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Mohd Ali Rustam lehnt Homosexualität aus religiösen Gründen ab

Zwei Bundesstaaten in Malaysia wollen schwule und lesbische Muslime mit Hilfe des islamischen Gesetzes härter bestrafen - bereits jetzt stehen auf Homosexualität 20 Jahre Haft und Auspeitschung.

Die Staaten Penang und Malakka planen derzeit die Verschärfung der Gesetze, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Mohd Ali Rustam, der Regierungschef von Penang, sieht Malaysia als islamische Nation in der Pflicht, gegen Homosexualität vorzugehen: "So viele Menschen würden im Namen der Menschenrechte sogar lesbische Aktivitäten und Homosexualität erlauben. Im Islam können wir das nicht tun, weil es gegen islamisches Recht verstößt." Homosexuelle müssten daher sowohl bestraft als auch psychologisch betreut werden.

Selbst Eintreten für schwul-lesbische Rechte soll verboten werden

Ali erklärte weiter, dass auch Personen bestraft werden könnten, wenn sie für schwul-lesbische Bürgerrechte eintreten würden - selbst wenn sie selbst heterosexuell seien: "Das soll auch von einem Scharia-Gericht verfolgt werden", erklärte der Regierungschef. So könnten Aktivisten verfolgt werden, die "illegale Aktivitäten" unterstützten.

Malaysia unterscheidet zwischen dem Strafrecht und dem Scharia-Recht. Nach islamischen Gesetzen können allerdings nur Muslime verfolgt werden. Ihnen ist es verboten, die Religionszugehörigkeit zu ändern.

Im 28-Millionen-Einwohner-Staat Malaysia hat sich trotz der Verfolgung von Schwulen und Lesben in der relativ offenen Hauptstadt Kuala Lumpur eine Homo-Szene entwickelt, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. Insbesondere auf dem Land ist es aber unmöglich, offen homosexuell zu leben. Zudem ist die Regierung in den letzten Jahren immer wieder gegen schwul-lesbische Veranstaltungen vorgegangen: So haben die Behörden Anfang November in Kuala Lumpur das Festival "Freiheit der Sexualität" verboten, weil es die nationale Sicherheit bedrohe (queer.de berichtete). (dk)



#1 BurgerBerlinProfil
  • 17.11.2011, 16:45hBerlin
  • "Islam tolerierte Homosexuelle über Jahrhunderte

    „Dass es heute in muslimischen Ländern handfeste Schwulen-Verfolgungen bis hin zu Hinrichtungen gibt, lässt sich nicht auf eine lange religiöse oder kulturelle Tradition zurückführen“, sagte Arabist Prof. Dr. Thomas Bauer am Dienstagabend in Münster. „Vielmehr blickt der Islam auf eine tausendjährige Geschichte reicher homoerotischer Kultur zurück.“ Im Rechtswesen dieser Zeit seien sexuelle Männer-Beziehungen nicht bestraft worden. Erst im 19. Jahrhundert habe der Westen den „Kampf gegen den unordentlichen Sex“ im Nahen Osten eingeführt.

    Die damals importierte Homosexuellen-Feindlichkeit sei heute in islamischen Ländern „eine unheilige Allianz mit den strengsten religiösen Interpretationen“ eingegangen, so Prof. Bauer. Der Lebensstil schwuler Männer werde von politischen Kräften, etwa im Iran oder von Taliban, als „verwestlicht“ und „dekadent“ abgelehnt. Verfolgungen seien an der Tagesordnung. „Wenn es sogar in Deutschland nur in Großstädten eine Schwulen-Szene gibt und ein Coming-out auf dem Land Außenseiterdasein bedeutet, ist dies in islamischen Ländern noch extremer. Die Emanzipation Homosexueller ist in Beirut, Kairo oder Casablanca nur ein Thema für hippe Kids der Oberschicht.“

    hpd.de/node/12315

    Prof. Bauer leitet am Exzellenzcluster das Projekt A2 „Die Kultur der Ambiguität: Eine andere Geschichte des Islams“.
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#2 seb1983
  • 17.11.2011, 17:00h
  • Antwort auf #1 von BurgerBerlin
  • Er erwähnt aber auch das "westliche Konzept der Homosexualität" und das ist tatsächlich etwas neues.
    Ist ja toll wenn homoerotisch herumgedichtet wurde, und man sich im Hamam die Seele aus dem leib gepoppt hat, aber danach gings dann bitte wieder heim wo die Frau brav das Essen gekocht hatte und die 10 Kinder warten. Als Mann konnte man sich diese Freiheit eben nehmen.
    Wie sah es eigentlich mit Lesben aus, darüber erfährt man selten etwas.

    Schwulsein in Europa heute heißt aber Vollzeitschwul, nach außen mit dem Partner auftreten, mit ihm zusammen zu leben, ihn zu heiraten/verpartnern und nicht nur toleriert irgendwo seine Neigungen auszuleben solange noch Frau und Kinder dazugehören.

    Für mich schon ein Unterschied.
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#3 Wie sah es ausAnonym
  • 17.11.2011, 17:08h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • Ja, wie sah das "westliche Konzept Homosexualität" eigentlich in der Bundesrepublik Deutschland noch bis vor 40 Jahren aus?

    50.000 Verurteilungen durch §175.

    Es nervt die Breivik- und Broder-Fans ja nur, dass ihre Hetzkampagne gegen Muslime und die große Bedrohung "unserer [überlegenen] westlichen Kultur" durch selbige keinerlei seriöser historischer Prüfung standhält.

    Da sind Hysterie, Schaum vorm Mund und wilde Agitation in diversen Threads schon nachvollziehbar.
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#4 Geert
  • 17.11.2011, 17:57h
  • Antwort auf #3 von Wie sah es aus
  • Wieder ein Land, wo der Islam, die "Religion des Friedens", verstärkt gegen Schwule vorgeht. Es gibt weltweit KEIN moslemisches Land, das offen schwule Männer akzeptiert!
    Jetzt warte ich auf meine roten Punkte und auf den Hinweis, dass Christen ja eigentlich viel schlimmere Schwulenhasser sind als die Moslems....
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#5 eMANcipation*Anonym
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.11.2011, 18:43h
  • Malaysia entwickelt sich mehr und mehr zu einer islamisch-fundamentalistischen Diktatur und die Staaten des "arabischen Frühlings" sollten es sich nicht zum Vorbild nehmen! Was ist das nur für ein Staat, der sich um die Menschenrechte bemüht, sie aber für die LGBT-Community ausschließt?
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#7 US GayAnonym
#8 Geert
#9 HippokratesAnonym
#10 anfang bis heuteAnonym
  • 17.11.2011, 18:57h
  • Antwort auf #8 von Geert
  • "Diese "Jungtürkische" Bewegung, in der Mustafa Kemal, der spätere Gründer der Türkischen Republik, schon über entscheidenden Einfluß verfügte, war bereits in ihren Anfängen vom großtürkischen Chauvinismus geprägt, mit dem Bestreben, die Reste des "Vielvölkerknastes" des auseinanderbrechenden Osmanischen Reiches zusammenzuhalten. Der Unabhängigkeitskampf der nichttürkischen Völker wurde als Verrat am "gemeinsamen osmanischen Vaterland" betrachtet. Das Ziel der "jungtürkischen" Führer war die Zangsassimilation aller im Reichsgebiet lebenden Völker, d.h. die Türkisierung der Albaner, Armenier, Araber, Bulgaren und Kurden. Nachdem die "Jungtürken" im Jahre 1908 die Macht übernommen hatten, wurde bereits im Jahre 1909 die Organisationsfreiheit für Minderheiten beseitigt und türkisch zur offiziellen Sprache in allen Schulen und Verwaltungen erklärt.

    Diese rassistische Politik der Zwangsassimilation begünstigte die Verbreitung des Turanismus, "die Einheit aller Turkvölker von Innerasien bis zum Balkan". Ziya Gölap, einer der "jungtürkischen" Turanisten rief damals aus: "Vorn die Flagge, in der Hand das Bajonett, im Herzen Gott. Wir wollen Herrscher über die Welt sein."

    Nach der Gründung der türkischen Republik im Jahre 1923 wurde der Nationalismus wieder zur herrschenden türkischen Staatsauffassung. Ziel war die Errichtung eines nationalistischen völkischen Staates mit dem Herrschaftsinstrument des Türkismus, der die Existenz aller anderen Völker negierte. 1923 wruden 300.000 Angehörige des Pontus-Volkes, einer griechischen Minderheit, massakriert. Im Jahr 1924 wurden alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Publikationen verboten. Von dort an existierten offiziell keine Kurdinnen und Kurden mehr.

    Auf dieser Grundlage erlebte der Turanismus in den 30er Jahren als Panturanismus, mit der Untertützung Nazi-Deutschlands eine Renaissance. Hitlerdeutschland versuchte stets die Türkei an sich zu binden und nutzte dazu die panturanistische Bewegung. Als Gegenleistung unternahmen die Panturanisten den gescheiterten Versuch, die Türkei an der Seite des deutschen Faschismus aktiv in den 2. Weltkrieg zu ziehen.

    In den folgenden Jahren zog es die geschwächte Bewegung vor, hinter den Kulissen für ihre Politik zu arbeiten. In den 60er Jahren konzentrierte sich die faschistische Bewegung unter der Führung von Alpaslan Türkes (dem noch heute amtierenden Vorsitzenden der MHP/Nationalistische Bewegungspartei) darauf, die Jugend für die panturanistische Ideologie zu gewinnen.

    www.nadir.org/nadir/archiv/Antifaschismus/Organisationen/Gra
    ue_Woelfe/graue1.html
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