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Am Samstag haben Guillaume und Patrick geheiratet - aus Protest gegen das Eheverbot aus Paris

Der Bürgermeister des südfranzösischen Örtchens Cabestany hat am Wochenende ein schwules Paar getraut, um gegen das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen zu protestieren.

Der 48-jährige Patrick und der 37-jährige Guillaume gaben sich am Samstag im Rathaus von Cabestany das Ja-Wort. Doch obwohl der Bürgermeister des 8.600 Einwohner zählenden Örtchens, der Kommunist Jean Villa, die beiden vermählte, ist ihre Ehe ungültig, weil Schwule und Lesben in Frankreich nur einen zivilen Solidaritätspakt (PACS), aber keine Ehe eingehen dürfen.

Mit der Aktion will Villa gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben protestieren: "Die homosexuelle Ehe zu verbieten heißt, die Lebenswirklichkeit tausender homosexueller Paare zu leugnen", so Villa. Es sei an der Zeit, so der Bürgermeister, durch zivilen Ungehorsam auf Missstände aufmerksam zu machen.

Bereits 2004 sorgte eine Eheschließung zwischen zwei Schwulen im westfranzösischen Bègles für Aufregung (queer.de berichtete). Ein Gericht hat später die Ehe aufgehoben, weil sie im bürgerlichen Gesetzbuch als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert sei (queer.de berichtete). Der verantwortliche Bürgermeister, ein Politiker der Grünen, wurden damals wegen der Eheschließung von seinem Amt suspendiert.

Villa geht vorsichtiger vor: Er hat die Verbindung nicht an das Standesamt gemeldet, außerdem erhielt der Trauschein den Zusatz: "Leider hat dieses Dokument keinen amtlichen Charakter, weil die gegenwärtige Gesetzgebung die Ehe zwischen Menschen des selben Geschlechts verbietet. Es zeigt aber, dass die kommunalen Verantwortungsträger eine Gesetzesänderung wünschen."

Sarkozy-Regierung gegen Gleichstellung im Eherecht

Homo-Aktivisten begrüßten die Initiative: "Das ist ein mutiger Schritt", erklärte Gougain Nicolas von der Gruppe Inter-LGBT. Schließlich müsste die Öffentlichkeit auf "die archaischen französischen Gesetze" hingewiesen werden. Die Sarkozy-Regierung in Paris bezeichnet die Eheschließung dagegen als "Provokation", wie Staatssekretärin Claude Greff von der konservativen UMP erklärte. Die Linke wolle mit dieser illegalen Aktion den Präsidentschaftswahl 2012 einläuten, so Greff. "Diese Debatte sollte aber in Übereinstimmung mit den Gesetzen geführt werden", erklärte die Abgeordnete. Die Präsidentschaftswahl findet am 22. April statt - Staatspräsident Nicolas Sarkozy muss sich dann dem Sozialisten François Hollande stellen. Hollande spricht sich bereits seit 2004 für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben aus.

Die Sozialisten hatten im Juni einen Antrag auf Ehe-Öffnung in der Nationalversammlung gestellt (queer.de berichtete). Justizminister Michel Mercier lehnte das aber mit Hinweis auf die PACS ab. Diese 1999 eingeführte "Ehe-Light" wird hauptsächlich von Hetero-Paaren genutzt, die noch keine Ehe eingehen wollen, steht aber auch gleichgeschlechtlichen Paaren offen. PACS werden vor dem Amtsgericht geschlossen und enthalten gleiche Rechte wie Ehen in Steuer- und Erbrechtsfragen, allerdings Benachteiligungen in anderen Bereichen, insbesondere beim Adoptionsrecht. (dk)

Youtube | Bericht von BFM-TV


#1 Simon ACAnonym
  • 14.11.2011, 13:26h
  • Ein mutiger, aufrechter Bürgermeister, der ein Denkmal verdient hätte.

    Es wird Zeit, dass in Frankreich diese unsägliche Sarkozy-Regierung durch die Sozialisten abgelöst wird. Und die können (und werden) dann die Ehe öffnen.
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#2 Roter Recke Anonym
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.11.2011, 22:31h
  • Hoffentlich gibts bald in der "grande nation" noch mehr solcher "Trotzhomoehen" und ziehe meinen Hut vor dem Bürgermeister von Cabestany!
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#4 FrenchPopperAnonym
#5 finkAnonym
#6 JoonasAnonym
  • 16.11.2011, 11:52h
  • Antwort auf #4 von FrenchPopper
  • 1. Wo sind die beiden denn tuntig?

    Und selbst wenn:
    2. Solange wir uns gegenseitig bekriegen, können sich die Homohasser entspannt zurücklehnen und brauchen nur noch amüsiert zuzuschauen, wie wir deren Arbeit erledigen.

    3. Wenn wir nicht mal gegenseitig tolerant sein können und Vielfalt achten, wie können wir das dann von Heteros erwarten.

    4. Solange wir nicht (wie andere Minderheiten) zusammenstehen, werden wir nie gleichgestellt sein.
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