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"Kapitulation vor dem Zeitgeist"

CDU-Abtreibungsgegner empört über Homo-Vergleich


Die Christdemokraten für das Leben wurden 1985 gegründet

Die Chefin der Christdemokraten für das Leben (CDL) wehrt sich gegen die Gleichsetzung ihrer Gruppe mit den familienpolitisch "nicht relevanten" Schwulen und Lesben in der Union (LSU).

Im neuen Buch "Schluss mit dem Ausverkauf" beklagt die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr neben Altkonservativen wie Jörg Schönborn oder Arnulf Bahring den "traurigen Niedergang der Union" und "ihre bedingungslose Kapitulation vor dem Zeitgeist". Löhr kritisiert insbesondere, dass die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Gespräch im Jahr 2001 ihre Organisation mit der LSU gleichgesetzt habe.

Löhr habe sich damals beschwert, dass die CDU-Parteiführung die Abtreibungsfrage nicht ernst nehme. Daraufhin habe Merkel geantwortet: "Ach, wissen Sie, das mit der CDL ist wie mit der LSU, den Lesben und Schwulen in der Union. Sie sind eben beide gleichermaßen Sondergruppen, die zur Union gehören." Löhr irritierte dieser Vergleich - zum einen, weil die LSU viel kleiner sei als die Gruppe der Abtreibungsgegner, aber auch weil ihr Anliegen unwichtiger sei: "Da meinten wir: Moment bitte, wir vertreten den Lebensschutz jedes Einzelnen, das ist ein Menschenrecht, während die Vertreter der LSU im Grunde dafür kämpfen, dass die familienpolitisch nicht gerade relevante Homosexualität größtmögliche staatliche Unterstützung erfährt." Laut Löhr pries Merkel die "Pluralität der Meinungen" in der Union. Wichtiger sei aber, dass "schicksalhafte Fragen" wie der Abtreibungsgesetzgebung für die Union "höchste Priorität" haben sollten.

Der 1985 gegründete CDL beschäftigt sich neben der Abtreibungsfrage auch mit Themen wie Bioethik und der Familienpolitik. Hier setzt sich die Organisation, die laut Löhr 5.000 Mitglieder hat, auch gegen Homo-Rechte ein. So wird auf der Website beklagt, dass sich das Familienverständnis "in der westlichen Welt immer mehr vom christlichen Weltbild" entferne. Die Christdemokraten für das Leben sind auch Mitglied im umstrittenen "Forum Deutscher Katholiken", das den "unverfälschten und unverkürzten" katholischen Glauben durchsetzen will. CDL-Gründungsvorsitzende war die CDU-Politikerin Johanna Gräfin von Westphalen, die Anfang des Jahres Kondome als "Propaganda der Homosexuellen-Lobby" kritisiere. Dafür erhielt sie die Homo-Gurke von queer.de.

In "Schluss mit dem Ausverkauf" beschweren sich auch die anderen Autoren über die Familienpolitik der Union. So fordert Jörg Schönborn, dass "wir als Volkspartei nicht beliebig sein dürfen, sondern der klassischen Familie den Vorrang geben müssen". (dk)



#1 Knueppel
  • 08.11.2011, 13:35h
  • Vielleicht sollte die NPD (so wie sie es bei Sarrazin gemacht hat) der sog. CDL, deren Vorsitzenden Mechthild Löhr sowie Jörg Schönborn u.a. den Eintritt in die rechtsextreme Partei anbieten.

    "Löhr, Schönborn und andere vom äußerst rechten Rand der CDU/CSU würden sich dort sicher sehr wohl fühlen, weil sie alles vorfinden, wovon sie (heimlich) schon immer träumten:
    Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie etc. etc."

    Das würde vielleicht auch einigen Schwulen und Lesben die Augen öffnen, die bisher immer noch meinen, CDU/CSU wären wählbare "Volksparteien", die sich sogar gelegentlich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen.

    Haben sie sich erst einmal alle in der NPD versammelt, dann ist es viel einfacher sie zu bekämpfen und auch ein erneuter Verbotsantrag hätte vielleicht endlich Erfolg.
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 08.11.2011, 13:50h
  • Jörg Schönbohm (geboren 1937) und Arnulf Baring (geboren 1932), tja was soll man noch zu diesen beiden rechtskonservativen älteren Aussenseitern in der CDU/CSU sagen.

    Gottseidank geht selbst die Mehrheit der CDU/CSU und die Führung der CDU/CSU an diesen beiden älteren Herren vorbei und ignoriert sie weitgehend. Angela Merkel, Ursula von der Leyen als Ärztin oder auch unsere Familienminsiterin Schröder denken anders als diese beiden älteren Herrschaften.

    Was nun Frau Löhr angeht: sie vertritt hier die Haltung der Katholischen Kirchenleitung und von Personen wie Ratzinger und Co, wie sie damals in der Abtreibungsdebatte verfochten wurde.

    Nur auch hier hat Frau Löhr und Co. keine Mehrheit, denn selbst eine Angela Merkel als evangelische Pastorentochter hört eher auf die Aussagen der EKD als das sie den Ansichten von Ratzinger und Rom folgt. Und während die Diakonie Schwangerschaftskonfliktberatungen anbietet, ist die Caritas aus der Schwangerschaftskonfliktberatung damals ausgestiegen.

    Löhr, Baring oder Schönbohm sind innerhalb der CDU/CSU in der Minderheit und haben gottseidank auf die CDU/CSU keine Gestaltungsmehrheit. In allen anderen Parteien im Bundestag (von Linkspartei, Grünen, SPD bis hin zu den Piraten und der FDP) sind diese drei Personen sowieso nicht willkommen und gelten als geistige Brandstifter.

    Baring und Schönbohm sind aufgrund ihres Alters und Geburtsdatums bereits innerparteiliche CDU Geschichte und stehen für Kämpfe der CDU in der Vergangenheit, die sie gottseidank bereits vor Jahre verloren haben.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.11.2011, 16:05h
  • Wenn es nach der CDL ginge, dann müßte sofort wieder der § 218 StGB eingeführt werden! Diese antiquierte Einstellung einer solchen Randgruppe ist zum Kotzen!- Und Frau Löhr soll mal schon den Ball flachhalten!
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#4 MarcAnonym
  • 08.11.2011, 16:20h
  • Eigentlich verdienen diese CDU-Deppen gar keine Kommentierung mehr. Aber man kann und darf diesen Schwachsinn nicht unkommentiert stehen lassen.

    1.
    Wir verlangen nicht für Schwule und Lesben größtmögliche staatliche Unterstützung, sondern nur Gleichstellung mit Heteros. Nicht mehr und nicht weniger.

    2.
    Eine Gruppe, die sich aktiv gegen Gleichstellung von Homosexuellen einsetzt hat mit Menschenrechten rein gar nichts am Hut.

    Dass die sich als Wahrer der Menschenrechte bezeichnen ist eine Verhöhnung des Begriffs Menschenrechte.

    3.
    Die bezeichnen Homorechte als "unwichtig". Aber wie immer ohne Begründung. Die stellen einfach ihre persönliche Ideologie des Hasses als Fakt hin.

    4.
    Demokratie Grundrechte wie der Gleichheitsgrundsatz sind kein Zeitgeist!

    Wenn die Union Demokratie als Zeitgeist bezeichnet, zeigt das deren wahre Absichten.
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#5 MarcAnonym
  • 08.11.2011, 16:26h
  • Antwort auf #2 von Timm Johannes
  • Leute wie Jörg Schönbohm, Arnulf Baring & Co werden in der Union aber nur ignoriert, wenn es um Abtreibung oder ausgewählte andere Themen geht.

    Beim Thema Homosexualität liegt die Mehrheit der Union stramm auf deren Linie, wie man an deren Äußerungen und Gesetzgebung ablesen kann.
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#6 LaurinAnonym
#7 SaschaGrachtnerAnonym
  • 08.11.2011, 16:55h
  • Nah zum Glück ist das menschliche Sein eben nicht unendlich und so lösen sich manche Probleme auf ganz natürliche Weise von selbst, wenn man sich das Alter dieser Herrschaften mal betrachtet!
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#8 Iceman
  • 08.11.2011, 18:10h
  • CDL? Sie hätten sich besser Zentrum nennen sollen.

    Aber der Vergleich war wirklich nicht zutreffen. Mit solch ekelhaften Menschen, wie denen von der CDL wollen wir nicht verglichen werden.
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#9 smallAnonym
  • 08.11.2011, 20:11h
  • Wieder mal typisch:

    "...wir vertreten den Lebensschutz jedes Einzelnen, das ist ein Menschenrecht..."
    Und im gleichen Satz werden ohne Kommaabtrennung ca. 10% der Bevölkerung von diesem Schutz und diesen Rechten ausgenommen.

    Wieder mal eine/er, die/der bei "Deutschland sucht die bigotteste Scheinheiligkeit" ganz oben mitspielen werden!
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#10 poiujhgztfrdesAnonym