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Berlin Nach dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat nun auch die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, die Grüne Claudia Roth, homophobe Reggeamusik als passendes Problem zum Sommerloch entdeckt. Bezüglich der Deutschland-Tournee des Jamaikaners Buju Banton, der in dem Lied "Boom bye bye" aus dem Jahr 1992 zum Mord an Schwulen durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge aufruft, hat sie ein Schreiben an die Veranstalter verschickt: "Ich will nicht in einem Land leben, in dem offen zu Hass und Gewalt an Minderheiten aufgerufen wird. Deshalb appelliere ich an Sie als Veranstalter, auf die geplanten Auftritte von Buju Banton in Deutschland zu verzichten", so Roth nach Angaben des LSVD (das Schreiben findet sich weder als Pressemitteilung der Grünen noch auf der Homepage der Beamtin). Nach Saarbrücken und Hamburg wurde inzwischen ein weiteres Konzert Bantons abgesagt, die Darmstädter Centralstation lud den Reggea-Sänger wieder aus. In Übersee/Chiemsee, Hamm, Berlin und Bremen sind weiterhin Konzerte geplant. "Freie Meinungsäußerungen und kulturelle Freiheiten sind hohe und schützenswerte Güter. Doch wenn zu Mord und Totschlag gegen Minderheiten aufgerufen wird, stoßen sie an ihre Grenzen", argumentiert LSVD-Sprecher Philipp Braun. Es gehe dem Verein nicht darum, "jamaikanische Reggae- oder Dancehall-Musiker in Verruf zu bringen", sondern "Hasspredigten gegen Schwule und Lesben" nicht zu dulden. Die im Auswärtigen Amt residierende Menschenrechtsbeauftragte Claudia Roth hatte in ihrem Amt mehrfach gegen die Homophobie von Kirche und Union gewettert, mit Kritik an der rot-grünen Bundesregierung wegen fehlender Menschenrechte von Lesben und Schwulen bisher jedoch gespart. (nb)



48 Kommentare

#1 Jochen Hecker; KölnAnonym
  • 20.08.2004, 15:55h
  • Langsam nervt dieses peinliche Rumgehacke auf Rot-Grün von Eurem Schreiber N.Blech. Menschenrechtsbeauftragte in Anführungstriche zusetzen, wie es die Bild-Zeitung zu DDR-Zeiten tat, ist doch wirklich peinlich. JedeR der den Autoren durch seine zahlreichen Veröffentlichungen schon aus Zeiten der Zeitung "Queer" kennt, weiß das er dem whk und seinen Stimmungsmachern nahesteht. Aber muss er die Masche ständig durchziehen? Es nervt deshalb, weil es keine kluge Kritik an Rot/Grün ist, sondern billiges+blödes polemisieren ohne Sinn und Verstand.
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#2 StefanAnonym
  • 20.08.2004, 16:34h
  • Vielleicht will man bei der Queer ja nur billigem und blödem Rot-Grün-Gejubel begegnen, wie ihn die meisten Homo-Websites dank Ab"drucken" von LSVD-Pressemitteilungen bringen. Das mit den Anführungszeichen ist, anders als die Einschätzung von Roths Kritik, allerdings wirklich dumm.
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#3 Norbert BlechAnonym
  • 20.08.2004, 16:45h
  • Ich habe die Anführungszeichen nachträglich entfernt, da sie für eine reine Nachricht zu kommentierend sind. Den Vergleich mit Bild zu DDR-Zeiten weise ich jedoch zurück; die Zeichen sind wie das mittlerweile polulärere, vor eine Funktion geschriebene "so genannt" ein akzeptables Kommentar-Stilmittel. Ich bin nicht Mitglied des whk, stehe ihm auch nicht nahe, sondern bin unabhängiger Journalist. Das bemängelte "Rumgehacke" ist keine "Masche", sondern mein Beruf.
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#4 wolfAnonym
  • 20.08.2004, 17:49h
  • fakt ist, rot/grün ist auf halber strecke liegengeblieben.
    für mich als sozi, ist es eine schmach wie diese regierung gesetze und verordnungen auf den weg gebracht hat !!!
    die herrschaften waren nicht einmal in der lage die dosenpfandregelung in den griff zu bekommen.
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#5 PeterAnonym
  • 20.08.2004, 18:15h
  • Ist es denn nicht die Aufgabe, "unsere" gewählten Homo-Politiker zu kritisieren? Wenn die Grünen nur noch Propaganda machen aber keine echte Politik mehr, muss ein schwules Medium das doch wohl kritisieren. Und zwar besonders, schließlich haben "wir" sie alle für diese Politik gewählt. Wenn Tanten wie Frau Roth lieber ihre Energie beim Bewegen ihres unbeweglichen Körpers auf allen CSD-Paraden verbrauchen und Dinge fordern, die sie längst hätten umsetzen können (zumeist ohne Union), dann ist das irgendwann Heuchelei und sollte auch so benannt sein. Wer das nicht versteht, kann ja zu Eurogay & Co weitersurfen, wo man dank der Pressemitteilungen der Grünen-Zäpfchen vom LSVD sicher nix böses über die Grünen liest.

    Zur Sache: Banton hat dieses Lied gesungen und sich nicht entschuldigt. Aber er scheint es nicht mehr zu singen. Hier hätte einfacher Protest genügt, ein Auftrittsverbot hat etwas unheimliches und sollte nur in Ausnahmefällen gelten. Beenie Man scheint da eher ein Fall zu sein. Der war mittlerweile oft in Deutschland - zuletzt zeitgleich zum Kölner CSD - und der LSVD hat, anders als beispielsweise britische Organisationen, geschlafen. Es ist schön, wenn der LSVD neue und sinnige Tätigkeitsfelder findet, aber er sollte hier nicht andere Kulturen plattmachen (sa Diskussion um Ausländergewalt in Berlin), sondern angemessen vorgehen. Dazu gehört auch, nicht die deutsche Politik zu vernachlässigen. Womit wir wieder bei Roth wären...
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#6 MarkusAnonym
  • 20.08.2004, 18:29h
  • Nun, da ist doch alle schön gleichmäßig verteilt: Die Grünen betreiben "Eurogay", und "queer.de" kommt eben direkt aus der FDP-Parteizentrale. Ist eben wie bei den großen Tageszeitungen: Man muß mehrere lesen, um sich ein eigenes Bild machen zu können. Peinlich finde ich, daß beide Seiten das auch noch für ganz normal und richtig zu halten scheinen. Weiß Gott nicht alles, was Rot-Grün angefaßt hat, ist zu Gold geworden (zurückhaltend formuliert...), aber es fällt schon auf, um wievieles besser CDU/CSU und ihre kleinen gelben Mitverhinderer auf dieser Seite wegkommen. Und: Daß deutsche Spitzenpolitiker auf CSDs mitfahren (und zwar auch zwischen den Wahlen) gibt es bislang nur bei den Grünen - und ist auf einmal schlecht, wie ich hier erstaunt lese. Über solche Gesten war man früher einmal sehr dankbar. Klar, jetzt schreit wieder alles: "Bloße Gesten helfen aber nicht!" Aber zu anderen Parteien, die sich bisher noch nicht einmal dazu aufraffen konnten, lese ich hier nichts. Aber ich bin mir sicher: Sobald Guido auf dem breiten, von Volker Beck und Klaus Wowereit gebahnten Weg endlich mal auf einen CSD-Wagen findet, macht queer.de zwölf Sonderseiten über den "mutigen" Guido, der ja sowas von "Einer von Uns" ist...
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#7 PeterAnonym
  • 20.08.2004, 20:48h
  • Da hast du wohl etwas falsch verstanden, Markus. Queer.de war noch nie FDP, eher links von Rot-Grün. Schau Dir die aktuelle Homo-Gurke zu Rot-Grün an, da finden sich auch deutliche Worte zur FDP. Eurogay ist auch nicht grün, sondern berichtet eigentlich kaum noch über Politik. Als grün galt früher eher die Queer, zumal Volker Beck an ihr beteiligt war. Ach, und den Westerwelle kann da sicher auch niemand leiden. Also keine Sorge.
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#8 Jochen HeckerAnonym
  • 21.08.2004, 11:39h
  • Lieber Peter,

    natürlich ist es auch die Aufgabe von schwul/lesbischer Presse (Netz+Print) Politik zu kritisieren. Die Auswahl an kompetenter und unabhängiger Berichterstattung in diesem Bereich in Deutschland ist leider eh sehr dünn. Es regieren mittlerweile die oberflächlichen Life-Style und Waschbrett-Bauch-Magazine +News-Portale (nix gegen die Bunte+MenHealth, wenn ich auch den Spiegel, die Zeit und die FAZ bekomme). Das ist übrigens in Österreich ganz anders, wo mir in einer Wiener Schwulenbar Anfang der Woche gleich 3 vernünftige, inhaltreiche Magazine in die Hand fielen, wie es sie seit Jahren in Deutschland nicht mehr gibt...
    Deshalb ärgert es mich einfach doppelt, wenn die wenigen schwulen News-Portale schlampig oder tendenziös berichten. Norbert Blech ist da ein Dauer-Ärgernis für mich, nicht weil er die derzeitige Bundesregierung kritisiert, sondern wie er es tut. Bei ihm ist es wie bei Pawlow mit dem Hund, der Glocke und dem Sabber. Wenn er Grüne, Volker Beck oder rot/grün hört oder liest, verläßt er die Regeln des journalistischen Anstands. Er braucht hier jetzt nichts von "unabhängigem Journalismus" erzählen. Ich kenne seine Schreibe seit Jahren, und es ist wirklich immer die gleiche Masche bei ihm. Ich mag Kritik, wenn sie gut gemacht und recherchiert ist. N. Blech macht das genaue Gegenteil. Na, Peter und Deine Bemerkung mit Frau Roth und ihrem unbeweglichen Körper, die sie über CSD-Paraden schiebt... Bist echt nen Held!
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#9 GerdAnonym
  • 21.08.2004, 16:37h
  • Leute bleibt beim Thema: hier geht es in dem Artikel darum, dass homophoben Sängern in Deutschland die Plattform entzogen wird...was ich sehr begrüssenswert empfinde.

    Der LSVD hat zumindest etwas dagegen unternommen...wer kann das sonst behaupten.
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#10 RolandAnonym
  • 21.08.2004, 16:55h
  • Gerd hat recht. Norbert Blech versucht zwar, bei jedem Thema, das er "bespricht", seine Aversion gegen Volker Beck und Konsorten unterzubringen, aber davon sollte man sich nicht durcheinanderbringen lassen. Ich finde es auch wichtig, die Menschen ein bißchen zu sensibilisieren, was die "ganz normale" Portion Schwulenfeindlichkeit angeht. Solange sich dieser Reggae-Typ nicht ausdrücklich von seinem Song distanziert, bleibt der aktuell und ein Grund für Widerstand.
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