne ein Kondom zu verwenden! In der Gefängniszelle hat dieser Typ jetzt lange genug Zeit, was er seinen Sexualpartnern angetan hat! Er hat nämlich deren Leben zerstört!
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#5 LeserAnonym
  • 04.11.2011, 18:13h
  • Der 18jährige der das erste Mal Sex hatte konnte sein Sexleben danach bestimmt nicht mehr unbekümmert genießen.
    Das muss doch ein unheimlicher Schock für den Jungen gewesen sein!
    Der Ältere der dessen jugendliche Naivität ausgenutzt und ihn angesteckt hat, hat die Strafe verdient. 3 Jahre finde ich angemessen.
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#6 JeeWeeProfil
  • 04.11.2011, 18:32hBerlin
  • Frischfleisch macht eben geil ohne Grenzen. Man möge sich doch bitte mal vorstellen: EIn 35 Jähriger mit zwei jungschen, knackigen Burschen im "boy"-alter von 20 und 18 Jahren. Da kann der Verstand ja nur aussetzen.
    Aber, ich vergas, mit gleich Alten kann die mittlere Generation ja nicht so, es geht also garnicht anders.

    Ich kenne genug Typen, die mir immer schön vorrechnen, wie unwahrscheinlich so eine Infektion doch ist. Und dann beim ersten Mal? Niemals. Scheiße gelaufen, aber meine Güte: Das war einfach mal kein Schicksalsschalg, jeder hätte einfach nein sagen können. Aber Eigenverantwortung wäre ja auch uncool in Zeiten wie diesen.
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#7 swissboyAnonym
#8 eMANcipationEhemaliges Profil
#9 swissboyAnonym
#10 HannibalEhemaliges Profil