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Eine geschmückte Kirche in Dänemark

Die Evangelische Kirche in Deutschland streitet erneut über Homosexualität. In Bayern gibt es größeren Widerstand gegen einen möglichen Beschluss, der es Pfarrern und Pfarrerinnen gestatten würde, mit ihren gleichgeschlechtlichen Partnern in der Dienstwohnung zu leben. Die Landessynode in Kurhessen-Waldeck streitet über eine Segnung von Homo-Paaren.

Bereits jetzt können in Bayern Homo-Paare in Einzelfällen zusammen im Pfarrhaus leben, eine allgemeine Regelung steht derzeit auf der Tagesordnung der Landessynode, die seit Montag in Rosenheim tagt. Eine Vereinigung homosexueller Mitarbeiter, der lesbischschwule Konvent, hat rund 4.000 Stimmen für eine entsprechende Regelung gesammelt.

"Homosexualität ist für mich weder Sünde noch Krankheit, sondern eine menschliche Prägung, die im Licht des Evangeliums verantwortlich zu gestalten ist", heißt es in der Petition. Verlässliche und verbindliche gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollten daher auch gesegnet werden können. Außerdem wird die Kirchenleitung aufgefordert, "entschieden gegen fundamentalistische Interpretationen der Heiligen Schrift vorzugehen, durch welche die Vielfalt der Volkskirche in Frage gestellt wird".

Kritiker sprechen von "Überwindbarkeit" der Homosexualität

Gemeint ist damit auch der "Arbeitskreis Bekennender Christen" (ABC) in Bayern, der rund 8.000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hat. In der Resolution heißt es, eine Gleichstellung der Ehe mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften verstoße gegen Geist und Buchstaben der Heiligen Schrift. "Nach dem Wort des Apostels Paulus schließt eine gleichgeschlechtliche Sexualpraxis vom Reich Gottes aus (1 Kor 6,9). Die Gemeinde ist verpflichtet, Menschen mit homophilen Neigungen und Prägungen die verändernde Kraft Gottes zu bezeugen und ihnen beizustehen (1 Kor 6,11)."

Will der ABC sagen, Homosexualität sei heilbar? Das tut er in vielen früheren Dokumenten. "Homosexualität stellt eine Störung der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen dar, deren Ursachen meist in der frühen Kindheit liegen", heißt es etwa in einer "Lebensordnung für die Gemeinde" aus dem letzten Jahr. "Betroffenen" sei mit Achtung und Würde zu begegnen, ihnen sollten allerdings "Seelsorge und therapeutische Fachdienste zur Begleitung in ihrer Lebenslage" angeboten werden.

In dem Dokument heißt es weiter: "Überwindung homosexueller Neigung kann gelingen (1. Kor 6,11)." An anderer Stelle heißt es, Homosexualität bedürfe "im Lichte der Bibel gesehen der Überwindung". Eine solche "Veränderung - von Homoaktivisten gelegentlich als menschenverachtender unmöglicher Versuch zur 'Umpolung' diffamiert - setzt allerdings den Willen zur Veränderung und zur Geduld voraus". Sei dieser gegeben, seien "die Aussichten auf eine Besserstellung bis hin zur völligen 'Ausheilung' sehr gut".

"Wenn Betroffene im Bewusstsein sündigen Lebens nicht aus diesem Konflikt herausfinden, dann soll die Seelsorge das Leben im Dilemma begleiten", heißt es weiter. Homosexuelle sollten aber nicht zur "Entfaltung ihrer Neigung" ermutigt werden. "Menschen, die gegen die Aussagen der Heiligen Schrift ihre gleichgeschlechtliche Neigung öffentlich positiv bewerten oder sie propagieren, sind vom Heiligen Abendmahl auszuschließen." Dementsprechend könnten sie auch keine priesterlichen Aufgaben übernehmen.

Das Dokument (PDF) bietet noch mehr Textstellen, die zitierwürdig sind. Geschrieben hat es Martin Pflaumer, der auch Mitglied der Landessynode ist, die noch bis Donnerstag tagt. Eine Entscheidung zur Änderung des Dienstrechts wird erst zur nächsten Synode im Frühjahr 2012 erwartet.

Segnung in Kassel

Bereits am Mittwoch könnte hingegen die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für eine Segnung von Homo-Paaren im Gottesdienst stimmen. Auch hier gibt es mit der Inititative "sola scriptura" (allein die Schrift) eine Gegenbewegung, die allerdings nur rund 200 Unterschriften gesammelt hat.

"In der Bibel wird eindeutig ausgedrückt, dass homosexuelles Verhalten eine Sünde ist", sagte dazu der Initiativsprecher Frank Skora, ein Priester im Ruhestand, den "Hessischen Nachrichten". Er sieht aber kaum Chancen, die Segnung zu verhindern. Sie wird so ausgestaltet sein, dass Homo-Paare ein Recht auf die Segnung haben, ein Priester aber aus Gewissensgründen ablehnen kann, diese selbst vorzunehmen. (nb)

Nachtrag, 23. November Die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Mittwoch mit großer Mehrheit für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren gestimmt. Mindestens ein Partner muss evangelisch sein.



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.11.2011, 18:43h
  • Auch in der evangelischen Kirche machen wieder einmal die Fundamentalisten in Gestalt der ABC Stimmung gegen die LGBT-Community und die ist mit allen Mitteln zu bekämpfen!
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#2 doktorProfil
  • 22.11.2011, 19:08h Kulmbach
  • Homosexuelle sollten aber nicht zur "Entfaltung ihrer Neigung" ermutigt werden.

    Haben die auch Aktien bei GAZPROM?
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 22.11.2011, 20:03h
  • Ich finde es wieder typisch für die atheistischen/agnostischen Queer-Autoren, das die kleine Truppe mit gerade mal der Unterschriftenanzahl von einer Kleinststadt hier einen Artikel bekommt.

    Wenn aber in den letzten Wochen andere Landeskirchen sehr einmütig und geschlossen, ohne das es grossen Streit gibt, das neue Pfarrdienstrecht annehmen und befürworten, dann gibt es keinen Artikel auf der Queer, Das nenne ich einseitige antikirchliche Berichterstattung seitens der Queer-Autoren.

    Hier der entsprechende Link, den Ihr bereits zuvor von mir hattet, aber den ihr nicht verwertet habt:

    *
    www.ekbo.de/1048149/alias.html?id=1058438

    In der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesischer Oberlausitz wurde das neue Pfarrdienstrecht von der Synode angenommen und die Pfarrhäuser für verpartnerte homosexuelle Pfarrer geöffnet.

    Warum berichtet Ihr nicht auch (!) von Landeskirchen, wo dies ohne Streit ganz unproblematisch angenommen wird (Nordelbien; Westfalen, Rheinland, Hessen-Nassau, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz oder Bremen) ?

    Wenn ihr schon von der EKD berichtet, solltet Ihr nicht nur von den Landeskirchen schreiben, die am Konservativsten sind (Sachsen, Württemberg, Bayern), sondern die grosse Mehrheit der eher liberaleren Landeskirchen auch erwähnen.
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#4 alexander
  • 22.11.2011, 21:25h
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • was soll denn nun noch alles berichtet werden über unsere religionsverfechter der EKD ?

    wie du schon sagst, die unterschriften einer kleinstadt, muss nun jedes kuhdorf erwähnt werden, dass dafür oder dagegen ist ?
    (was sollen denn die gläubigen, wie du, denken ???)
    letztendlich ist die EKD kein kleiner kommunistischer "zirkel", aber das geschachere entspricht eher dem von geldverleihern !
    (seit jahren!)

    lass einfach stecken, keinen interessiert es wirklich brennend welche landeskirche
    "irgend etwas praktiziert " !
    schlimm genug, dass sich die heinis nicht darüber im klaren sind, was sie eigentlich wollen ? von einer religionsgemeinschaft kann man erwarten, dass sie einer meinung ist!

    bevor du dich völlig verfranst, kümmer dich doch mit deinen tollen verbindungen zum evangelischen heil, lieber um eine klare abgrenzug zu den evangelikalen !!!

    das möchte ich dann aber aber auch öffentlich hören, von den staubtrockenen, protestantischen klabusterschwestern, die sogar vor benedetto den kniefall machen !

    martin luther lässt grüssen ! (und schlachtet mal auf die schnelle noch ein paar bauern!)
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#5 finkAnonym
  • 22.11.2011, 21:27h
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • homopfarrer "dürfen" mit ihrem partner zusammen wohnen - wenn die gemeinde nicht doch ein veto einlegt. big deal. und sie dürfen hier und da sogar homopaaren das patschehändchen auflegen. toll.

    aber wehe, sie würden irgendwelche eheähnlichen rituale durchführen, die den eindruck erwecken könnten, es ginge hier WIRKLICH um gleichberechtigte beziehungen! da sei gott vor!

    die üblichen brosamen also für des billigen trostes bedürftige. von echter gesellschaftlicher gleichberechtigung oder auch nur einer hörbaren forderung danach ist weiterhin keine spur.

    und wo bleibt eigentlich die distanzierung der ekd von ihren fundamentalistischen teilkirchen? oder zumindest von deren homophoben ansichten? nein, die werden immer noch mit einem dezenten hüsteln an den großen tisch gebeten. man hofft nur, dass sie sich nicht allzu peinlich aufführen und die ganze bagage öffentlich blamieren.

    wenn die ekd es ernst meinte mit ihrer angeblich homofreundlichen haltung, dann müsste sie diese gruppen rausschmeißen. stattdessen versucht sie einen unmöglichen spagat zwischen fundamentalismus und moderne. für mich ist diese lauwarme halbherzigkeit ausgesprochen unglaubwürdig.
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#6 Timm JohannesAnonym
  • 23.11.2011, 03:48h
  • Antwort auf #5 von fink
  • @Fink
    Also wir sind uns zumindest einig, dass es nur die Unterschriftenanzahl einer Kleinststadt hier ist, die dieser homophobe Verein zusammengetrommelt hat und das hat er auch nur geschafft, weil es sich um Bayern handelt.

    Mir fällt auf, dass die Queer gern die Negativmeldungen aus dem Religionssektor aufgreift und das mit Höchstgenuß, was letztlich auch in bestimmten Religionsbereichen und bei bestimmten Religionen/Kirchen seine Berechtigung hat.

    Aber wo es Fortschritte und Verbesserungen gibt, da wird dies gern von der Queer, aber auch von anderen LGBT Aktivisten "totgeschwiegen" bzw. auch noch angegriffen. Für mich als homosexuellen Lutheraner steckt dahinter Methode seitens agnostischer/atheistischer LGBT Aktivisten. Und das Schlimme an dieser Methode ist, "es hilft nicht weiter sondern es verschlimmert es gesamtgesellschaftlich". Da ist mir beispielsweise der Ansatz der Organisation HuK lieber, der Verbesserungen mitträgt und initiiert.

    Daher wo ist der positive und begeisternd geschriebene Artikel zum Synodenentscheid der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, liebe Queer-Autoren ?

    Dafür aber schreibt Ihr dann lieber von der Unterschriftenaktion einer kleinen Truppe, die gerade einmal die Unterschriftenanzahl einer Kleinstadt zusammen bekommen hat. Da ist dann sofort ein Artikel bei Euch auf der Queer.

    Für mich eine sehr unausgewogene Berichterstattung im Bereich Religion, der auf Queer stattfindet.

    Hier nochmal der entsprechende Link zum Synodenentscheid der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz:

    *
    www.ekbo.de/1048149/alias.html?id=1058438

    Und hier ein ebenso erfreulicher Link zur reformierten Landeskirche in der EKD, wo ebenso das neue Pfarrdienstrecht ohne grossen Stress angenommen wurde:

    *
    reformiert.de/herbstsynode-2011.html
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#7 stromboliProfil
  • 23.11.2011, 07:25hberlin
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • jammer nicht rum.., die bringen immerhin das doppelte an unterschriften in die beiderseitig unsägliche diskussion ein!

    "Im lichte des evangelium betrachten...", was glaubt ihr hornochsen eigentlich , mit wem und über wen ihr da euren weihrauch wedelt...?

    Von daher ist mir das ganze gedöns auch ziemlich egal, hauptsache eine steuerangleichung bringt uns mehr einkommen vom brutto.

    Und da wir es bei den evangelischen synode/n laut betbruder tinnitus ohnehin - im gegensatz zur unzuchttreibenden römisch-katholischen- mit einer ausgesprochen demokratischen sekte zu tun haben, muss ja nun wohl auch demokratisch prozediert werden..
    na du wirst dich noch überschlagen hier mit deinen erfolgsmeldungen von der glaubensfront!
    Vieleicht hilft dir musik...spiel einfach auszüge aus " Prelude " und es gibt dir den nötigen schub
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#8 Mariposa Anonym
  • 23.11.2011, 10:07h
  • Ich liebe Jesus und sein Evangelium - darin ist Nullkommanix zum Thema Homosexualität enthalten. Er hat auch nirgendwo das klassische Familienbild als das einzig gültige angesehen, eher ganz im Gegenteil.....
    Daß sich sein Bodenpersonal oft auf den Pharisäer Paulus beruft, hat im Laufe der Kirchengeschichte bekanntlich schon zu viel Leid und Tod geführt. Zudem legen sich auch einige ein frommes Etikett um, damit man gut von Problemen mit der eigenen Sexualität ablenken kann (Stichwort latente Homosexuelle). Sorry, ich kann diesen ganzen Müll nicht mehr hören.....
    Solange die Kirche Menschen weiter verunglimpft, ist sie überflüssig. Mit dem Mann aus Nazareth hat sie jedenfalls nichts zu tun. Ihm geht es nämlich um Versöhnung, nicht um Ausgrenzung,
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#9 Carsten ACAnonym
  • 23.11.2011, 11:55h
  • Eigentlich könnte uns die Meinung von irgendwelchen Religionsgruppen egal sein, solange wir rechtlich gleichgestellt sind und die sich an Recht und Gesetz halten...

    Aber leider haben diese ganzen Sekten (denen es noch nie um Glauben ging, da geht es immer nur um Macht und Geld) viel Macht und Einfluss auf den Staat und die Gesellschaft. Es ist auch jedem klar, dass ohne den Einfluss der Sekten (die selbsternannten Kirchen sind auch nur Sekten, die einfach nur mehr Macht haben als andere Sekten) Schwule und Lesben längst gleichgestellt wären.
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#10 finkAnonym