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Eine schwule Liebe in einem vermeintlichen Brennpunkt-Viertel: "Plattenbaugefühle"

"Plattenbaugefühle" heißt ein neuer schwuler Jugendroman von Jannis Plastargias.

Von Carsten Weidemann

Unser Außenminister ist es, der Regierende Bürgermeister Berlins ist es ("Und das ist gut so!"), viele bekannte Schauspieler, Musiker und Kabarettisten ebenfalls: homosexuell. Doch wie geht es aus, wenn sich ein junger türkischer Junge in einem vermeintlichen Brennpunkt-Viertel offensichtlich in einen deutschen Jungen verliebt? Wird so eine interkulturelle Liebe den vielen zu erwartenden Hindernissen und Konflikten standhalten?

"Als ich gestern eine Runde drehte, wurde mir ganz mulmig zumute. Plattenbauten! In diesen wohnen 'Kopftücher' und 'Gangsta'", heißt es in Jannis Plastargias' Roman "Plattenbaugefühle". "Und da passierte es: Drei Jungs standen an einem Hauseingang beisammen - sie sahen alle sehr fies aus. Sie stritten. 'Ey, du Schwuchtel, mach das nicht noch mal!', dann haute der Wortführer auf den Schmächtigsten ein - ich sah nur seinen Rücken und seine mittellangen, dunklen Haare - der dritte Junge stand nur tatenlos und lachend daneben. 'Hau ab, Afyan!' schrie jemand - ich beeilte mich auch wegzukommen - Ob es hier immer so abgeht?"

Eine deutsch-türkische Beziehung mitten in Deutschland


Romanautor Jannis Plastargias ist Lehrer und Kulturredakteur beim schwul-lesbischen "Radiosub" in Frankfurt

Die erste Liebe, die Träume in der Pubertät, die Veränderungen der Umgebung, das Wahrnehmen der eigenen Interessen: "Plattenbaugefühle" ist ein Roman für Jugendliche ab 16 Jahren, der sich um die sexuelle Identität zweier Jungen dreht - einer deutsch-türkischen Beziehung, mitten in Deutschland. Den Hintergrund bildet die realistische Beschreibung des Lebens in einer Plattenbau-Siedlung und die Verständnis-Schwierigkeiten zwischen den Kulturen.

Jannis Plastargias, am 6. Juli 1975 in Kehl am Rhein geboren, ist ein Sohn griechischer Gastarbeiter. Nach seinem Lehramtstudium setzte er mit dem Ergänzungsstudiengang Diplom-Pädagogik mit Schwerpunkt Interkultureller Erziehung seine Laufbahn fort; während des Studiums betrieb er Schulsozialarbeit an einer Brennpunktschule in Karlsruhe. Er ist seit 2008 Juror beim Jugendbuchpreis "Goldene Leslie", dem Leseförderungspreis des Landes Rheinland-Pfalz, seit 2005 Kulturredakteur bei Radiosub, dem schwul-lesbischen Magazin bei Radio X tätig.

Jannis Plastargias: Plattenbaugefühle, Jugendroman, 166 Seiten, Größenwahn Verlag, Frankfurt 2011, 12,90 €

Youtube | Guerilla-Trailer zum Buch


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.11.2011, 19:54h
  • Homosexualität und Türkei - immer noch ein Tabu, das so schnell wie möglich gebrochen werden muß!
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#2 üpöolikujzhtgrfeAnonym
#3 JohnAnonym
#4 JoonasAnonym
  • 16.11.2011, 11:56h
  • Solche Bücher sollten auch mal in den Schulen als Lektüre genommen werden.

    Wenn man statt Goethe, Schiller & Co auch mal was aus der Lebenswirklichkeit der Schüler nimmt, kann man sie wohl viel eher fürs Lesen begeistern und ihnen Bildung vermitteln.

    Und dazu gehören auch mal schwul-lesbische Themen.
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#5 Bildung 21 Anonym
  • 16.11.2011, 15:10h
  • Antwort auf #4 von Joonas
  • Bin ich auch sehr dafür!

    Statt von christlichen Ideologen verordnete Zwangsmissionierung in den Schulen

    besser eine gezielte Förderung sozialer und interkultureller Kompetenz?

    Geht natürlich nur dann, wenn dieselben Ideologen endlich daran gehindert werden, einem Großteil der Kinder und Jugendlichen weiterhin gleiche Bildungs- und damit Lebensrechte zu verweigern.

    > Islam tolerierte Homosexuelle über Jahrhunderte

    Der Islam ist Experten zufolge mehr als tausend Jahre lang tolerant mit Homosexuellen umgegangen.

    „Dass es heute in muslimischen Ländern handfeste Schwulen-Verfolgungen bis hin zu Hinrichtungen gibt, lässt sich nicht auf eine lange religiöse oder kulturelle Tradition zurückführen“, sagte Arabist Prof. Dr. Thomas Bauer am Dienstagabend in Münster.

    „Vielmehr blickt der Islam auf eine tausendjährige Geschichte reicher homoerotischer Kultur zurück.“ Im Rechtswesen dieser Zeit seien sexuelle Männer-Beziehungen nicht bestraft worden.

    Erst im 19. Jahrhundert habe der Westen den „Kampf gegen den unordentlichen Sex“ im Nahen Osten eingeführt.

    [...]

    Prof. Bauer leitet am Exzellenzcluster das Projekt A2 „Die Kultur der Ambiguität: Eine andere Geschichte des Islams“. Unter demselben Titel hat er zuletzt im Berliner Verlag der Weltreligionen eine arabisch-islamische Kulturgeschichte vorgelegt. Danach war der Islam über Jahrhunderte viel toleranter gegenüber unterschiedlichen Werten und Wahrheitsansprüchen, als der Westen meint. In einer „Kultur der Ambiguität“, der Mehrdeutigkeit, ließen arabisch-islamische Gesellschaften Normen, die einander widerstreiten, nebeneinander stehen."

    hpd.de/node/12315
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil