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"Torremolinos ist toll!" Können diese spanischen Augen lügen? (Bild: Christian Scheuß)

I need Spain, Teil 7: Der traditionelle Badeort für die schwule Szene wacht auf. Mit der Expogays-Messe besteht die Chance, die Stadt zum internationalen Treffpunkt zu machen.

Von Christian Scheuß

Ein ungewohnter Empfang: Torremolinos ist die erste Stadt, in der die Gäste über einen roten Teppich laufen und sich für die Lokalpresse vor die Sponsorenwand zum Fotografieren drapieren dürfen. Nein, der Ort in der Nähe der Stadt Malaga an der Costa del Sol ist nicht Hollywood, und die meisten, die über den roten Läufer latschen, sind auch keine Stars, aber die Willkommensgeste, die sich die Organisatoren der schwul-lesbischen Messe Expogays ausgedacht haben, ist witzig wie schmeichelhaft zugleich. Eine alte Transenweisheit wurde hier beherzigt: Mit ein bisschen Glamour und Trash lässt sich viel Freude bereiten!

Mitte Oktober 2011 lud Expogays zum zweiten Mal in das Kongresszentrum ein, das etwa fünf Autominuten vom Stadtkern entfernt auf einer Anhöhe liegt. Dort hat man offensichtlich ganz genau gezählt und 16490 Besucherinnen und Besucher gezählt. Ein Ansturm, der dem 65.000-Einwohnerort in der Nachsaison sicherlich sehr gefreut hat. Torremolinos hat sich seit den 50er Jahren auf den Tourismus als Einnahmequelle konzentriert. Wie die ganze Region an der Costa del Sol kann man hier stolz auf 2700 Sonnenstunden im Jahr und eine Durchschnittstemperatur von 17,8 Grad Celsius verweisen. Der Massentourismus lockte auch die schwule Szene an, eine vielfältige Szene entstand. Rund 25 Bars und Clubs sowie fünf Discos laden dazu ein, nach dem Strandaufenthalt die Nächte durchzufeiern. Es gibt sogar zwei Saunen, die größere von beiden, die Termasauna Miguel mit 1.400 Quadratmetern ist gerade renoviert worden und braucht sich keinesfalls vor den Schwitztempeln der Großstädte verstecken.

Schwule Szene und Expogays müssen noch zusammenwachsen


Tanz und Spaß im traditionellen Tourismusort Torremolinos (Bild: manuelfloresv / flickr / by 2.0)

Doch so sehr viel an Innovationen und Neuerungen passieren hier nicht, was für den gesamten Ort gilt. Man hat sich eingerichtet auf die alljährliche Gästewelle und denkt, es ginge ewig so weiter. Als die Expogays 2010 erstmals ihre Tore öffnete, so berichtet einer der Organisatoren hinter vorgehaltener Hand, seien die Einheimischen Schwulen sehr skeptisch und zurückhaltend gewesen. Man fürchtete wohl die Konkurrenz eines Events, dass zwar Leute anlockt, die sich aber nur auf dem Messegelände aufhalten, wo man alles bis hin zur Verpflegung angeboten bekommt. Entsprechend wenig war die Messe in die Strukturen vor Ort mit den Homogruppen und der Szene eingebunden. Ein Schwachpunkt der, so hoffen die Messemacher, sich bald bessern wird.

Torremolinos hat mit der Messe auf jeden Fall die Chance, sich zu einem alljährlich stattfindendem internationalen Treffpunkt zu mausern. Denn das Konzept ist stimmig. Nicht nur die Messestände, die von Tourismusorganisationen, Möbeldesigern, Künstlern, Weinhändlern und Dildoverkäufern besetzt wurden, locken das Publikum an. Es ist vor allem das Rahmenprogramm, das besticht. Wer einen Traummann sucht, hat die Chance, bei der Singlebörse fündig zu werden. Wer lieber Schach spielt oder fit im Standardtanz ist, kann gegen andere Schwule und Lesben antreten. Homophile Cineasten besuchen das Expogays-Filmfestival und Diskussionsfreudige haben die Chance mit Experten über die Homo-Ehe in Europa, schwul-lesbische Familienplanung oder auch die Zukunft der Gay Medien zu sprechen. Hinzu kommt noch ein Gesangswettbewerb, der Eurovisons-Feeling aufkommen lässt und natürlich die großen Partys, die allein mehrere tausend Gäste aus der Region herholen. Torremolinos, der künftige Event-Hotspot im warmen spanischen Frühherbst, ist von Deutschland aus über den Flughafen Malaga schnell direkt erreichbar. Wer noch ein bisschen CSD-Feeling des Sommers haben und dem kühlen deutschen Herbst entfliehen möchte, sollte sich im Kalender den Oktober 2012 rot anstreichen.

Mit diesem Text beenden wir unsere Serie "I need Spain". Wir danken dem spanischen Fremdenverkehrsamt für die Unterstützung!



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 20.11.2011, 16:00h
  • Und südwestlich davon liegt die Schicki-Micki-Meile Marbella mit Promis, die ihre besten Zeiten schon längst hinter sich haben. Da ist Torremolinos in der Hinsicht der schwule Gegenpart zu diesem Ort.
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#2 Karl LashnikovAnonym
#3 AxelAnonym
  • 21.11.2011, 07:45h
  • Torremolinos ein HotSpot? Ich habe noch nie einen hässlicheren, langweiligeren Ort gesehen und erlebt. Als Ausgangspunkt für eine Tour durch Andalusien aber durchaus erträglich.
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#4 esb9632Anonym
  • 25.12.2011, 16:49h
  • Ja, apropos hinter sich haben:
    Das "La Nogalera" (wie das "Yumbo" in Playa del Ingles, aber viel kleiner, älter oder zumindestens verfallener) zieht leider keine sonderlich attraktive Klientel an. Um dorthin zu gelangen (von einem der Hotels am Strand) muß man über eine Treppe oder Rampe einen Höhenunterschied von min. 50m überwinden, was bedeutet, daß man immer durchgeschwitzt oben ankommt

    Also Benidorm ist schöner und das ist bekanntlich grenzwertig. Aber wer keine Ansprüche stellt...
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