Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?15335

Brett Ratner vergriff sich im Ton - und verliert daher seinen Produzentenjob

Der Produzent der Oscar-Gala musste gehen, weil ihm vor versammelter Presse das Wort "Schwuchtel" herausgerutscht ist - nach dem Abgang steht auch Eddie Murphy nicht mehr als Moderator zur Verfügung.

Am Mittwoch kündigte der 42-jährige Regisseur Brett Ratner ("Rush Hour"-Trilogie) seinen Job als Produzent der 84. Academy-Awards-Zeremonie, nachdem er wegen schwulenfeindlicher Äußerungen in die Schusslinie geraten war. Ratner hatte bei einer Pressekonferenz auf die Frage, ob er einzelne Szenen mit seinen Schauspielern proben würde, scherzhaft geantwortet: "Proben ist was für Schwuchteln." Das hatte zu scharfer Kritik von Homo-Aktivisten geführt.

Nach Ratners Rücktritt sprang auch der vorgesehen Moderator Eddie Murphy ab. Er ist ein persönlicher Freund Ratners und erklärte, dass er nur mit ihm und dessen Produktionsteam zusammenarbeiten wollte. Bislang ist noch kein Moderationsnachfolger gefunden worden. Die Academy kündigte aber an, dass Brian Grazer ("24", "A Beautiful Mind") den Job des Produzenten übernehmen werde. Die Show wird am 26. Februar 2012 weltweit live ausgestrahlt.

Ratner tut Buße


Ohne Ratner hat auch Eddie Murphy keine Lust, die Oscar-Show zu moderieren - ein Nachfolger steht noch nicht fest

Ratner erklärte in einer Pressemitteilung, dass ihm sein Ausbruch Leid tue: "Ich möchte mich vorbehaltslos entschuldigen", so Ratner. "Ich werde in den nächsten Wochen und Monaten daran arbeiten, dass diese Art von gedankenloser Engstirnigkeit, zu der ich mich törichterweise habe hinreißen lassen, ein Ende findet." Er arbeite deswegen fortan mit der Homo-Gruppe Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) zusammen. Die GLAAD hat die Kooperation bestätigt und erklärt, dass Ratner "helfen will, Menschen über die Auswirkungen dieser schlechten Sprache aufzuklären".

In den USA wird die Benutzung von Wörtern wie "Fag" oder "Faggot" in den Medien inzwischen geächtet. Mehrere Prominente mussten sich in den vergangenen Monaten für homophobe Ausbrüche entschuldigen - zuletzt etwa der Football-Profi DeSean Jackson, der in einer Radio-Talkshow einen Anrufer als "gay ass faggot" beschimpfte (queer.de berichtete). Auch der Rapper Chris Brown entschuldigte sich im Juni, nachdem er in Los Angeles Fotografen homophob beschimpft hatte. Er hatte ihnen gesagt: "Ihr ganzen Nigger seid schwul" (queer.de berichtete). (dk)



#1 alexander
  • 10.11.2011, 13:29h
  • wunderbar !
    herr murphy ist ja auch schon für seine homophobe haltung bekannt !
    und tschüss !
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Japanfan1Anonym
  • 10.11.2011, 15:23h
  • Naja, eine Verwarnung hätte auch gereicht. Ihn gleich aus der Sendung zu schmeißen finde ich übertrieben. Wenn alle Moderatoren und Schauspieler feuern würde, hätten wir ja fast keine Leute mehr im Fehrnsehen. Außer Marco Schreyl xD
    Spaß beiseite. Ich finds übertrieben. Einmal "prayers for bobby"- Strafgucken hätte auch gereicht
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.11.2011, 16:01h
  • Brett Ratner war mit der Plasnung des Events für das kommende Jahr einfach überfordert und gut, daß er jetzt für seine unüberlegten Äußerungen Buße tut. Die GLAAD freut's!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 KeinJapanFanAnonym
  • 10.11.2011, 16:13h
  • Antwort auf #2 von Japanfan1
  • Echt übertrieben, dann müsste man ja fast alle schwulen Produzenten wegen frauenfeindlicher Sprüche feuern, vor allem amerikanische Musical-Produzenten ;-)) (insider)
    Solche harten Sanktionen spiegeln wider, wie empfindlich und tabuisiert das Thema noch ist.
    Aber anscheinend sind sie noch notwendig.
    Sowie die Sanktionen bei Äusserungen über den Nationalsozialismus...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Alte TunteAnonym
  • 10.11.2011, 17:55h
  • Antwort auf #4 von KeinJapanFan
  • Nein, das spiegelt vor allem wider, wie hysterisiert das Klima in den Kollabierenden Staaten von Amerika ist: Denkverbote, Sprechverbote, Inquisition gegen alles, was nach Abweichung riecht, ritualisierte Entschuldigungsverrenkungen, gegen welche marxistisch-leninistische "Selbstkritik vor der Parteiversammlung" fast harmlos erscheint.

    In diesem Zusammenhang muß auch mal daran erinnert werden: So grotesk überzogen das Schuldbekenntnis dieses Herrn klingt, der sich jetzt zwecks Umerziehung in Behandlung begeben will - das ist nicht etwa satirische Übertreibung, um die Nannies von den Pressure Groups, die jeden Tag damit verbringen, irgendetwas zum Aufheulen zu finden, zu veralbern - das ist ernst gemeint.

    Meine Güte, er hat einen flapsigen Spruch gebracht, und über Geschmack läßt sich stets streiten. Wenn Schwule und Lesben keine anderen Sorgen haben... Aber bei diesen ernsthaften Sorgen ließe sich womöglich nicht so schön öffentlichkeitswirksam aufheulen, und sich mit ihnen zu beschäftigen, bedeutete das berühmte sehr langsame Bohren sehr dicker Bretter. Da ist es doch viel einfacher und befriedigender, man spielt mal wieder Gedankenpolizei.

    Sag ich mal, als alte Schwuchtel.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Alte TunteAnonym
  • 10.11.2011, 18:15h
  • Ein P.S. für die armen Nachgeborenen, die das ja nicht mehr wissen können:

    "Schwul" war auch mal ein Schimpfwort. Bis die Homos es okkupierten und offensiv erklärten: "Ja, genau, wir sind schwul. Gern auch pervers und arbeitsscheu. Und wenn wir's miteinander treiben, machen wir oft genau jene Sachen, die ihr uns mit wohligem Schaudern zuschreibt." Weshalb es irgendwann kein Schimpfwort mehr war und sogar die "Tagesschau" es benutzte.

    So war das vor vierzig Jahren. Heute rennt man statt dessen lieber zu Papa Staat, verlangt, daß jemand wegen ganz schlimmer Diskriminierung ("Der hat 'Schwuchtel' gesagt. Nicht zu mir. Oder sonstwem konkret. Aber er hat es gesagt.") bestraft wird und betont, daß man zwar homosexuell veranlagt, aber doch sonst und trotzdem ein sehr netter, sauberer, anständiger Mensch sei.

    Zum *zensiert*!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Oh JonnyAnonym
#8 finkAnonym
  • 10.11.2011, 19:52h
  • Antwort auf #7 von Oh Jonny
  • ich vermute, dass die rennaissance von "schwul" als schimpfwort etwas damit zu tun hat, dass diejenigen, die es verwenden, genau wissen, dass es "politisch unkorrekt" ist. das macht es noch verletzender und den verwender noch "cooler". wer den gleichen gedanken noch weiter treiben will, verwendet "jude".

    toll finde ich das natürlich nicht. aber es gehörte schon immer zu den codes der jugendlichen, sich auf eine möglichst provokante und auch gern mal schmerzhafte art von ihren eltern abzugrenzen. ich gebe aber gern zu, dass dieser aspekt natürlich nur einer von vielen ist. eine handfeste homophobie ist sicherlich oft noch genau so beteiligt wie eh und je.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 alexander
  • 10.11.2011, 20:04h
  • Antwort auf #7 von Oh Jonny
  • ich hätte nichts dagegen, wenn in unserer bunten republik auch so rigide gegen solche sprüche vorgegangen würde, denn wie die letzten 40 jahre zeigen muss solchen leutchen offenbar mit strafandrohung gedroht werden, bis sie auch nur anfangen nachzudenken !
    bestes beispiel heute : BULLSHITO !

    es geht letztlich auch nicht um "schwul" oder "fag", sondern darum : wer es sagt, warum, in welchem zusammenhang und wie es gemeint ist !

    auch wenn es mittlerweile zum allgemeingut geworden ist, bei jeder gelegenheit SCHWUL in den raum zu werfen, speziell bei den kids, lässt es sich doch nicht von der hand weisen, dass es zu einer extrem negativen haltung geführt hat und führt !
    und wie man sieht, es wird sogar schon gesellschaftlich "hofiert" ?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 daveAnonym
  • 10.11.2011, 22:33h
  • also 1. gut so! erst gar keine plattform bieten sondern gleich handeln somit denken die leute künftig nach was sie reden.

    2. murphy wurde doch selber vor ein paar jahren mit einer transe erwischt

    3. whoopi goldberg hat das immer ganz lustig gemacht. wäre mal wieder ganz cool
  • Antworten » | Direktlink »