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Prävention bleibt wichtig, trotz guter Zahlen (Bild: BZgA)

Gute Nachrichten kurz vor dem Welt-Aids-Tag: Es infizieren sich weniger Menschen mit HIV. Allerdings ist die Syphilis wieder auf dem Vormarsch.

Von Christian Scheuß

Wenn das Robert Koch-Institut (RKI) in den vergangenen Jahren die Zahlen zu HIV und Aids veröffentlichte, gab es wenig Grund zur großen Besorgnis. Geschätzte rund 3.000 Infektionen im Jahr sind zwar 3.000 zu viel, aber im Vergleich mit anderen Ländern ist dies nach wie vor ein Verlauf auf niedrigem Niveau. Nun hat das Berliner Institut eine Korrektur der bisherigen Zahlen vorgenommen und kann mit einer noch besseren Nachricht aufwarten: Im Jahr 2011 werden sich bis Jahresende nur noch rund 2.700 Menschen mit HIV infiziert haben. Davon sind etwa 1500 Männer, die mit Männern Sex haben. Und die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland ist seit 2007 rückläufig.

Wenn ein Arzt oder das Gesundheitsamt einem Menschen mitteilen muss, dass er mit HIV infiziert ist, wird diese Tatsache in anonymisierter Form an das RKI gemeldet. Die Zahl der Neudiagnosen ist die Grundlage für die Schätzung des Infektionsgeschehens. Zwischen der Ansteckung und dem Erkennen einer HIV-Infektion können mitunter Jahre vergehen. Bei dem neuen Berechnungsmodell, das in diesem Jahr erstmals zur Anwendung kommt, hat man die Angaben mit hinzugezogen, die einem kleineren Teil der Meldungen zum klinischen Stadium des HIV-Infizierten beiliegen. Die Anzahl der sogenannten Helferzellen (CD4) im Blut zeigt an, wie stark das Immunsystem bereits durch die HI-Viren angegriffen wurde. Diese Daten hat man nun auf alle gemeldeten Fälle hochgerechnet. Anschließend wurde anhand von klinischen Durchschnittswerten, wie lange es von der Infektion bis zum Erreichen einer bestimmten CD4‐Zellzahl dauert, der Infektionszeitpunkt zu den jeweiligen Diagnosemeldungen berechnet. Daraus ergibt sich eine aktualisierte Darstellung des Verlaufs der Epidemie. Demnach stieg die Zahl der HIV‐Infektionen seit 2001 an, erreichte 2006/2007 einen Höhepunkt und ging seitdem zurück.

Rückgang der Infektionen vor allem bei schwulen Männern

Im ersten Halbjahr 2011 wird auch bei den HIV‐Diagnosen ein Rückgang sichtbar - vor allem bei Männern, die mit Männern Sex haben. Hochgerechnet auf das ganze Jahr 2011 werden 2.800 gemeldete und bestätigte Erstdiagnosen erwartet. Zugleich steigt die Zahl der Menschen, die mit HIV leben, auf 73.000. Etwa 500 Todesfälle sind für 2011 zu vermelden. Dies spiegelt den Erfolg der lebenserhaltenden HIV‐Therapie sowie rechtzeitiger Diagnosestellungen wider. In den letzten Jahren war bereits aufgefallen, dass der Anteil der spät diagnostizierten Fälle ansteigt. Für sich genommen wäre das ein schlechtes Zeichen - nicht jedoch, wenn man den Verlauf der Epidemie betrachtet: Da sich in den letzten Jahren weniger Personen infiziert haben und die Testbereitschaft angestiegen ist, stieg bei den Tests auch der Anteil derjenigen, die sich schon vor Jahren (z. B. zurzeit des "Gipfels" 2006/2007) infiziert hatten.

Ein Wermutstropfen: Die Zahl der Syphilis-Diagnosen steigt - dies zeichnet sich im ersten Halbjahr 2011 ab - nach einem Rückgang 2009/2010 erneut an. 1356 Männer, die mit Männern Sex hatten, hat es laut des RKI Online-Statistik-Tools bislang in 2011 erwischt. Diese Entwicklung könnte den nun erreichten Präventionserfolg bei HIV in den nächsten Jahren wieder gefährden, da Syphilis-Infektionen die HIV-Übertragung begünstigen. Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Elisabeth Pott, freut sich insgesamt über die guten Nachrichten und lobte in einer Mitteilung die gute Zusammenarbeit zwischen den staatlichen Gesundheitsstellen und der Selbsthilfe-Organisationen. Doch ein Happy -end in Sachen Aids ist nach wie vor nicht in Sicht. Pott: "Den Trend der sinkenden HIV-Neuinfektionszahlen und des immer weiter verbesserten Verhütungsverhaltens müssen wir auch zukünftig durch kontinuierliche Präventionsarbeit stärken. Denn HIV ist noch immer nicht heilbar und muss lebenslang behandelt werden. Deshalb bleibt Prävention das wichtigste Mittel im Kampf gegen Aids."



#1 schwulenaktivist
  • 21.11.2011, 14:19h
  • Angesicht der Tatsache, dass im Bereich HIV-Prävention die Praxis durch Glauben ersetzt und vor allem die POST-vention* propagiert wird, muss ich nur den Kopf schütteln.
    Es geht vor allem darum, seinem Partner zu vertrauen, ihm zu glauben, sich ihm auszuliefern wie in einer Heteroehe. Meistens hat mann Pech gehabt und dann ist man eben selber schuld.
    Angesichts der Tatsache, dass die Drogen schon in der Schwulenliteratur etabliert sind und dass Barebacker die "Obergläubigen" spielen dürfen ist das unverantwortlich.
    Aber das alles öffnet ein breites Feld der Betreuung und der Fürsorge für all die gefallenen Engel und Enttäuschten...
    Es ist zu hoffen, dass weiterhin genug Geld vom Staat fliessen wird, um all das zu bezahlen.

    Von Eigenverantwortung kann keine Rede sein und auch nicht davon, dass alle Beteiligten gleich lange Spiesse - äh Schwänze - hätten! :P

    Letztlich muss man sich bald schämen, safer sex zu praktizieren und noch hiv- zu sein - weil das diskriminiert Andere... WORT zum 1.12.11

    *Für fremdwörter-unkundige. post = nach, prä = vor...
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#2 harald sAnonym
  • 21.11.2011, 16:07h
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • glücklicherweise liegt das eher an einem Kommunikationsproblem: Die HIV-Apostel, die Krankheit zur neuen schwulen Identität erheben wollen und sich als Pozzer auch noch als schwule Avantgarde fühlen, sind in ihrer Schwachsinnigkeit leider so "Selbstbewusst", dass sie sich immer in die erste Reihe drängen. All diejenigen, die mit ihrer Gesundheit verantwortungsvoller umgehen, fallen halt nicht so auf.

    Dummheit im Quadrat, das gesundheitssystem bzw der Steuerzahler zahlt ja...

    Womit ich nicht sagen will, dass Präventionskampagen richtig sind und wir natürlich als Solidargemeinschaft für Infizierte / Erkrankte einstehen.

    Diejenigen, die sich jedoch aus HIV ein Hobby machen, weil sie es irgendwie stylisch oder identitätsstiftend oder subversiv finden, sollten das Hobby dann bitte auch selbst finanzieren.
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#3 marioAnonym
  • 21.11.2011, 16:54h
  • da habt ihr anscheinend andere Zahlen wie die Ärzte. Laut meiner Ärztin und dem Robert Koch Institut ist ein Anstieg zu Verzeichnen und das in der Altersgruppe bei den 20-30 jährigen !!!
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#4 HackepeterAnonym
#5 HackepeterAnonym
  • 21.11.2011, 17:24h
  • Antwort auf #3 von mario
  • Mario, das eine schließt das andere ja nicht aus! Mag sein, dass ein Anstieg in der Altersgruppe 20 bis 30 J. zu verzeichnen ist, aber INSGESAMT sind die Zahlen rückläufig. Es geht ja nicht nur um Leute im Alter von 20 bis 30 Jahre.

    P.S.: Auch Deine Ärztin kriegt die Zahlen vom Robert-Koch-Institut. Das ist die Bundesbehörde, die für Infektionskrankheiten zuständig ist.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.11.2011, 17:39h
  • Das sind erfreuliche Nachrichten und hoffentlich sind es nächstes Jahr noch deutlich weniger!
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#7 MarioAnonym
  • 21.11.2011, 17:51h
  • Antwort auf #5 von Hackepeter
  • Kommentar meiner Ärztin zu diesem Artikel:
    "Es ist zwar richtig und erfreulich das die Zahlen rückläufig sind. Allerdings vermittelt es bei der Zielgruppe bei der die Neuinfektionen gestiegen sind ein falsches Bild und sollte in so einem Artikel auch veröffentlicht werden."

    Ich stimme ihr da voll und ganz zu.
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#8 TjarAnonym
  • 21.11.2011, 18:09h
  • "Nach Ansicht von belgischen Forschern der Universität Gent sind es in erster Linie Menschen mit folgenden Merkmalen: männlich, weiß, homosexuell und jung. Zu diesem Schluss kamen sie, nachdem sie neun Jahre lang 500 Infizierte und deren HI-Viren untersuchten. Sie ermittelten genetische Profile der Viren und gruppierten die Viren in Cluster. Sie stellten fest: In Belgien sind Viren vom Typ-B am meisten verbreitet, und die mit ihnen Infizierten waren meist schwule Männer.
    Bei dieser Gruppe kamen auch häufig andere Geschlechtskrankheiten vor - wie zum Beispiel Syphilis. In dem Journal "BioMed Central" schreiben die Forscher: Viele junge schwule Männer zeigten ein risikobereites Sexualverhalten. Offenbar kämen bei ihnen Kampagnen über die Gefahr von ungeschütztem Sex nicht an."

    Kein Wunder, fast alle HIV Kampagnen ausserhalb der Szene sind für Heteros gemacht.
    Der junge Schwule und der Bisexuelle, welcher seinen Freundeskreis ausserhalb der Szene hat und in Mainstreamkinos, Mainstreamdiscos etc geht, sieht kaum Kampangen die sich auf Mann- männliche Übertragungswege beziehen.
    Dabei müsste Mainstream bedeuten, das es ALLE mit einbezieht!
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#9 bastapapsta
  • 21.11.2011, 18:51h
  • Vor diesem Hintergrund ist die aktuell von der Scheinheiligkeit geäußerte Forderung eine Farce, die diese mit der Unterzeichnung eines apostolischen Schreiben getätigt hat :

    "Der Papst unterzeichnete auch ein apostolisches Schreiben zur Situation in Afrika. Darin bekräftigt er die Ablehnung von Kondomen und Abtreibungen als Mittel der Familienplanung"

    www.dw-world.de/dw/function/0,,123370_cid_15544258,00.html

    Wenn hier die Zahl der Neuinfektionen aufgrund von Safersex zurück geht ist es mehr als EGOistisch, in Afrika gegen die Benutzung von Kondomen anzuarbeiten. Im gleichem Atemzug von "moralischer Verantwortung "zu sprechen ist ein Widerspruch in sich. ALLE die Ratzinger bei seinem Deutschland Besuch zugejubelt haben, haben sich damit mitverantwortlich gemacht für das Leid vieler Menschen, dass muss in aller Deutlichkeit gesagt werden.
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#10 HackepeterAnonym