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Brandon M. wird weitere zwei Jahrzehnte im Gefängnis verbringen müssen

Vor drei Jahren hat der damals 14-jährige Brandon M. in Südkalifornien seinen schwulen Mitschüler Lawrence King während des Unterrichts erschossen - jetzt muss er für 21 Jahre ins Gefängnis.

Die Verteidiger des Angeklagten haben sich am Montag mit der Staatsanwaltschaft auf das Strafmaß geeinigt, der jetzt 17-Jährige stimmte zu. Das Verfahren gegen den Teenager war zuvor im Oktober geplatzt, weil sich die Geschworenen nicht einigen konnten: Die Hälfte der Jury wollte M. wegen Totschlags verurteilen, die andere wegen Mordes (queer.de berichtete). Bei einer Verurteilung wegen Mordes drohten dem Jungen 50 Jahre Haft, weil die Staatsanwaltschaft entschieden hat, ihn als Erwachsenen anzuklagen.

Der Fall sorgte weit über die Grenzen Kaliforniens hinaus für Entsetzen: Der 14-jährige Brandon M. erschoss im Februar 2008 seinen ein Jahr älteren Mitschüler Lawrence King während einer Unterrichtsstunde in der Junior High School in Oxnard. Der Grund: Brandon kam nicht damit zurecht, dass der schwule Lawrence seine sexuelle Orientierung so offen zeigte.


Lawrence King starb 2008 im Alter von 15 Jahren

Während des Verfahrens erklärte die Verteidigung auch, dass das Opfer den Täter mit seinem Auftreten provoziert habe. So sagten Zeugen aus, dass King seine Mitschüler immer wieder mit sexuell aufgeladenen Kommentaren geschockt habe. Der Täter sei außerdem in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und deshalb nicht voll schuldfähig - so ist seine Mutter drogenabhängig gewesen und sein Vater saß bereits wegen Körperverletzung im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft bekräftigte dagegen, M. sei ein Rassist, der aus Hass auf Schwule sein Opfer umgebracht habe. Die Polizei hat in seinem Zimmer Nazi-Literatur gefunden.

Homo-Gruppen haben sich in der Bewertung des Falls zurückgehalten. Bereits 2008 haben 27 Gruppen an die Staatsanwaltschaft appelliert, den Täter nach Jugendstrafrecht anzuklagen. Damit könne er nach dem Ende seiner Haftstrafe resozialisiert werden (queer.de berichtete). Eine Sprecherin des Gay, Lesbian and Straight Education Network äußerte sich positiv darüber, dass der Prozess nun zu Ende ist: "Brandon M. hat Larry King getötet und muss für das Verbrechen ins Gefängnis", sagte Eliza Byard. "Aber das erste Verfahren hat jeden - insbesondere Larrys und Brandons Freunde und Bekannte - einem schmerzvollen Spektakel ausgesetzt und nichts erreicht." (dk)



#1 _Simpsons_
  • 22.11.2011, 13:17h
  • Brandon M. hätte in Deutschland NUR 10 Jahre nach dem Jugendstrafrecht bekommen. Nach fast 4 Jahren endlich ein Urteil, 21 Jahre aus dem Verkehr nun verschwunden mit der Hoffnung, ohne vorzeitige Entlassung!
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#2 schwulenaktivist
  • 22.11.2011, 15:57h
  • Mit jedem Täter, der "für immer" weggesperrt wird, ist auch das Problem, das er gehabt hat wieder unter den Tisch gekehrt! :-(
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 decisionneurotic
  • 22.11.2011, 20:06h
  • Ich frage mich ernsthaft, ob damit die Ursache für die Tat aus der Welt geschafft ist. Der Kerl konsumierte mit 14 Nazi-Literatur... Ich will gar nicht wissen, wie er dazu kam und wo er noch überall damit zu tun hatte. Auch hier gilt: Rechtsextremismus und Gesellschafshass entschiedene bekämpfen und mit Verstand uns Intelligenz Aufklärung betreiben.

    Und jeder, der jubelt, weil er weggesperrt ist, sollte sich überlagen, was passiert, wenn Brandon als 40 Jähriger aus dem Knast kommt.
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#5 schwulenaktivist
#6 SchokiAnonym
  • 22.11.2011, 22:39h
  • Antwort auf #4 von decisionneurotic

  • Ich denke aber, dass 21 Jahre INKLUSIVE (Re)Sozialisierung gerecht ist, denn ich bin mir sicher, dass er sehr gut sogar darüber Bescheid wusste, was er tat. Hierbei sollte man die Haft also tatsächlich auch als Strafe und nicht als einfaches Wegsperren ansehen. Wie gesagt ist die Sozialisierung aber noch viel wichtiger!
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#7 todesmaskeEhemaliges Profil
#8 Carsten ACAnonym
  • 23.11.2011, 11:49h
  • "Während des Verfahrens erklärte die Verteidigung auch, dass das Opfer den Täter mit seinem Auftreten provoziert habe."

    Was für ein Schwachsinn.

    Der Mörder ist also weniger schuldig, weil das Opfer ihn durch seine Homosexualität provoziert habe...

    Und dann noch das obligatorische "schwere Elternhaus".

    "Die Staatsanwaltschaft bekräftigte dagegen, M. sei ein Rassist, der aus Hass auf Schwule sein Opfer umgebracht habe. Die Polizei hat in seinem Zimmer Nazi-Literatur gefunden."

    Da sieht man, wie dieser Typ tickt...

    Ein junger Mensch wurde kaltblütig ermordet und ist jetzt für immer tot. Und der Nazi-Täter muss für 21 Jahre in den Knast und hat danach noch ein schönes Leben. Vielleicht wird er sogar noch eher entlassen.
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