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Hat sich Simon nach Afrika aufgemacht? (Bild: Salzgeber Medien)

Ein junger Arzt verschwindet, seine Mutter sucht nach ihm, gemeinsam mit dem Ex-Lover. Ein Drama mit Überraschungen.

Von Carsten Weidemann

Niemand verschwindet einfach so. Irgendeinen Grund muss es doch geben. Einen Plan oder eine Spur. Wo fängt man an zu suchen? Wer deutet die Zeichen richtig? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Vor allem aber ein Ringen um die Wahrheit - in einer fremden Sprache, einer fremden Stadt, die ihre ganz eigenen Bedingungen stellt.

Die Story: Simon, ein junger Arzt aus Deutschland, ist verschwunden. Seine Wohnung in Marseille, wo er zuletzt gelebt und gearbeitet hat, ist verlassen. Seine Mutter Valerie ist verzweifelt - sie kann sich keinen Reim auf das Verschwinden ihres Sohns machen. In ihrer Not bittet sie Jens, den ehemaligen Freund und Geliebten von Simon, um Hilfe. Gemeinsam machen sie sich in Marseille auf die Suche.

Doch wen oder was suchen Valerie und Jens tatsächlich? Die Mutter ihren Sohn, der sich ihr schon nach Marseille entzogen hat und vielleicht jetzt noch weiter? Der Exfreund seinen früheren Geliebten, der sich längst in andere verliebt hat? In ihrer Suche sind Valerie und Jens schicksalhaft aneinander gebunden, doch je unschärfer der Gegenstand ihrer Suche wird, desto schärfer treten die Suchenden hervor: ihre Ängste, ihre Enttäuschungen, ihre Spannungen untereinander.

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Im Umkreisen der Leerstelle, die Simon hinterlassen hat, tragen sie Stellvertreterkonflikte miteinander aus - Valerie möchte das Schwulsein ihres Sohnes nicht akzeptieren, Jens der Elterngeneration nicht seinen (und Simons) Lebensstil rechtfertigen müssen. In der fremden Stadt, einem herbstlichen, verschlossenen Marseille, das seinem eigenen Rhythmus folgt, stehen sich Valeries Mutterinstinkt und Jens' Wissen um Simons geheime Orte gegenüber. In Simons Kollegin Camille und dem jungen Autoverkäufer Jalil finden sie schließlich zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise eine besondere Verbindung zum Vermissten aufgebaut haben.

"Auf der Suche" ist der dritte Spielfilm von Jan Krüger nach "Unterwegs" (Perspektive Deutsches Kino, Berlinale 2004; ausgezeichnet u.a. mit dem Tiger Award des Internationalen Film Festivals Rotterdam) und "Rückenwind" (Berlinale Panorama 2009). Dem neuen Drama liegt eine wahre Begebenheit zugrunde, wie Krüger erzählt: "Ausgangspunkt war der Bericht eines Freundes. Die Mutter eines ehemaligen Mitbewohners hatte ihn angerufen. Sie hat versucht, von ihm etwas über ihren Sohn zu erfahren, zu dem sie den Kontakt verloren hatte. Ein überraschender Moment - beide hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, aber die Mutter wusste sich einfach keinen Rat mehr. Ich habe in Gedanken meine eigene Mutter eingesetzt, ein ähnliches Szenario imaginiert, warum auch nicht, man könnte so leicht verloren gehen." Reine Fiktion allerdings ist die gemeinsame Suche in Marseille. In den Hauptrollen spielen Corinna Harfouch und Nico Rogner, in Nebenrollen sind u.a. Mehdi Dehbi und Mireille Perrier zu sehen.