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(Bild: www.marriageuniqueforareason.org)

Die katholische Kirche stemmt sich mit einer politischen Website gegen die Homo-Ehe. Außerdem schränkt die Glaubensgemeinschaft soziale Projekte ein, um gegen die "Kastration" der Religion durch Schwule und Lesben zu protestieren.

Die neu eingerichteten Internetseite www.marriageuniqueforareason.org ("Die Ehe ist aus gutem Grund einzigartig") wendet sich gegen jegliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Die Bischofskonferenz argumentiert darin, dass die Ehe "entwertet" würde, wenn das Eheverbot für Schwule und Lesben aufgehoben werden würde. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Staat Gläubige verfolge, die sich gegen die Gleichbehandlung wehrten: "Dieser Glauben wird dann als Hass auf Menschen mit homosexuellen Neigungen interpretiert. Der Staat muss dann diejenigen bestrafen und marginalisieren, die weiter an diesen Glaubensgrundsätzen festhalten." Die Seite enthält auch ein Gebet auf Englisch und Spanisch, das bei der Beibehaltung des Verbots der Homo-Ehe helfen soll.

Die katholische Kirche, der 22 Prozent der US-Bevölkerung angehören, hat sich immer wieder politisch gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben engagiert. So wurden Homosexuelle immer wieder mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht - US-Bischof Robert Evans bezeichnete Anfang des Jahres etwa die Homo-Ehe als "Werk des Satans". Hintergrund war damals die Debatte um die Öffnung der Ehe im Bundesstaat Rhode Island (queer.de berichtete). In New York kündigte ein Sprecher der Kirche sogar an, homofreundlichen katholischen Politikern das Abendmahl zu verweigern (queer.de berichtete).

Pflegekinder müssen leiden

In mehreren Staaten versucht die Kirche auch, mit der Einstellung von sozialen Diensten Druck auf die Regionalregierungen auszuüben. So stellten die Katholiken in Illinois vergangene Woche ihre Adoptionsvermittlung ein, weil es dort seit Anfang des Jahres eingetragene Partnerschaften für Schwule und Lesben gibt. In Washington hat die Kirche sogar einen Sozialdienst für Pflegekinder als Reaktion auf die Einführung der Homo-Ehe geschlossen (queer.de berichtete).


Erzbischof Timothy Dolan

Die führenden Bischöfe haben zudem ihre Rhetorik gegen die Anerkennung von Schwulen und Lesben verschärft. So erklärte der Chef der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Dolan, dass man sich nicht nur gegen die Gesetzentwürfe der Obama-Regierung wehre, sondern gegen eine Gesellschaft, die insbesondere in der Homo-Frage "die Kastration der Religion" anstrebe und "Religion zurück in den Untergrund" zwinge.

Obgleich die katholische Bischofskonferenz zu den größten Gegnern von Homo-Rechten in den USA gehört, zeigen sich die Durchschnittskatholiken sehr tolerant, wie Umfragen immer wieder belegen: So unterstützt eine Mehrheit der Katholiken in Umfragen aus dem Jahr 2011 die Öffnung der Ehe. Die in hunderte Glaubensgemeinschaften zersplitterten Protestanten, insbesondere die "wiedergeborenen" Christen, sprechen sich dagegen mehrheitlich dagegen aus. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 schwulenaktivist
  • 15.11.2011, 15:25h
  • Auf queer.de und auch in der deutschen Schwulenpolitik gibt es - meiner Ansicht nach - eine viel zu grosse "Geilheit", sich mit der katholischen Kirche und ihren Exponenten zu "bekriegen". Ich finde dazu, dass das eine Falle ist, in die hinein zuviele tappen...

    Es reicht doch schon, darauf hinzuweisen, dass Religionen Ideologien sind und nicht wirklich etwas mit der Realität zu tun haben.

    Der politische Ansatz sollte da genommen werden, wo Religion sich immer noch als vorherrschend oder vorfrauschend versteht. Mit einem "Peniszug" gegen die Religionen ist das nicht zu lösen.

    Und die Schwulen hier mit solchen Histörchen "aufzugeilen" und schreib-scharf zu machen, finde ich auch nicht gerade besonders weise. Vor allem dann, wenn zu solchen Beiträgen kein intelligenter Kommentar folgt, der das ganze auf seine relative Kleinheit herunter reduzieren kann.

    Ausserdem gibt es Männer und Frauen hier, die besonders ausgeprägt "kreuzigen" und "aufknüpfen" wollen, oder gar "wegschliessen für immer". Diese primitiven Bedürfnisse sollten nicht noch besonders bedient werden!

    Ein Wort zum 1. Advent! ;) Amen.
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#2 finkAnonym
  • 15.11.2011, 15:48h
  • die da verlinkte webseite bietet einen guten überblick über den aktuellen stand der diskriminierungs-rhetorik. vor allem wird deutlich, dass der trend deutlich in richtung täter-opfer-umkehr geht und auf welchen ebenen er versucht wird. solche diskussionen werden in den nächsten jahren die debatten prägen, auch bei uns in europa. insofern kann es nicht schaden, sich damit zu beschäftigen und sich entsprechend argumentativ zu präparieren.
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#3 GeorgB
  • 15.11.2011, 16:12h
  • Ich finde solche Informationen auch hilfreich. Oft genug begegnet einem in Unterhaltungen das Bild von der mildtätigen katholischen Kirche, die immerzu und überall angegriffen wird, obwohl sie selbst doch nur Liebe verbreitet.
    Da sind dann solche Informationen gut, so dass man dann darlegen kann, wie das Verbreiten der katholischen Liebe konkret aussieht.
    Vielleicht wachen ja auch ein paar Leute auf, wenn sie sehen, vor welchen Karren sie sich spannen lassen und welchen Dreck sie mit ihren Kirchensteuern finanzieren und entscheiden sich, sowas nicht mehr zu subventionieren und sich damit mitschuldig zu machen.
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#4 alexander
  • 15.11.2011, 16:42h
  • es ist wirklich schon "fast" vertane zeit, sich mit den strategien dieser sekte auseinanderzusetzen.

    aber ich denke, wir müssen uns wappnen, denn die täter-opfer-nummer, wird jetzt immer öfter "erprobt"!
    und wie wir alle wissen, man muss lügen, üble nachrede und gerüchte nur oft genug wiederholen !!!

    natürlich wollen die schwulen und lesben, den kirchen ihre "allmacht" und den einfluss auf politik und gesellschaft nehmen ! da haben sie sogar mal recht !
    aber warum sollten wir sie kastrieren, dass haben sie doch längst "höchsselbst" besorgt !
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#5 schwulenaktivist
  • 15.11.2011, 17:38h
  • Wenn es "nur" um die "Täter-Opfer" - Lüge geht, dann verstehe ich nicht, warum so viele Schwule sich auf die politisch-korrekte "Umkehr" in der Pädophilie-Diskussion eingelassen haben. Auch tappen die meisten in eine gefährliche Falle. Der Begriff wird immer schwammiger gebraucht und die mangelnde Seriösität zeigt sich daran, dass in der EU bald auch sexuelle Darstellungen bis 18 Jahre als "Kinderpornografie" gelten sollen...

    Konsequenterweise sollte niemand und niefrau zu einem "Opfer" gemacht werden, sondern die Kompetenz haben, dies selber zu definieren! Und ich weigere mich bis heute mich als "Kind-Opfer" zu betrachten!

    Wie wir in der Kirchendiskussion sehen, kann aber auch diese Eigendefinition gesellschaftspolitisch noch "missbraucht" werden.

    Massgebend an der Problematik ist das Tabu und die Unwilligkeit/Unfähigkeit zur Kommunikation. Hier fällt dies auf die Kirche zurück.

    Ich will hier niemandem/niefrau zu nahe treten, aber alle Beteiligten tragen eine Mitverantwortung und auch die "GutmenschINNen", die die Diskussionen und Definitionen "über" die Opfer führen. Diese lässt sich niemals an irgendwelchen Tätern einfach "ableiten"! Täterinnen soll es schon gar keine geben....

    Wenn ich die Selbstmorde und Selbstmordversuche von schwulen Kindern in der Heterrorgesellschaft erwähne, wenn wieder mal von "Kinderschändungen" die Rede ist, dann hat man/frau die Ausrede zur Hand, das lasse sich nicht gegeneinander aufrechnen... (Wie wenn sich die Verzweifelten selber geschändet hätten...)

    Das ist genauso schräg, wie die Selbstdefinition der Kirche als "Opfer ihrer Opfer...".

    Das zeigt wohl klar, dass wir mit den Opfer-Diskussionen nicht weiter kommen und schon gar nichts verhindern können.
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#6 SpookyAnonym
  • 15.11.2011, 17:47h
  • @schwulenaktivist
    Mag sein, dass einige Artikel übertrieben sind. Das nervt mich auch manchmal. Andererseits gehört es nunmal zu den Aufgaben einer solchen Seite über schwule bzw. LGBT - Themen zu berichten, da dies sonst kein anderer tut. Z. Bsp werden auch Artikel auf Wikipedia verlinkt und Wiki wird von allen genutzt. Dennoch verleitet eine solche Berichterstattung oft zur Annahme, dass Schwule hier 50% ihrer Zeit verbringen um sich über jede Kleinigkeit aufzuregen und in der Tat sieht man hier hin und wieder Kommentare die scheinbar einfach nur dieser "Geilheit" dienen. Ein mündiger Demokrat sollte sich nat. immer VIELFÄLTIG ;) informieren, damit man nicht nur die Spitze des Eisbergs sieht . Und oft relativiert sich damit das Feindbild etwas.
    @topic
    Wer soziale Projekte für die eigene Meinungshoheit opfert verdient keine moralische Hoheit. Wie Benediekt schon sagte: Die Kirche muss sich entweltlichen, dann soll sie meinetwegen IHRE Eheform behalten. Aber nein, dann müsste man ja auf Mio. und Mrd. Euro verzichten! Unfassbar mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Kirche oft in Staatsangelegenheiten einmischen will. Bei solchen "Würdenträgern" tun mir die wahren Christen (Schwestern etc) leid, die dann auf der Straße krumm angeschaut werden.
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#7 Timm JohannesAnonym
  • 15.11.2011, 18:25h
  • Ich halte diese Verschärfung der Haltung katholischer Bischöfe für eine "Kriegserklärung" gegenüber jedem homosexuellen Paar. Und hierbei ist zu betonen, dass die Katholische Kirche diesen Krieg angefangen hat und nicht die homosexuellen Paare.

    Als Antwort darauf, sollte jeder homosexuelle Mensch sich in seinem Leben überlegen, wie er sich revanchiert.

    Schon lange bin ich der Meinung, dass der Austritt aus der Katholischen Kirche für JEDEN (!) homosexuellen Menschen die richtige Entscheidung ist. Es gibt bessere christliche Kirchen für Christen (Reformierte, Unierte, Lutheraner, Quäker, Unitarier, Anglikaner oder Metropolitan Community Church). In all diesen Kirchen werden homosexuelle Paare ethisch und theologisch anerkannt, homosexuelle Pfarrer dürfen dort offen tätig sein, wohnen im Pfarrhaus und Segnungsgottesdienste mit Freunden und Familie sind dort möglich.

    Wer wie SPD-Politiker Wowereit oder Grünen-Politiker Gerhard Schick als Mitglied in der Katholischen Kirche verbleibt und diese Kirchenleitung mit Kirchensteuern finanziert, der sucht sich seinen "Metzger" auch noch freiwillig.

    Die katholische Kirchenleitung sollte sich schämen für Ihren diskriminierenden Umgang mit homosexuellen Paaren.
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#8 ClaudiaAnonym
  • 15.11.2011, 18:30h
  • "Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Staat Gläubige verfolge, die sich gegen die Gleichbehandlung wehrten: "Dieser Glauben wird dann als Hass auf Menschen mit homosexuellen Neigungen interpretiert."

    Dieser Glauben ist Hass gegen Schwule und Lesben. Da muss gar nix interpretiert werden.

    Diese Täter-Opfer-Umkehr ist zum Kotzen!!!!

    Und ein Verein, der soziale Projekte und somit bedürftige Menschen oder solche mit sozialen Problemen funktionalisiert, um seine Ideologie durchzupressen, ist schlichtweg erbärmlich!!!

    Aber hey, bei der Sekte wundert mich gar nix mehr!
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#9 daVinci6667
  • 15.11.2011, 18:34h

  • Antwort an #4 Alexander

    Bin soweit einverstanden, außer zu deinem letzten Punkt:
    "aber warum sollten wir sie kastrieren, dass haben sie doch längst "höchsselbst" besorgt !"

    Sie sind zwar indem Sinne geistig kastriert, dass sie mit der Gehirnwäsche der kath. Kirche keine eigene Meinung und kein Rückgrat mehr haben dürfen, Penis und Hoden funktionieren technisch aber leider immer noch wie die zahlreichen Missbrauchsfälle eindeutig belegen. Wenn die kath. Kirche von ihrem Personal schon das Zölibat fordert, dann soll sie es doch gleich auch (wenigstens chemisch) kastrieren!
    Das wäre viel ehrlicher und würde der Kirche viel Ärger und Geld sparen. Ansonsten werden immer wieder neue terroristische Zölibatsbomben explodieren, die meist unschuldige Kinder treffen!

    Die einfache Alternative wäre die Aufhebung des Zölibats. Aber sowas ist für die Katholen immer noch des Teufels und schlicht undenkbar!
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#10 alexander
  • 15.11.2011, 19:07h
  • Antwort auf #9 von daVinci6667
  • genau so habe ich es auch gemeint !
    da kein mensch das zölibat erzwingt und ich voraussetze, dass jeder sich die folgen ausmalen kann, auch die daraus resultierenden missbrauchsfälle !
    will sagen, die unmenschliche und nie eingehaltene "selbstkastration", ist eines denkenden menschens unwürdig und dient letztlich nur dem machterhalt, als druckmittel, des "ewig währenden schlechten gewissens", dieser kirche gegenüber !
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