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(Bild: Jenniferschwalm / flickr / by-nd 2.0)

Die Bielefelder Psychologieprofessorin Beate Küpper hat in einem Interview erklärt, dass religiöse Menschen besonders oft Minderheiten abwertend gegenüberstehen.

Gegenüber dem evangelischen Pressedienst sagte Küpper, dass Christen wegen des Absolutheitsanspruchs ihrer Religion oft vourteilsbeladener seien als Nichtgläubige: "Meine Religion ist anderen Religionen überlegen, dahinter steckt eine Einteilung in besser und schlechter", so Küpper. "Dies zeigt sich besonders in den Bereichen Sexismus, Homophobie und Rassismus". Überzeugte Christen seien auch tendenziell eher resistent gegen andere Ansichten: "Sie fühlen sich sehr sicher in ihren Bewertungen".

Küpper, die am Freitag mit anderen Experten bei einer Konferenz über die Kirche und die Bekämpfung von Rechtsextremismus diskutiert hat, begründet diese Aussagen mit ihrer Forschung über "gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit". Mit diesem Thema beschäftigt sie sich bereits seit mehreren Jahren. Zuletzt hat sie 2.000 repräsentativ ausgesuchte Menschen nach ihren Einschätzungen gegenüber Minderheiten befragt. Sie ist auch Mitautorin der im März erschienen Studie "Die Abwertung der Anderen", die Vorurteile gegenüber verschiedenen Minderheiten in Europa beklagt (queer.de berichtete). In dieser Untersuchung wurde unter anderem festgestellt, dass die Menschenfeindlichkeit bei höherer Bildung und höherem Einkommen abnimmt.

Küpper fordert: Kirche muss handeln

Die Vorurteile unter Christen seien auch unter Berücksichtigung anderer Faktoren wie Alter oder Bildungsgrad höher, sagte Küpper. So befürworten mehr als ein Fünftel der deutschen Protestanten die Aussage "Weiße sind zu Recht führend in der Welt". Unter nichtgläubigen Menschen unterstützt weniger als jeder Achte diese rassistische Aussage. "Die Kirche muss sich endlich fragen, was da schiefläuft", fordert Küpper. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 skywaterAnonym
  • 14.11.2011, 15:23h
  • "So befürworten mehr als ein Fünftel der deutschen Protestanten die Aussage "Weiße sind zu Recht führend in der Welt".

    zum kotzen.

    "Unter nichtgläubigen Menschen unterstützt weniger als jeder Achte diese rassistische Aussage."

    auch noch erschreckend viele! viel zu viele!
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#2 finkAnonym
  • 14.11.2011, 15:48h
  • "Sie fühlen sich sehr sicher in ihren Bewertungen."

    das tu ich als atheist auch. der unterschied ist: ich habe damit immer recht!
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#3 julian21
  • 14.11.2011, 16:10h
  • Antwort auf #1 von skywater
  • GENAU das waren auch meine ersten Gedanken!

    Es wird einfach auch viel zu wenig dagegen getan. In der Schule nicht (ich wurde bspw. nie über Kolonialismus unterrichtet) und im Elternhaus schon gar nicht.
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#4 -hw-Anonym
  • 14.11.2011, 16:40h
  • "In dieser Untersuchung wurde unter anderem festgestellt, dass die Menschenfeindlichkeit bei höherer Bildung und höherem Einkommen abnimmt."

    Bzw. andere Formen annimmt.
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 14.11.2011, 16:58h
  • > "Die Kirche muss sich endlich fragen, was da schiefläuft", fordert Küpper. <

    Noch mehr muss sich ein angeblich sozialer und demokratischer Rechtsstaat fragen, was da schiefläuft.

    Also endlich zur Kenntnis nehmen, dass genau das die logische Folge ist, wenn man einen Staat im Staate duldet, mit allen möglichen Sonderrechten für religiöse Organisationen.

    Religionsfreiheit darf eben NICHT bedeuten, dass Staat und Gesellschaft die Verbreitung menschenverachtender Einstellungen unter dem Deckmantel der Religion, die direkte und indirekte Beförderung von Diskriminierung und Gewalt tolerieren.

    Wo gleiche Rechte für alle Menschen verweigert bzw. in Abrede gestellt, wo Menschen in ihrer Sexualität (Grundbedürfnis und Grundrecht zugleich) unterdrückt und pathologisiert, wo Kinder für die beiden Großkirchen faktisch zwangsrekrutiert werden, geschieht aber genau das.

    #1 und #3

    Aktiver Schutz vor Rassismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit und allen anderen Formen der Menschenfeindlichkeit in Kindergärten und Schulen JETZT! Als Sofortmaßnahme klare Instruktionen und Dokumentationspflicht für ErzieherInnen und LehrerInnen in jedem einzelnen Fall der verbalen oder sonstigen Gewalt - sonst wird das nichts! Grundsätzlich: Schnellstmöglich ein Ende des sozialen Aussortierens, gleiche Bildungsrechte für Alle!

    ----> "90 Prozent der Fachkräfte attestieren den Schulen, dass dort ein „unfreundliches soziales Klima” für homosexuelle Jugendliche herrscht."

    www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.neue-studie-schwul-in-de
    r-schule.07c758bd-e8f6-458e-a1c2-b5b8c64cfbdd.html
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#6 Geert
  • 14.11.2011, 17:12h
  • Wenn jeder fünfte Protestant davon überzeugt ist, dass "Weiße zu Recht führend in der Welt sind", gibt es dafür keine theologische Begründung. Protestanten sind aber mehr auf ihre Landeskirchen, also die befragten Protestanten auf ihre deutschen Landeskirchen, bezogen, während die katholische Kirche aufgrund ihrer Struktur und ihrer Geschichte internationaler denkt.
    Tatsache ist jedoch: Weiße SIND führend in der Welt. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man diskutieren.
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#7 Katrin
  • 14.11.2011, 17:14h
  • Heute sind die meissten Menschen auf unserer Welt nicht Weiß. In 2050 werden die weißen Amerikaner eine Minderheit sein. Religiöse Menschen haben nicht nur unsinnige Vorurteile, sondern können auch nicht zählen, bzw Zahlen lesen. Aber dafür kommen die Christen natürlich in den Himmel, wohin auch sonst.
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#8 finkAnonym
  • 14.11.2011, 17:30h
  • Antwort auf #6 von Geert
  • "Weiße SIND führend in der Welt. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man diskutieren."

    ach ja, kann man das? ich hatte ja immer den eindruck, rassismus sei heute, zumindest unter einigermaßen gebildeten menschen, indiskutabel. offenbar habe ich mich getäuscht.
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#9 Geert
#10 finkAnonym
  • 14.11.2011, 18:39h
  • Antwort auf #9 von Geert
  • ja nee, is klar.

    nicht nur wird der begriff "weiß" einfach als naturtatsache unhinterfragt für ganze nationen übernommen, es wird auch noch "führung" mit wirtschaftsmacht unkritisch gleichgesetzt, ohne jedes hinterfragen, ob diese vormachtstellung eine gerechtfertigte und gerechte macht ist, auf wessen arbeit diese macht wirklich beruht, welche rolle militärische gewalt und ausbeutung dabei spielen usw.

    wie unreflektiert kann man eigentlich im 21. jahrhundert noch vor sich hindenken?
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